Leben im Plutarch. 327
wäre, daher gieng er diejenigen Leben, die er noch zu lesenübrig hatte, desto aufmerksamer durch, um eine genaueRechenschaft davon geben zu können. Dieß sind nun dieLeben des Lucullus, Craffus, Pompejuö, Cato, Cäsar,Cicero, Brutus und Antonius. Sie enthalten eben dasmerkwürdigste Stück der ganzen alten Geschichte, indemman darinnen die größten Feldherrn, die besten Redner,die feinsten Staatöleuke, und die größten Geister nach demLeben abgeschildert findet, die jemals in Rom gelebt haben,und weil man in denselben, diejenigen Händel aus einandergesetzt findet, welche den Verfall der Republik, eine ziem-liche Reihe von Jahren, vorbereitet und endlich veran-lasset haben.
Er hatte zu Anfange seiner Anmerkungen über desCaMiüuS Leben gesagt, er würde nur an die historischenUmstände binden ; und begehrte die Materie nicht zu er-schöpfen. Hier fährt er auf eben diese Weise fort, nurmit dem Unterschiede, daß nicht alle seine Anmerkungenkritisch sind, und daß er sich zuweilen bestrebet, diejenigenSachen, welche einem im Plutarch verdächtig scheinen könn-ten , durch Beweise zu bestätigen. Seine erste Anmerkungsieht so aus.
Plutarch erzählet a. d. 498 S. daß, als Lucullus ge-hört, man hätte gegen dem Hafen derAchaer zu, dreyzehnSchiffe des Mithridates gesehen, die den Lauf nach Lemnosnahmen, er sich gleich zu Schiffe gesetzt, diese Flotte über-wältiget und den Jfidor, der sie anführete, ermordet. Dar-auf habe er sich zu andern Schiffen gewandt, die vor An-ker gelegen; daß bey seiner Ankunft die Befehlshaber sie andas Land bringen lassen; und daß, da ihre Soldaten auf demVerdecke fechten müssen, eine große Menge Römer getöd-tet worden. Nach einem langen Widerstände endlich habeLucullus sie nach der Landseite gezogen, und gänzlich geschla-gen. Er setzt noch hinzu, daß Mariuö, ein römischerKriegsmann, bey dieser Gelegenheit gefangen genommen
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