Renaudot Leben. z-z
Wesen viel daran, daß man ihnen die Larve abzöge, undniemand war glücklicher als er, auf einen jeden unter ihnennach seiner Art, diejenigen Eigenschaften, und die einzigenBeywörter zu deuten, welche die Gemüthsarten recht nachder Natur schildern und allezeit das Lächerliche mit einemfürchterlichen Beynamen belegen.
Im freundschaftlichen Umgänge, besaß er eine so un-gewöhnliche Zärtlichkeit und Treue, daß das Glück undUnglück seiner Freunde, das wahre Maaß seiner Ruhe undGesundheit geworden war.
Seine Gottesfurcht, die aus seinen Werken so sehr er-hellet, erhellete noch weit mehr aus seiner Aufführung. Erhatte anfänglich zu Gr. Denys und nachmals zu Sc. Ger-main des pre;,cin Gemach, allwo er sich, nachdem dieJahrszeit war, des Sonnabends, und den Abend vor al-len bohen Festtagen aufhielt, um mit den Ordenöleuten, demGoüesdienste bey Tage und Nachte beyzuwohnen. AlleMonate ward bey ihm ein ansehnliches Almosen ausge-theilet; und er selbst versagte nie einem Armen was, undließ ihn ohne Unterricht und Ermahnungen nicht von sich, diedie Unglückseligen selten von jemanden andern gelassen an-nehmen, als der ihnen auch ihr Elend erleichtert.
Den Benedictinern der Abtey zu St. Germamdes prez hat er seine Bibliothek, die sich fast auf neuntausend Bände belauft, nebst seinen eigenen Werken imb/ 181 . die die Zahl der gedruckten weit übertreffen, hinter-lassen. Sie enthalten fast alle eine gleiche morgenlandischeund apostolische Gelehrsamkeit; und die meisten sind so sau-ber , daß auch nicht ein Wort ausgekratzet worden. Es istzu wünschen, daß diese Erbnehmer sich der Erlaubniß be-dienen, die er ihnen ertheilet Hat, dieselben druckenzu lassen.
AH <X> AH
MTH.derGcsch.
Kk
XXIX.