Band 
Dritter Theil.
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Renaudot Leben. zoz

cole,-die bereits einen großen Namen erworben hatten,ungemein. Sie legten miteinander die Urschriften und Ue-bersetzungen dieser aus dem Morgenlande gekommenen Ur-kunden, in der Abtey Gt. Germain des prez bey, undman bewahret sie daselbst sorgfältig.

Herrn Arnauds Buch indessen blieb nicht unbeant-wortet. Der Prediger Claude setzte ihm widrige Zeugnis-se entgegen, die aber mehrentheils aus den Nachrichten ver-schiedener Reisenden genommen waren, deren Recht überdie Wahrheit man zur Gnüge kennet. Einige gicngen garso weit, und behaupteten, die Priester dieser orientalischenKirchen, von denen man in Frankreich glaubte, sie hattenmit den Römischkatholischen einerley Meynung, verehrtendie Hostie äußerlich gar nicht; und da sie selbige für eingemeines Brod anjahen, so höben sie solche sehr unanstän-dig in einem Sacke auf, der hinter ihren Stubenthürenangebunden wäre. Aus diesem zögen sie nachmals die Stü-cke hervor und theilten sie durch einander, asten denen aus,die dergleichen für die Kranken fordern kamen.

Die Unglücksfälle und der Tod des Herrn Arnaudunterbrachen diesen theologischen Streit, und das Still-schweigen der Katholischen, gab eine Zeitlang den eitel»Schlüssen der Reformirten ein scheinbares Ansehen. DerHerr Abt Renaudoc aber setzte sich vor, sie in keinem ru-higen Besitze davon zu lassen, sondern zu beweisen: daß so.wohl was den Grund der Lehre betrifft, als auch den äu-ßerlichen Dienst, die Meynung der morgenlandischen Kir-chen vorn Abendmahlc, von der Meynung der lateinischenKirche nicht abgienge; und dergleichen Untersuchungen nach-mals über alle Sakramente auszubreiten. Allein sein na-türlicher Abscheu vor allem Gezänke, würden diese Arbeitvicleicht bis an seinen Tod, in seinem Cabinekte verschlossengehalten haben, wenn nicht die Vorsehung gewissermaßeneine Begebenheit veranlasset hätte, deren Druck zu be-schleunigen.

Ein