Band 
Dritter Theil.
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Euripides Phönicierinnen. 219

ihnen: IlVir sind des Todes, meine Mutter. Ichbeklage dich: ich beklage dich, Schwester, und^nBruder der an meiner Seiten stirbr. Er war meinFeind geworden; ich habe ihn aber allezeit lieb ge-habt ... - Leber wohl! Dre Finsterniß des Todesumgiebc mich bereits auf allen Seiten. In diesem Au-genblicke erbleichen beyde und endigen ihr unglückseliges Leben.

Barnestus tadelt folgenden Vers: -vkxrw 77s-

k?^ 7 re 7 -yv / 2 /sv. und meynt, er bedeute: als diesezween Söhne erblichen waren- Das kann er aber nichtheißen. ist die jüngstvergangene Zeit, und,

um es nach dem Buchstaben zu übersetzen, muß man sa-gen , indem beyde Brüder stürben, den letzten Augen-blick erlebten. Barnestus hat nimmermehrim Aorist, anstatt der vergangenen Zeit,lesen können; denn das läßt das Maaß des Verses nicht zu;und das war ihm gar zu wohl bekannt, als daß er sich hät-te sollen betrügen lassen.

Auch mit dem Scholiasten hadert er, bey Gelegenheitbesten, was Euripides von der thessalischen List sagt, derenEreokles sich wider den Polymers bcdienete. Er beschuldig-teden Scholiasten, als habe er diese List auf des PolymersRechnung geschoben, da doch Euripides sie dem Ereoklesbeylegt.Allein dieStelle ist ganz unstreitig:

- 7 L 70 ^ < 7 o<A- 7 «z< 5 ror, 70 GL 7 < 7 «Xor 77 «^X«As

und wenn Barnestus sie recht betrachtet hätte,so hätte er gesehen, daß sie nur eine sehrgeringe Aenderungerfordert, da man nämlichanstatt o-oAo-s^x-vsr, lesen muß. Keine Aenderung kann geringer seyn;die Aehnlichkeit zwischen dem w, dem 0, und r ist sehr groß;und die Stelle bedeutet alsdann, daß Euripides die Re-densart Gka-o-os-cor ein rhestalischer Kunstgriff,

gebraucht habe, um die List auszudrücken, welche den Po-lymers betrogen, kM 7 « 7 LV(zu verstehen o°s^/l 7 ^« 7 <) 70 77 «^-/V«/?k o-oA-o'z.t«.

Wenn man so liest, so fällt der Tadel von selbst weg.