4lO n Chatttborts, Hochachtung der re.
sich ein unverbrüchliches Gesetz machten, sich nach dem To-de ihrer Männer, nicht wieder zu verheirathen , und ineinigen, gar nicht länger leben mochten, als dieselben?
Die außerordentliche Fruchtbarkeit der deutschen Wei-ber , hinderte sie nicht, die einzigen Ammen ihrer Kinderzu seyn. Eine strenge Erziehung , und eine grobe Kost,folgten auf diese erste Fürsorge. Wenn man dem Tacirusglaubt, so ließen sie ihre Kinder fast allezeit nackend, umsie dauerhaft zu machen: und in diesen ersten Jahren, wares schwer den Sohn der Frauen, von dem Sohne der Skla-vinn, zu unterscheiden. Beyde lagen an der Erde, mittenunter den Heerden, und unterschieden sich nur mit der Zeitdurch die Tugend von einander. Die Mütter ließen sie sehroft baden, sowohl aus Liebe zur Reinlichkeit, als auch, da-mit sie lernen möchten, in den tiefsten und schnellesten Strö-men schwimmen. Mit der Zeit übten sie dieselben in denFeldarbeiten, im Ringen miteinander, im Lastwagen, Laufen,Pfeilwerfen, Reiten und Gebrauche aller Arten von Waf-fen. Doch brachte die Sorgfalt für den Leib, nichts insVergessen, was ihren Verstand bessern konnte. Manprägte ihnen die Furcht vor den Göttern ein ; man lehrtesie, daß unsere Seelen unsterblich sind; daß die Haltung derGesetze, die Zärtlichkeit und Ehrerbiethung gegen die Ael-tern, die Liebe zum Vaterlande und zur Freyheit, die we-sentlichsten und theuresten Lebenspflichten wären. Solchewohlerzogene und arbeitsame Kinder nun, waren die Ehreund Lust derer, die ihnen das Leben gegeben , und wurdenauch ihrer Seits lauter große Männer.
Herr vonChambort hat dasjenige in eine dritte Ab-handlung verspanet, was die Theilnehmnng des deutschenFrauenzimmers an den öffentlichen Geschäfften betrifft; undauch davon werden wir künftig eine eben sogenaue Rechenschaft geben.
r.ill.