Band 
Dritter Theil.
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Euripides Phönicierinnen.

re nichts, was ich dir sagen will, wird deinenNummer stillen.

Man begreift gar leicht, daß Jokasta, welche wußte,daß Eteokles zum Streiten gegangen war, und welche inErwartung des Ausganges, die heftigste Unruhe empfand,vor dem Anblicke seines Waffenträgers erschrecken muß, dersonst nicht gewohnt war, ihn zu verlassen. Er hatte aber dieVorsicht gebraucht, sie bey seiner Ankunft zufrieden zu spre-chen, und nachdem er sie ermähnet, ihren Zähren Einhaltzuthun; so sollte sie ihn wohl nicht ferner fragen, obEteo--kles todt sey? Es war ja natürlich zu glauben, daß Ereo-kies ihn abgeschickt hakte, um der Jocasta von dem glück-lichen Verlaufe der Schlacht, Nachricht zu geben. Hättesie einige Ursache zur Unruhe gehabt, so hätte es um denpolynices seyn müssen. Sie fragt ihn auch, nachdemsie sich erkundiget, ob die Stadt Theben frey, und nichtmehr in Gefahr sey geplündert zu werden, in einem weg:ob er vom Polymers nichts wisse? Denn ich liebeihn sehr, spricht sie, und nuch verlanget zu wissen, ober noch lebe.

Alles was man zu des Euripides Entschuldigung thunkann, ist> daß der Waffenträger, welcher wohl wußte,daß nach der Schlacht, Polymers und Eteokles die Sa-che in einem Zweykampfe ausmachen wollten, sich nichtenthalten können, in seinen Gesichtszügen, auch indem ereine gute Zeitung brachte, alle Furcht und allen Abscheublicken zu lassen, den ein solcher Zweykampf in ihm erregte;und man muß voraus setzen, daß die Kunst des Schauspie-lers , dasjenige werde verbessert haben, was dem Ansehennach, in der Antwort der Jokasta, auf die ersten Wortedes Waffenträgers wunderlich zu seyn scheint. Es scheintsogar, daß Iokasta einiges Mißtrauen übrig behalte,und ihre Neugierde durch die Erzählung der Schlacht nochnicht gestillet sey, ungeachtet selbige sehr umständlich war,und man sie versichert hatte, daß ihre zween Söhne lebeken.

Aber