286 XVII. Von der Lage des Landes rc.
sehen der Unwissenheit zu danken haben. Das Wunder-bare ist der Geschichte entfernter Zeiten eben nicht eigen,wie man fast muthmaßen sollte, daß die mehrestsn neuernSchriftsteller, die davon reden, glauben, wenn man aus derArt davon schließen sollte, wie sie die Mythologie abhandeln.Die Kritik ersehet diesen mit falchrn Wunderwerken ver-brämten Begebenheiten diejenige Einfalt wieder, die sie an-fänglich hatten: und sobald sie einmal soweit gelangst ist, ei-ne einzige Begebenheit zu entwickeln; so sieht man mit Ver-gnügen, wie die fabelhaften Umstände, wodurch sie verdun-kelt ward, sich gleichsam von selbst von ihr trennen, und sozu reden, von allen Seiten zu Boden fallen. Alsdann,wann sie keine Hülfe mehr hat, noch mit den andern mehrzusammen hangt: so verrathen sie ihren Ursprung, und zei-gen sich offenbar, daß sie ein Werk der Zweydeutigkeit, derLügen, oder deö Aberglaubens sind.
Dieß ist oftmals eben die rechte Art, Fabeln zu erklä-ren, wenn man sie solchergestalt zernichtet: und eine jedeMeynung die den Vortheil hat, sie solchergestalt zu erklä-ren, muß sich von selbst ein günstiges Vorurkhcit erwerben.Ein seltsames Lehrgebäu verführet wohl, aber es rühret unsnicht: und diese Verführung ist eine Wirkung der Kunstund zuweilen der Arglist. Ein einfältiger Gedanken hinge-gen rühret uns und verführet nicht. Der Verstand kannsich sicher auf den Eindruck verlassen, den er in ihm machet;und dieß ist einer von den Eharacteren der Wahrheit.
xvm.