Philipps des Tetrarchen. 209
Abt Fontenü Gelegenheit nimmt, von diesem Prinzen so-gleich zu reden, und von seiner Würde als Terrarcha, zuhandeln. Philipp war der zweyte von dreyen Söhnen, de-nen HeroSes der große, seine Staaten hinterließ. Un-geachtet er der vollkommenste Prinz in seinem ganzen Ge-schlechte war, und hundert schöne Eigenschaften ihn bey denJuden und Römern gleich beliebt machten, so hatte er dochdie Ungnade eines eifersüchtigen und mi'Strauischen Vatersauszustehen, der sich durch Antiparers, seines ältestenSohnes Ranke verführen lasten, und dem Philipp in sei-nem letzten Willen, keinen Theil an der Regierung vermachthatte: der aber auch von diesem Vorurtheile wieder abstand,und ihn nachmals zum Tetrarchen über das Trachomti-sche und Auraniristhe, zwo Provinzen setzte, unter wel-chen das paneadische, Gaulanitische, Icuräischerc.begriffen waren. Nach des Herodes Tode, erhielt ihnAugust bey dieser Tetrarchie, die er so weislich verwal-tete, daß er die Lust seines Volkes und die Bewunderungseiner Nachbarn war. Dieser Prinz starb im z? Jahreseiner Regierung, ohne daß er von seiner Gemahlinn Sa-tome Kinder hinterließ, die eine Tochter Herodes seinesBruders, ebenfalls mit dem Zunamen Philipp war. Die-ses hat gewissen berühmten Scribenten Gelegenheit gege-ben, diese zween Prinzen zu vermengen; ungeachtet sie inden heiligen Büchern und im Iosephus gnugsam unter-schieden sind, der den Namen Herodes allezeit demjenigengiebt, der seine Nichtel Herodias geheirathet hat, ihn aberniemals Terrarcha nennet.
Man weis, daß der Name und die Würde eines Te-»rrarchen von den Galarhern gekommen, welche, da siein klein Asten drey Provinzen hatten, (8n»bo lllib. XII.)eine jede in vier Fürstenthümer theilten , deren Regierungsie zwölfen von ihren Häuptern zutheilten, und selbige Te-krarchen nennten, weil ein jeder von ihnen ein viertesTheil von Galarien beherrschete. Dieskr Name gieng
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