Band 
Neunter Theil.
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§c>8 i-xx. Leben

seiner Unwissenheit zu zwingen: hierauf fieng der neue He«bräer an, nicht nur die Stelle auswendig herzusagen, undnicht nur dieselbe, sondern auch das vorhergehende und nach.folgende zu erklären. In der ersten Bewegung, konnteHerr Lourmonr der Freude nicht widerstehen, da er solchenFortgang an seinem Bruder erblickete. Er versprach ihm,mit ihm zu arbeiten: allein, es sey nun', daß er seinen Un-gehorsam strafen, oder ihm die Zeit lassen wollen, seine Ge-sundheit zu erholen, die er durch ein so unmäßiges Studie,reu für geschwächet hielt; so bewog er ihn, seine Nachtwa-chen, und so gar alles Studieren eine Zeitlang auszusetzen.

Endlich befand sich der Herr Abc Lourmonr, wel.cher gleich anfangs den geistlichen Stand angenommen, undsich hernach die Tonsur hatte geben lassen, gar bald imStande, auch seinerseits Schüler zu haben; und zog in dasCollegium von Harcourk, damit er ihnen näher seyn mäch-te. Gleich Anfangs bekam er deren eine große Menge:denn der ältere Herr Lourmonr, welcher sich ganz auf dasChinesische legen mußte, so ihm alle seine Zeit raubete,überlieferte, ihm diejenigen Zuhörer, die er fortschickete.Da sie nun bey ihm eben dieselben Grundsätze, und ebendie Lehrart fanden, so schien es ihnen fast nicht, daß sie denLehrer verändert härten.

Wegen des Ruhms, welchen er sich erworben, ließ derKönig von Sardinien ihm die Profession der hebräischenSprache in dem Collegio zu Turin mit ziemlich starkemGehalte antragen. Allein, ungeachtet der Abr Lourmonrkeine andere Einnahme Hatte, als was seine Vorlesungenihm eintrugen, und höchstens noch sehr entfernet«, und sehrungewisse Hoffnungen: so konnte er sich doch nicht entschlie.ßen, Frankreich zu verlassen. Diese seine Uneigennützig-keit ward auch belohnet. Als im passten Jahre, die Stel.le der syrischen Sprache in dem königl. Collegio erledigetward: so wirkete der Herr Abr Bignon ihm dieselbe aus.