gegen das Frauenzimmer. 409
ihrer Nachttische erschöpften, um auch so schön zu scheinen,als die gefangenen deutschen Weiber.
Die deutschen Frauen verbunden mit einer großen An-nehmlichkeit auch eine große Bescheidenheit. Ihre Klei-dung war sehr ungekünstelt; ihr Haar zuweilen aufgeschla-gen/ und auf dem Kopfe gebunden, fiel auf die Achselnwieder herunter. Zuweilen flatterte es auch nachläßig her-um : ein leinenes Hemde ohne Aermel, und welches bis aufdie Waden gieng, ein Rock von den Fellen verschiedenerThiere, nach Art eines Kriegskleides; das war ihr gan-zer Putz.
Die (Beflissenheit des deutschen Frauenzimmers fürdas Hauswesen, war der dritte Bewegungsgrund zu derHochachtung, die ihre Männer gegen sie hatten. DiesePflichten bestanden in der Treue, die sie ihren Männern hiel-ten, in der Sorgfalt für ihre Kinder, und in der Aufsichtüber ihr Hauswesen. Von den zärtesten Jahren an, hat-ten sie bey ihren Aeltern schon diejenige Bescheidenheit undLiebe zur Arbeit erlernet, die sie nachmals in das HauS ih-rer Männer brachten. Tacit. n. iy. Sie waren von ver-ständigen und klugen Müttern erzogen, durch gute Beyspielegestärket; sie sahen nichts als tugendhafte Leute: Die Keusch-heit war ihnen eine kostbare Tugend. Welche dieselbe verletzthatte, die erhielt weder Vergebung, noch dorfte sie sich je-mals auf einen Mann Rechnung machen; so schön, so reichund jung sie auch immer seyn mochte: kubÜLatae enim^nclicitiso nulla venia - - - non korma, non gerate, nonoplbne, maritnm invenerit. Eine Frau, die man des Ehe-bruchs hakte überzeugen können, eine ungeheure und bey die-sem Volke fast unerhörte Sache! die wäre durch die Schand-flecke, so darauf gesetzt waren, gewissermaßen darüber hartergegrast worden, als durch den Tod selbst. Allein wie konnteman diejenigen Weiber auch nur im Verdachte der Untreuehaben, die ihren Männern so ergeben waren; daß sie ih-res Nutzens wegen, sich auch oftmals mit ihren eigenen Ael-tern veruneinigten; Weiber, die in gewissen Landschaften,
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