zo4 xxvm. Des Herrn Abts
Ein abgefallener Priester, welcher vor vielen Jahrennach Holland geflüchtet war, kam 1726. nach Paris; undjndem er vorgab, er wolle wieder in den Schooß der Kir-che zurück kehren , so erhielt er die kräftigsten Beschirmun-gen, und einen freyen Zutritt, auf der königlichen Bibliothek.Alhier durchforschte er, unter dem Verwände sich immerbesser zu unterrichten , alle Tage ungestört eben die kostba-ren Handschriften, welche die Keßer selbst in die Zahl derNeligionsbeweise setzen. Verschiedene derselben verstüm-melte er, und stahl unter andern die Urschrift eines Syn-odus zu Jerusalem, welcher 1672. unter dem Patriar-chen Dosttheus, wider die Irrthümer der Protestantengehalten worden. Als er nun glaubte, er hätte das Pal-ladium der päbstkichen Kirche in Handen, gieng er eiligstwieder nach Holland, und meldete seine Wiederkunft durchein Buch an, welches folgenden Titel führete: Zuverlk-ßige Denkmäler der griechischen Religion, und derFalschheit des Glaubensbekenntnisses der orientali-schen Christen, durch die Docroren und Prälaten inFrankreich,
Dieses Buch nun, ein wahres Gewebe von unge-reimten Schlüssen und groben Irrthümern, erschien zuEnde des Jahres: und ungeachtet es sich bey Ver-nünftigen von selbst hätte widerlegen können, so ward dochder Herr Abt Renaudok dermaßen böse darauf; daß ergleich im Anfange des folgenden Jahres, diese sogenann-ten zuverläßigen Denkmäler, durch einevelcnso äe Isker-xeruitö cle I-, koi, Vertheidigung derUnveränderlich-keit des Glaubens, widerlegte: darinnen er, nebst derGründlichkeit der Lehren und Beweise eine erstaunlich um-ständliche Nachricht von allem gab, was sich unter demCyrillus Lucar, alexandrinischen und nachmaligen con-irantinopolitanischen Patriarchen zugetragen; als er inder griechischen Kirche eine Art jvon Calvinismus einzu-führen gefuchek.
Der