Herrn Daciers. ZZ7
Herr Fader flößte durch eine Sanftmuth undGelin-digkeit der Sitten, die man fast eine gelehrte Bezauberungnennen könnte, eine Liebe zu den Wissenschaften ein, diealle deren Schwierigkeiten aus dem Wege räumte. Erbe-saß die gelehrten Sprachen aus dem Grunde, und allen ihrenSchönheiten nach; er entdeckte ihre Reizungen, und führ-te durch angenehme Wege zu deren Quellen, die dem gro-ßen Haufen allezeit unbekannt bleiben, welcher den vernich-ten Fußsteig des harten und sklavischen Buchstabens geht.
Ein noch besonderer Umstand, und der eben so glück-lich war, beschleunigte Herrn Daciers Wachsthum unterdiesem neuen Lehrer. Die Jungfer Faberinn, seine Toch.tcr, war selbst ein Wunder in den Wissenschaften; ihrVater hatte in allen Theilen der Litteratur keinen Schüler,der es weiter gebracht hätte, als sie. Sie war mit demHerrn Dacier eben in einem Alter, und diese erste Gleichheit,die auch durch die Gleichheit der Religion und Geistesgabenunterstützet ward, feuerte ihn mit allem zum guten Erfolgenöthigem Nacheiser an.
Die zu seinen schönen Wissenschaften bestimmten dreyJahre, verflossen also nach seinem Wunsche viel zu schnell,und so angenehm der Begriff auch gemeiniglich ist, den sichjunge Leute in der Provinz, von der Hauptstadt machen, soverließ er doch Saumür sehr ungern, um in Paris dasRecht zu erlernen, wie ihm befohlen ward. Dieser Be-seht selbst ward nicht anders, als zum Scheine erfüllt: ergieng weniger in die Gerichtsstube und in die Schulen derRechte, als zu den Gelehrten und in ihre Büchersale; kurzer lernte von den Rechten nur so viel, als er brauchte, sei-nen Vater zu beruhigen, und ihn insonderheit zu bewegen,daß er ihn nicht sobald nach Castros ruffcn möchte, allwoer wenig Hülfe wider das auf ihn wartende Sachwalter-handwerk vor sich sah.
In dieser Zwischenzeit starb Herr Tanaqust Fader;und seine Tochter kam, nachdem sie von einem Ehebande
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