zi2 xxviu. Des Herrn Abts
die nur mit chinesischen Zügen geschrieben worden: denndie chinesische Sprache hatte gar keinen Ausdruck dazu.
Die Welt hätte einiges Recht, sich zu verwundern,wenn in dieser langen Erzählung von des Herrn Abts Re-naudot Werken, wir dasjenige vergessen könnten, welchesrhn unfehlbar dem großen Haufen am bekanntesten gemachthat. Ich meyne die Zeitungen, diese Art von Wiege derWahrheit, in welcher sie in dem Augenblicke ihrer Geburtaufgenommen, und in kurzein stark genug wird, die ganzeWelt zu durchlaufen; in welcher eine einfältige und getreueErzählung der Begebenheiten, diese Wahrheit den Men-schen nicht raubet, sondern sie den Weisen und Geschicktennur schätzbarer macht, und sie allezeit gegen diejenigen Zier-rathe vertheidiget, die sie nur verstellen, oder in den meh-resten andern Büchern in Verachtung bringen. Diese Zei-tungen haben ihren Ursprung dem Theophrasi Rena»-dc>t, seinem Aeltervater zu danken, welcher i6zr. den An-schlag dazu von dem Cardinale Richelieu genehm haltenließ. Der verstorbene König ertheilte nach und nach dieBefreyung auf dieselben, dem Sohne und Enkel diesesTheophrasts, und der Herzog von Grleans, ertheilt«dieselbe, als eine Anwartschaft im 1716. Jahre, dem HerrnVerneml, Cabinekssecretär, einem Neffen und würdigenErben des! Herrn Abts Renaudor: welcher den erstenSeptember 1720. starb, nachdem er von einem heftigenAnfalle der Kolik und des Fiebers, die er anfänglich vek»achtet und gar verschwiegen hatte, hingerissen ward.
Er besaß eine richtige und gründliche Urtheilskraft.Seine Kritik war gegründet, richtig, und so ungekünsteltund natürlich, als ordentlich eingerichtet und dringend.
Die Strengigkeit seiner Sitten versperrete ihn nichtvor der menschlichen Gesellschaft, sondern machte ihn nurnoch bey fähigen und tugendhaften seuten, desto beliebterund erwünschter. Er leugnete gar nicht, daß er in solchenGesellschaften die Zuchtruthe der ungläubigen eiteln Geisterund Häuchler wäre; indem er glaubte, es läge dem gemeinen
Wesen