Renaudot Leben. 505
Der falsche Proselyt verstümmele, als er eine Ant-wort sah, die sowohl seine Unwissenheit, als Unredlich-keit an den Tag legte. Die Generalstaaten erlaubten, aufAnsuchen des Königes in Frankreich, die Wiedererstattungdes Diebstahls, den er gleichsam dadurch heiligen wollen,daß er ihn der Leidenschen Bibliothek gegeben hatte: unddie Welt wird es nicht ungern erfahren, daß wir selbst dasGlück gehabt haben, seit kurzem aus seinen Händen fastalles zu ziehen, was ihm noch von diesem Kirchenraube übriggeblieben war.
In eben diesem 1709. Jahre, gab der Herr Abt Re-naudoc über eben diese Materie, eine Sammlung wichti-ger Stücke heraus, davon man bis dahin nur Ueberbleibselgesehen, und die er ehedem dem Herrn Simon mitgetheilethatte, um einem Doctor Smith zu antworten: welcher sichbereits bemühet zu erweisen, daß des Cyrillus Lucar ei-gene Meynungen von der Hostie, allen Griechen gemeinwaren.
Die vornehmsten Stücke dieser Sammlung sind desGeorge Gcholarius Homilien , welcher seitdem unterdem Namen Gennadius bekannter geworden, und in wel-chen dieser constanrinopolikanische Patriarch, von derTranstrdstankiation, in den erhabensten und zugleich recht-gläubigsten Ausdrücken redet.
Ferner zween Briefe vom Melecius piga, Patriar-chen zuAlexandrien. Diese bestätigen durch ihre Ausdrü-cke des Gennadius seine, die auch noch durch zwo berühm-te Schriften, die eine vom Melecius Gyrigus, und dieandere, vorn Nectarius dem Patriarchen zu Jerusalem,bekräftiget werden.
Zu der Ueberseßung dieser ursprünglichen Stücke füg-te der Herr Abt Renaudor noch Noten und gelehrte Ab-handlungen hinzu,- um die Person, Verdienste und Cha-ractere eines jeden Schriftstellers, desto kenntlicher zu ma-
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