Band 
Dritter Theil.
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Z54 Xllv. Freret, von der

chen des Weltgebaudes, die wir kennen, aufrichtig untersucht,um überzeugt zu seyn: daß, ungeachtet es viele giebt, dienur durch die Mundart von einander abgehen, es doch auchviele gebe, die bis auf die Wurzeln, keine Gleichheit miteinander haben. Man glaubt, man habe schon die Gleich-heit einer Sprache mit dem Hebräischen auögefunden, wennman, durch Beyhülfe aller Freyheiten, so die verwegenenWortableiter eingeführet haben, das Mittel findet, einekleine Anzahl Wörtern von gewissen hebräischen Stammwör-kern abzuleiten. Dieß hat der gelehrte Holländer Herr^Nassem, mit der chinesischen Sprache auch gethan; erwill, sie soll vom Hebräischen abstammen , ja sogar einesehr alte Mundart davon seyn, die zum Verstände der heil.Schrift unendlich viel beytragen könnte. Herr Lremaber, der diesen Anschlag für unmöglich hält, bemerket,daßdieser Gelehrte, nicht einmal Kenntniß genug von der chi-nesischen Sprache besessen, daß er sie mit dem Hebräischenhätte vergleichen können.

Der stärkste Beweis, wenn man von dem Verhält-nisse der Sprachen urtheilen und diejenigen bestimmen will,die einerley Ursprung mit einander haben, besteht nicht al-lein in der Gleichförmigkeit die sich unter der größern Zahlihrer Wurzeln befindet; sondern er beruhet auch noch inihrer Anständigkeit, in der Ausübung der grammatikali-schen Regeln, um die Zahl, die Fälle, die Geschlechter,Personen, Zeiten und Arten u. s- w. anzudeuten. Wennman die Sprachlehren verschiedener Völker mit einandervergleicht, so wird man gar bald überzeugt werden, daßganz allein hierinnen ihr wesentlicher Unterschied und zwarviel mehr bestehe, als in der Ähnlichkeit gewisser Wörter,die aus verschiedenen Ursachen abweichen kann; dahingegender grammatikalische Schwung sich niemals verändert. Daßdiese Ähnlichkeit sich in vielen Wörtern und selbst in denWurzeln findet, daraus kann man nichts anders schließen,als daß sie die Wirkung eines ungefähren Zufalls sind, der