Herrn Baudelots. 5Z5
Hof stellen lassen. Diese» Aufputz aber misste! einem jun-gen Frauenzimmer, welche das erste Stockwerk bewohnte.Damit ihr nun Herr Bsudeloc dieselben aus den Augenschassen möchte, ließ sie mit Fleiß einmal alle vorüberfah-renden Gassenkarren anhalten, und fragte sie, was sie habenwollten, diesen Unrath wegzuführen? Noch denselben Abendmeldete man dieses dem Herrn Baudelot, als er nach Hausekam. Er erzitterte bey Anhörung eines so wüthenden Anschla-ges, und so spat es auch war, ruhete er nicht eher, als bisdiese unglücklichen Ueberbleibsel von Griechenland, in seineneigenen vier Wänden sicher waren. Nachmals mochte manihn versichern so viel man wollte, daß diese Marmor in kei-ner Gefahr, und die ganze Entführung ein bloßer Spaßgewesen: das bloße Andenken davon erregte schon seine zärt-liche Liebe, und er gestund seinen Freunden gerade heraus,daß er in diesem Stücke keinen Scherz verstünde. Er, alsein Feind der mindesten Verstellung, konnte sich nicht gnugüber das Lächerliche verwundern, welches die menschlicheUnbilligkeit mit der alten Einfalt, dem freymüthigen Ver-fahren und den ungekünstelten Ausdrücken, verbunden hat.
Ungefähr drey Wochen vor seinem Tode, befand ersich sehr übel, und da er sein Ende vermuthete, so bath erseinen Beichtvater, seinen Arzt und zween seiner Freunde;sie möchten doch die Nacht bey ihm bleiben, um ihm seineAugen zuzudrücken. Da er nun wider Vermuthen denMorgen erlebte, und sich etwas besser befand, so schämteer sich dessen, und entschuldigte sich aufs beste, daß er nichtgestorben wäre. Seine Krankheit war eine Wassersucht inder Brust, die ihn den 27. des letzten Junius, im 74Jahre seines Alters erstickte.
XXXI.