240 XXXIII. Hardion, über einen Brief vom
Werken, angemerkt haben wollte. Er schrieb ihm hier-über einen Brief, um sich zu beklagen , und Dionyslusvon Halikarnaß antwortete ihm um sich zu rechtfertigen.
Diese Antwort haben wir fast noch ganz übrig, und manfindet darinnen ein Stück von des Pompejus Schreiben.
Da der Herr Abt (Aedoyn im 1719 Jahre, der Akade-mie eine UeberseHung dieses Werks des Dionysius vonHalikarnaß mittheilte, so fügte er einige Betrachtungenüber die Art und Weise hinzu, wie die großen Leute der rö-mischen Republik ihre Muße gebraucht haben.
Es ist schwer sich vorzustellen, wopompejus, der vonder ersten Jugend an im Kriege gewesen war, die Zeitzum Gelehrtwerden und zu den Wissenschaften, hergenom-men. Gleichwohl hatte er, nach deö Cicero Zeugnisse, nichtnur alle freye Künste, sogar diejenigen, die die meiste Mußeerfordern, erlernet, sondern besaß auch eine vollkommeneKenntniß vom öffentlichen Rechte. Die ungemeine Erzie-hung der Römer, machte sie fast von Kindesbeinen an ge-lehrt. Man unterrichtete sie gründlich in ihrer Mutter-sprache und im Griechischen, und diese zwo damals leben-digen Sprachen , wurden ihnen nicht schwer zu erlernen.
Man flößte ihnen bey guter Zeit einen Geschmack von denbesten Schriftstellern ein. Dieser in die zarten Seelen ein-geflößte Geschmack, stärkte sich mit der Zeit, und führte diesejungen Pflanzen beständig zum Lesen solcher Sachen, diesie von Kindheit an eingesogen hatten. Dieser Geschmacktrieb sie an, den Umgang der Gelehrten zu suchen , derenUnterredung dasjenige ersehen könnte, was sie, wegen öffent-licher Geschäffte, dem Lesen abbrechen mußten. Daherkam es, daß alle Römer, deren Verstand durch das Lesengescharfet war, unter einander in einem beständigen gelehr-ten Umgänge lebten. Wie muß auch nicht die Unterredungeiner großen Menge Romer beschaffen gewesen seyn, wennsie sich einander benlammen befunden, Horrensius, Ci-cero, Lorca, Cäsar, Pompejus, Caro, Lrums, !
Am-