-es altern Herrn Fourmonts. zn
diget, haben sich unter seinen Schriften mehr gefunden; ei-nige waren nur angefangen, andere bloß nur entworfen.Da ihm das Arbeiten ungemein leicht ward: so sah er einWerk gleichsam schon für fertig an, sobald er nur den Plandavon gemachet hatte; und rechnete das Ausarbeiten fürnichts, welches ihm nur die Mühe des schreibenö machete.
Seine erstaunliche Aemsigkeit im Studieren und be-ständigen Lesen solcher Bücher, die in allerley Charakterengeschrieben waren, schwächeren ihm frühzeitig die Augen, idiebey ihm ohnedem schwach waren, und zogen ihm verschiedeneFlüsse zu, an deren einem er acht Tage lang stock blind war.Diesen Fluß hatte er sich durch das Lesen des TKalmudszugezogen. Der Schmerz, den er über diesen seinen Zu-stand empfand, nahm ihn dermaßen ein, daß er diese ganzeZeit über Thränenströme vergoß: und dieß beförderte vie-leicht seine Genesung.
Im Umgänge war er von sanfter Gemüthsart, undso gar ziemlich aufgewecktem Geiste. In den Sprachenbesaß er eine ungemeine Fertigkeit, welches ein vortreffli-ches Gedächtniß anzeiget. Er hatte nicht nur alle altenSchriftsteller von allen Gattungen und alle Bücherder orien-talischen, griechischen und lateinischen Litteratur gelesen,sondern auch noch fast alle neuern Dichter aller Nationen,ja sogar verschiedene unserer alten geschriebenen Poeten.Der weite Umfang und die Mannigfaltigkeit seines Wis-sens , ließ sich nur mit eines Scaligers und SalmastusGelehrsamkeit vergleichen.
Vieleicht fehlste ihm ein gewisser Umgang mit Men-schen ; oder wenigstens derjenige Umgang mit ihnen, der unslehret, daß sie unsere Richter sind, und solche Richter, diegeschonet seyn wollen. Da er fast von Jugend auf ge-wöhnet war, ein Lehrer und Meister viel älterer Leute zuseyn, als er selbst war, und deren Verstand schon reif war:
Jiz. so