Band 
Dritter Theil.
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i66 xxn. Freret, vom Ursprünge

daß ein König der Vater seines Volks seyn muß; daß dieLiebe der Unterthanen gegen ihren König, die festeste Stüßeseines Thrones ist; daß diese Liebe allein die Unterthanen anden Prinzen, der sie beherrschet, und dessen ganze Stärkeund Macht in ihnen besteht, recht verbindet; daß ein Kö-nig ohne Unterthanen, einen leeren Titel führen, und überalle andere Menschen keinen wesentlichen Vortheil habenwürde.

Die Brammen und Rajals, das heißt, die Prie-ster und Großen , stellten alle diese Sachen dem Königevon Indien vor. Er aber, der von dem Wahne seinerHoheit trunken war, die er für unzerstörlich hielt, verach-tete ihre weisen Vorstellungen. Als nun die Klagen unddas Zureden noch weiter fortdaureten, hielt er sich für be-leidigt, und, umsein Ansehen zu rächen, welches er vondenen geschimpft hielt, die sein Verfahren tadeln borsten, s»ließ er sie unter den ärgsten Martern umkommen.

Dieß Beyspiel schreckte die übrigen: man schwieg, undder sich selbst gelassene Prinz, ja welcher, was noch gefähr-licher, und für fein armes Volk noch schrecklicher war, dengefährlichen Rathschlägen der Schmäuchler anheim fiel, ge-rieth gar bald in die äußersten Ausschweifungen. Dasunter der Last einer unerträglichen Tyranney seufzende Volk,bezeugte überlaut, wie verhaßt ihm ein Ansehen wäre, wel-ches bloß dazu angewandt würde, es unglücklich zu machen.

Die zinsbaren Fürsten, stunden in der Versicherung,daß, nachdem der König von Indien von seinen Untertha-nen nicht mehr geliebt würde, er alle Stüßen seiner Machtverloren hätte, und machten sich fertig, das Joch abzuschüt-teln , und seine Staaten mit Krieg zu überziehen. Da-mals unternahm nun ein Bramin, oder indianischer Welt-weiser, Namens Sista, ein SohnDabers, den das Un-glück seines Vaterlandes schmerzte, dem Prinzen über diegefährlichen Folgen die Augen zu öffnen, welche aus seiner