Labyrinthe. 157
wesen, damit sie länger dauren möchten. Nun sind nachdem Herrn Paul Lucas die Fußböden der drey Säle vonMarmor, ohne daß e6 scheint, als ob ein einziger Balkendazu gekommen wäre. Wobey man überhaupt anmerkenkann, daß piinius in den ersten Büchern seines Werkesungleich richtiger ist, als in den letztem.
Was Herodor von den Schnißwerken und Bildseu-len der Götter sagt, die man zu seiner Zeit in allen Theilendieses Gebäudes gesehen, das hat seine Richtigkeit. Nochanjetzt sieht man eine Menge derselben, in den vier Seulen-gängen die noch vorhanden sind (*); wie auch auf denSeulen und Wänden, allwo man unter andern eine Hö-iung in der Mauer sieht, in welcher die Bildseulen desAnubis und Hsrris, in Lebensgröße stehen, pliniusstimmt in seinem XXXVI B. ,'m 19 C. hierinn mit dem He-rodot überein, weil er sagt: intus columrine, Oeormnlünulncra, keAuin strttuae, monltriierge esti^ies, etc.
Was die große Anzahl unterirrdischer Kammern be-trifft, von welchen Herodor, Srrabo und PoinponiusMela auf das Wort der Priester reden, so darf uns darannichts Wunder nehmen. Sie waren zum Begräbnisse derKönige, der geheiligten Thiere, und zur Verpflegung derCrocodille bestimmt. Man weis mit wie vieler Pracht dieAegyptier ihre Gräber erbauet, wie groß die Catacom-den gewesen, die man alle Tage um die Gegenden des al-ten Memphis entdeckt, ungeachtet sie bloß zum Begräb-nisse der Privatpersonen bestimmt waren. Und wenn mansieht, daß der großeste Theil der Pyramiden , das Grab-maal eines der Pharaonen gewesen; so darf man sich überder Pracht und Größe eines Denkmaals nicht wundern,welches von zwölf Königen erbauet worden, und welches
man,
<*) Ungeachtet in Charons Palaste nur drey Säle sind; so giebte« doch vier Seirkngänge und der vierte stößt hinten an den drittenSaal-