Band 
Neunter Theil.
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zv6 I-XX. Leben

so trug sie ihm auf, nach Paris zu reisen, und darum an.zuhalten. Diesen Auftrag nahm er willigst an, in der Hoff-nung , einen neuen 'Versuch bey seinem Bruder zu thun.Allein, beyde Ausrichtungen waren vergebens: gleichwohlließ er sich nicht abschrecken; und ungeachtet einer Krank-heit von vielen Monathen, beharrete er auf dem Entschlüsse,seinen vorigen Stand zu ändern, und sich gänzlich den Wis-senschaften zu ergeben: ungeachtet er fast ganz hülflos war,und in einem fünf und zwanzigjährigen Alter, noch die er»sten Anfangsgründe der lateinischen Sprache nicht wußte.

In wahrender seiner Abwesenheit, hatten sein Bruderund seine Schwestern die Theilung des wenigen Vermö-gens unternommen, so die Vormünder ihnen gelassen hat-ten : und da man diesen für todt hielt, hatte man wenigAcht auf seine Ansprüche gehabt. Er vertrug sich also mitihnen, wie sie es haben wollten. Seine Schwestern be-zahleten ihn in Gelde; und Herr Lourinonr, sein Bru-der, macheke sich anheischig, ihm Unterricht zu ertheilen; ei-ne Art von Bezahlung, die der neue Schüler als einen seh«Vortheilhaften Handel ansah.

Die Summe, die er empfangen hatte, war sehr mit-telmäßig, und konnte natürlicher Weise nicht weit reichen:allein, da er sie durch die Mäßigkeit derjenigen strengenLebensart, an die er gewöhnet war, nochvermehrcte; so fander durch seine gute Wirthschaft ein Mittel, daß diese Sum-me zureichen mußte. Er gieng aus einer Wohnung, die eram äußersten Ende von Paris gemiethet hatte, nicht an-ders aus, als um bey seinem Bruder die Lehrstunden abzu-warten. Den Unterschied zwischen Tag und Nacht, kannteer gar nicht mehr, und schlief nur dann, wann die erschöpf-ten Kräfte des Körpers erfoderten, ihn ruhen zu lassen: «6geschah auch auf eine solche Art, daß der Schlaf nicht langewähren konnte.

Durch