Band 
Dritter Theil.
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Herrn Daciers. 589

einer so trockenen Arbeit nicht zu erliegen, untermischte siedieselbe mit der Uebersetzung Anakreons und der Sap-pho, dreyer Lustspiele des plaurus, und zweyer vom Ari-stop Haues; und nach ihrem Beyspiele gab auch Herr Da-tier einige Bände vom «^oraz heraus.

Der öffentliche Beyfall und die Belohnungen des Ho-fes , waren indessen für sie nicht der kostbarste Lohn dies«Werke. Zu der gegründeten Hochachtung unter ihnen,kam noch eine zärtliche Freundschaft, und die Musen, selbstsolche unbefleckte Schönen sie auch sind, beschlossen die Eheunter diesen zweyen.

Herr Dacier, der vor Begierde brannte, den Sei-nigen einen so ehrenvollen Gewinn zu zeigen, schlug eineReise nach Languedoc vor, und dieß neue Ehpaar kamzu Ende des 1684. Jahres dahin. Im Monate Juniusdes folgenden Jahres , traten sie daselbst zur katholischenKirche über, welche ihre Vater verlassen hatten.

Es war sckon lange Zeit, daß sie, ohne einander vonden besondern Zweifeln Nachricht zu geben die sie über ihrenZustand hatten, ein jeder für sich deren Auflösung suchten.Zu allem Glücke waren sie auch hierinnen, wie in andernTheilen ihres Nachforschens, eines Sinnes. Ihre Ueber-zeugung war bey beyde» gemein, und ungeachtet man nochnicht von der Wideryuffung des Edicrs von Dantes re-dete, so furchten sie doch den Nutzen desjenigen Lichtes zuverlieren, welches sich ihren Augen zeigte, wenn sie einenAugenblick Anstand nähmen. Sie hielten es auch für rath-samer ihren Uebertritt in Castros, als in Paris zu thun,um ihrer Veränderung nicht das Ansehen der Eitelkeit zugeben, und durch dieß häusliche Beyspiel so vielmehr dieje-nigen von ihren Verwandten zu bewegen, welche in derFerne gemuthmaßt haben möchten, daß sie nur ihres Glückswegen ihre Meynungen geändert hätten.

Zu