Band 
Neunter Theil.
JPEG-Download
 

von der PeutingerLschen Charte. Z6i

daß peuringere Cbarte ein Zusammenhang verschiedenerPergamemhautc sey, die sehr jorgjalcig eine an die anderegeklcbet wären. Er will, daß der Kupferstecher, indem erderen Große vermindert, dieselbe verunstaltet habe; und be-schweret sich heftig über die Unordnung, die diese Verjün-gung darüber ausbreitet; welche, wie er meynet, mehr denGeiz und die Nachläßigkeit, als die Absicht zum Grunde ge-habt, die Charte tragbar zu machen.

Hierauf entwickelt der englandische Schriftsteller dieäußere Gestalt dieser Charte so, wie er sie sich vorstellet.Alle die noch zur Zeit von ihrer Einrichtung geredet haben,sehen sie als ein unförmliches plumpes Werk eines Men-schen an, der in der Erdbeschreibung nicht sonderlich bewan-dert. und noch unwissender in der Meßkunst gewesen. Dießist welsers Meynung; welche auch D. Bouquer annimmt,der in dem ersten Bande seiner Sammlung französt-stker Geschichtschreiber, die zween Abschnitte dieser Char-te hat stechen lassen, auf welchen Gallien vorgestellet ist.

Edmund Brutz bemühet sich, das Gegentheil zubeweisen; und machet nicht nur eine Vertheidigung, son-dern auch ein Lob des alten Urhebers. Wenn wir ihmglauben wollen, so hat er Kunst genug besessen, die Gestalt,welche seine Charte brauchbarer machen konnte, mit denGrundsätzen der Erdbeschreibung, und den Gesetzen derMathematik zu vereinbaren; noch mehr, wenn wir ihm Ge-hör geben, so ist es ein Meisterstück der Perjpectiv.

Beym ersten Anblicke zeiget sie nichts als Gegenstän-de, die übel gezeichnet sind; betrachtet man aber stückweiseeinen jeden Theil dieser Charte durch ein Papier mit einerStecknadel durchstochen, und halt dieß Papier nahe an dieOberfläche desjenigen Fleckes, den man betrachten will, sowird man erstaunen, wie alle Figuren ihre wahre Gestaltwieder annehmen, und ein Ganzes ausmachen, welches dem

Z 5 Verhält-