Leben im Plutarch. Z2z
Camills Geschichte insonderheit. Man lernet daraus,z. E. wie alt er gewesen, als er gestorben: denn plutarchsagt a. d. i;o S- daß er fast achtzig Jahre alt gewesen, alser zum fünftenmale Dictator war, und die Gallier beydem Flusse Anis geschlagen; dieß fällt nun nach des Livi-us v B. a. d. 588 G> in das z88 Jahr Roms, und dar-aus folgt, daß er 82 Jahre alt gewesen seyn müsse, als erzwey Jahre darauf, durch die Pest im 590 Jahre Roms,dahin gerissen ward. (Ebenderst ?B- a d. 595 G.) Ca-mills Alter, in welchem er gestorben, ist also bekannt, undfolglich sieht man in welches Jahr seines Lebens man allefeine Thaten sehen soll. Hier lernt man mit Erstaunen,daß er nur 16 Jahre alt gewesen, als er im 924 JahreRoms so viel zu dem Siege beygetragen, welchen der Di-ctator A. posthumius Tuberrus über die Equer undVolskcr erfochten (/).
Nach eben dieser Rechnung, war (tamrllus im 969Jahre Roms erst ein und sechzig Jahre alt. Gleichwohlbeschreibt ihn uns Livius unter diesem Jahre als einenMann, den das hohe Alter träge und schläfrig macht, undder sich fast nicht mehr rühren kann : Lsinilluin ssm aäirmners coryoeis leneäta iuvaliclum. /.rä. zgz.
Dieser Ausdruck scheint nicht richtig genug zu seyn, denn,nach dem gewöhnlichen Lause der Natur, haben die Men-schen im 60jährigen Alter, von Seiten des Verstandes vielgewonnen, von den Kräften des Körpers aber noch fastnichts verloren: und eben diesen Camillus, welchen Li-VMS im ein und sechzigsten Jahre so veralkert abschildert,den stellet er fünf Jahre spater, nämlich im sechs und sech-zigsten , als einen gesunden und starken Greis vor, dessenSinnen noch in voller Lebhaftigkeit waren: ve^etuin iiiAc-nimn in viviclo ^eäkore virebat, viAebakgue inwAri» viri-
bus, Denn so will Tanaquill Laber diese
Stelle gelesen haben.
T 2 H. Kann
(/) Man sehe des Livins 4 B, a. d. 97z und 576 S» imgl.den Plutarch a. b. 129 S,