Band 
Neunter Theil.
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des Herrn Abtes von Rothelin. 45z

als geringere Schönheiten anzeiget. Der Abc Aschelmhörete, und nahm alle Meynungen an; allein er untersuch e-re sie für sich, mit Zurathziehung einiger wenigen Personen,die im Stande waren, ein Urtheil zu fällen.

Er las das erste Buch dieses Gedichtes in unsern Pr8>vatversammlungen vor. Der Grund dieses Buches ist ganzvoller metaphysischen Gedanken. Der Herr Cardinal vonpolignac untersuchet darinnen die Grundsätze der epiku-rischen Morale; wenn man den Namen Morale einemLchrgebäu geben kann, welches die Tugend durchaus zu ei,nem Hirngespinste machet, da es ihr alle gottseligen Bewe-gungSgründe benimmt. Er zeiget, daß nach diesem iehrge.bäu, die Menschen, welche lediglich der Herrschaft der Lei-denschaften überlassen werden, keine andern Regeln ihrerHandlungen kennen können, als die ihnen ihre eigenen Be,gierden einflößen. Wir alle verwunderten uns, wie ge«schickt der Urheber des Gedichtes die richtigste und bündig,sie Art zu urtheilen, mit den Zl'errakhen einer überaus rei»zenden Poesie hätte verbinden können.

Da nun einige bey dieser Gelegenheit sageten, diesesBuch würde auch noch ein vortreffliches Werk der Sitten,lehre abgeben, wenn es gleich aller Schönheiten der Vers-kunst entbehrete: so wünschete der Herr Abc von Aorhe-lin sehnlich, daß dieses Gedicht übersetzet werden möchte.Er selbst möchte sich gern dieser Übersetzung unterzogenhaben: allein seine Gesundheit fleng schon an, wankend zuwerden; und er wollte sich von derjenigen Arbeit nicht ab-halten lassen, die er für nöthig hielt, um völlig überzeugetzu werden, daß das Werk verdiencke, der Welt bekannt ge-wachst zu werden. Er nahm also das Anerbiethen an,welches ein junger Mensch ihm that, diese Uebersetzung zuunternehmen; ein Mensch der durch seine Geschicklichkeitund Gemüthsart dieser Probe seines Zutrauens und seiner

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