Leben im Plutarch. 319
Stadt bemächtiget hatten. Will man diese Stelle derbes-sern, und Surrium, anstatt Gacria, lesen, so hat mandem plutarch nur neue Fehler vorzurücken : denn Su§krium lag zwar im Tyrrhenischen , allein es war keinerömische Pstanzstäte. Er würde auch noch außerdem widerdie Zeitrechnung verstoßen haben , wenn er auf das Z74Jahr, einen Feldzug setzte, welcher fünf Jahre früher,näm-lich im 569 vorgefallen war, wie Livius berichtet. Selbstplmarchs Erzählung würde alle Wahrscheinlichkeit ver-lieren; denn es ist schwer zu glauben, daß in einem unddemselben Feldzuge, welcher nach damaliger Art nicht lan-ge währete, Camillus die Polster hat schlagen, von daüber die Tiber gehen, nach dem andern Ende der rö-mischen Staaten ziehen, Surrium wiedernehmen, undnach diesem wieder in das Land kommen können , worauser gezogen war, um die Tusculaner zu bekriegen.
Es ist also gewiß, daß plurarch die Städte Surri-um und Sarria mit einander vermenget hat, unfehlbarwegen der Aehnlichkeit der Namen ; und daß er auch dieZeit und Umstände dieser zwo Begebenheiten unter einandergeworfen, die sich doch in verschiedenen Jahren zugetragen.
So hat sich plutarch auch noch bey verschiedenenUmständen des erwähnten Krieges mit den Polstern geic-ret. Wir wollen erst sehen, waö Livius davon sagt.
Er schreibt im VIB. a. d. 554 G. daß als Lamil-lus zum siebentenmale Kriegötribun geworden, er demVolke vorstellen wollen, wie seine schwächliche Gesundheitihn zu den Mühseligkeiten des Krieges untüchtig machte;man wollte aber seine Entschuldigungen nicht annehmen, under mußte die Befehlshaberstelle über das Kriegsherr antre-ten, welches lange so stark nicht war, als das feindliche.Er hielt es also für rathsam, die Schlacht aufzuschieben undirgend eine vortheilhafte Gelegenheit zu erwarten, da erdurch Geschicklichkeit, der Schwäche seines Heeres abhel-fen