Band 
Neunter Theil.
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des Herrn Abtes von Rothelm. 455

er war aber auch allerdings durch einen viel edlcrn und mäch-tigern BewegungSgrund dazu angetrieben worden.

„Die ersten Augenblicke, da wir einen Freund verlie-fen, sagete er, sind nicht diejenigen, da der Verlust am„schmerzhaftesten ist. Alsdann bemühet sich ein jeder, den-selben mit uns zu theilen. Andere mengen ihre Klagen in„die unsrigen; unser Freund lebet noch in den; Angedenken„derer, die von ihm reden. Allein, wenn die Zeit sein An,„denken aus dem Gedächtnisse anderer reute ausgelöschet„hat, wenn man uns kein Wort mehr von ihn; saget, wann„er nirgend mehr, als nur noch in unserm Herzen lebet: als-„dann sehen wir den ganzen Umfang unsers Verlustes ein.„Das einzige Mittel, dessen Bitterkeit zu mindern, ist die-„ses, daß wir unsern Freund in dem Andenken der Men-schen wieder beleben, und sie gewissermaßen zwingen, sich„mit ihm zu beschafftt'gen. „ Die einzige Hoffnung, demHerrn kardinale von polignac diesen Dienst zu thun,hatte den Herrn Abt von Aorhelin noch erhalten.

Er war mit ungemcinen Empfindungen zur Freund,schaft gebohren, und erfüllcte die geringsten Pflichten dersel-ben mit Freuden. Gleichwohl heischete er nichts von seinenFreunden, und nahm die Merkmaale ihrer Freundschaft alsein Geschenk, und nicht als die Bezahlung einer Schuld an.Ich habe in meinem ganzen Leben, sagere er einmal,nur dreyen Personen dienen können: und diese be-weisen mir so viele Erkenntlichkeit dafür, daß ichansetzt ihr Schuldner bin.

In seiner ganzen Person herrschete etwas vornehmes,welches bald verrieth, wer er wäre, und mit wem er umgc-

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der Herr Pros Gottsched be- erwartet man roch zwo deut-sorgn, und Ihrer Tdomgl. Ho- sehe llebcrfttzungcn aus Gchle-beit der Dvrcbl. Lynrprinref- ficnr die einest» Bergen, diesinn zugeeignet hat. Nächstens andere in Pros;.