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Xll.
Des Herrn Abts Gallier critische
Betrachtungen, über Plutarchs Werk
vom Aberglauben. 1721.
^^»er Herr 2lbt Sallier hat bey denen Betrachtungen,die er der Akademie über denTracrat vom Aber-glauben mitgetheilet, zweyerley Absichten gehabt.Einmal, einen kurzen Begriff von diesem Werke zu ma-chen ; und dann, einige Stellen darinnen zu bessern, wel-che verstümmele zu seyn scheinen.
Der Aberglaube, ist nach der Meynung der Welt-weisen, ein falscher Begriff von der Gottheit, welcher mirUnruhe und Bekümmerniß vergesellschaftet ist. Oder er isteine übelgeordncte Furcht, welche uns antreibt falsche Gö-tzen an zubethen, oder ihnen einen Dienst zu leisten, der vonverständigen ReligionSverwandten verworfen wird.
Der allezeit gegenwärtige Anblick des Todes, die un-aufhörliche Furcht, welche jenen Menschen beunruhigte, überdessen Haupte ein ungeheurer Stein hieng, machte den Zu-stand dieses Unseligen nichts bedaurenöwürdiger, als dieVerfassung eines Abergläubischen durch das Schrecken ist,welches ihn an allen Seiten umgiebt. (r)
Der Aberglaube ist ein unerbittlicher Tyrann, dessenAnblick erschrecklich ist: borribili super aspeäku mortalibusinllann. Er führet allezeit die Waffen in Händen; erschlägt den Geist nieder; er ist ein schweres Gewicht, worun-ter derjenige seufzet, der es tragen muß. Die Unwissenheit
ist
(!) Lerv.ln VI. 596 .1.ucict. 1.1b. r.psx.Sz,