des Herrn Abtes Fourmonts. 529
Der Herr Abt Lourmom wendete allen Fleiß an,sich der Ehre dieser Wahl würdig zu bezeigen. Den ge-wöhnlichen syrischen Vorlesungen, fügete er noch eine Ve»gleichung der chaldäischen Paraphrasen der Bibel, nebstdem samaritanischen Texte, und der Ueberseßung der sieben-zig Dollmtscher bey, Auch diese Arbeit war ihm nochnicht genug, sondern er hielt alle Woche noch eine außeror-dentliche Vorlesung über die äthiopische Sprache.
Ich habe vergessen, zusagen: daß er sich in wahrenderZeit seiner Vorlesungen auch auf das Arabische geleget;und daher war er im Stande, das buchstäbliche Äthiopi-sche zu verstehen. Man weis, daß diese Sprache gewisser,maßen eine aus dem Chaldäischen und alten Arabischen zu-sammengesetzte Mundart ist, in welcher verschiedene Kunst-richter sich für berechtiget halten, die Bedeutung vieler he-bräischen Ausdrücke zu suchen.
Da die äthiopischen Bücher sehr selten sind, so^ver-fertigte er Arten von Wörterbüchern aus denen Verfassern,die er erklärte, und lieh sie seinen Schülern: denn dieNeuigkeit solcher Vorlesungen, hatte ihm einige Schülerzugezogen.
Damals war des ältern Herrn Fourmoms Arbeioüber das Chinesische in aller ihrer Stärke. Der Könighatte befohlen, alle Charactere, nach chinesischer Art, inHolz schneiden zu lassen, damit man dereinst ein Wörter-buch drucken könnte. Da nun die Beschafftigungen zu^nahmen: so harte Herr Fourmom einen Gehülfen nöthig.UebrigenS konnten auch ^eine von Natur schwachen Augenden unablaßigen Bemühungen nicht lange widerstehen,welche die Untersuchung der Charactere erfoderte: und eswar ihm viel daran gelegen, daß er jemanden zöge, welcherihm die Mühe erleichtern, und vieleicht sein« Stelle ersetzenkönnte.
Der