,04 Erinnerungen und Zusätze
kennet, den Alten die Kritik absprechen? Doch ich besinnemich. phorius gehöret nicht in dasjenige Weltalter, vonwelchem hier die Rede ist. Wir sind noch in denenjenigenZeiten, da die Griechen erst anfiengen, die Wissenschaften zutreiben. Aber auch damals trieben sie die Kritik so stark,als irgend eine andere Wissenschaft. Was ist in der gelehr.ten Geschichte bekannter, als der Fleiß der alten Lrikicorum,Homers Gedichte auszulegen, zu berichtigen, und im gutenStande zu erhalten ? Aristoteles gehöret doch wohl mit indie älteste Classe der griechischen Gelehrten. Nun aber hater ja guselijoiies l luinericgz geschrieben, und sich auf nochviel andere Weisen um den Homer verdienet gemachck.Doch war es der Homer nicht allein, der die alten Lriri-coü beschafftigte; sondern sie erstrecketen ihren Fleiß über allealten Dichter und Geschichtschreiber. Aristoteles hat auchgULlkiones bkeiiocleg?, desgleichen super Xrctiilocbo, Luri-piclg, L Llioerilo hinterlassen.
Herr Gedopn fraget, ob sie wohl das Fabelhafte beymHerodor und Btestas bemerket haben. Allerdings. Wirhaben ja noch heutzutage plmarchs Schrift in Handen,bannn er des Herodors hämische und tückische Gemüthsart;seine Schmäucheley gegen seine Wohlthäter; seine vcrlaum.derische Zunge wider die Staaten, die ihn etwas frostigaufnahmen; sein Aufschneiden und lügen, aufdecket, und ihndurch eine scharfe Hechel zieht. Eben dieser plutarch,wie auch Srrabo und andere, schreyen den Brestas für ei-nen Lügner und Mahrchenhändler aus. Doch sind das vie.seicht zu neue Exempel. Herr Gedoyn will vieleicht einesaus den ältern Zeiten haben, bey denen er sich für itzo nochaufhält. Wohlan denn, da fällt mir der Ephorus ein,ein Schüler Isokrars, der den Hellanikus, HerodorsVorgänger, durchkritisiret hat. polybius hatte ehedemdas ganze zwölfte Buch seiner Geschichte darauf verwandt,den Timäus, seinen Vorgänger, zu züchtigen. Daher erauch den Zunamen LpitimLus, das ist, der Scheiter, da-von getragen hat. Die Bruchstücke dieses Buches, und viele
andere