des Herrn Simons. 49*
keiten zu wählen, die oftmals nichts sonderbares an sich ha-ben , als die Seltsamkeit der Wahl und des Titels. Erhielt sich viel lieber an wichtige Materien, wenn sie gleichschon sonst abgehandelt waren; die aber nothwendig mitOrdnung, Deutlichkeit, und gewissermaßen mit einer neu-en Sprache mußten versehen werden, wenn man sie verste-hen sollte. Dadurch sind seine Werke gleichsam die zwey-ten Originale geworden: die nicht nur denen dienlich sind,welche nicht zu den griechischen und lateinischen Quellen selbstgehen können; sondern auch sogar den Gelehrten, die nichtallerseits die Kunst besitzen und Geduld genug haben, der-gleichen gelehrte Sätze aus dem verwirrten Haufen dunklerAnführungen heraus zu klauben, unter welchem die meistenKunstrichker der zwey letzten Jahrhunderte sie gleichsam be-graben haben.
Auch damit war er nicht zufrieden, daß er das Fran-zösische mit denen vortrefflichen Kenntnissen bereicherte, da-von bisher nur die lateinische Sprache die einzige Schatz-kammer gewesen war; er übersetzte auch mit eben der Fer-tigkeit dasjenige, aus dem Französischen inS Lateinische, wasihm der Majestät, der Beschaffenheit und Dauer dieser Spra-che würdig zu seyn schien. Dergleichen ist z. E. des vori-gen Aöniges Geschichte in Münzen, davon er uns ver-schiedene Stücke in einer sehr schönen Uebersetzung vorgelesenhat. Es zeigte sich auch sein Geschmack zum schönen La-teins nicht minder in denen Aufschriften, die er der Akade-mie brachte; und man kann versichern, daß er es in derDichtkunst beyder Sprachen gleich weit gebracht hatte: ge-setzt daß man auch keine andere Probe davon hätte, als denberühmten Gesang der Debora, den er in lateinische undfranzösische Verse übersetzt hat, und dessen unsere Nachrich-ten mit Lobe erwähnen. Insonderheit aber war er in Sinn-bildern vortrefflich , ein dem Ansehen nach, leichtes Werk,welches aber, wegen der Richtigkeit und Lebhaftigkeit, vie-leicht keinem andern Werke des Witzes etwas nachgiebt.
Die