Jahrgang 
auf das Jahr 1883 (CFM K 59 : 1883 Expl. 2)
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Ferner werden aus dem Gesagten die allgemeinen Lehren zu ziehen

sein:

Paares Geld und Wirthshäuser haben überall Ausschweifung undVerschlimmerung des sittlichen Zustandes zur Folge gehabt.

Schule und Kirche haben offenbar im Unterricht der Jugend nochsehr Mangelhaftes geleistet, während sie zur geistigen, sittlichen und reli-giösen Hebung des Volkes Bedeutendes hätten beitragen können.

n. Die Revolutionszeit (1?98 und 1709).

Das große Ereigniß der französischen Staatsumwälzung machte zu-nächst, auch als in mehreren Schweizergegenden schon heftige Bewegungenstattgefunden hatten, im Kanton Zürich nur auf Einzelne Eindruck. Erst1794 faud die Bewegung auch da allgemeinern Eingang durch das vonStäfa aus verbreitete und besonders am See geleseneWort zur Be-herzigung an unsere theuersten Landesväter". 1795 geriethen auch andereGegenden, besonders die Herrschaften Grüningen und Knonau, in Gäh-rung, und die Regierung mußte von ihrer Gewalt Gebrauch machen. DerAusgang dieses sog.Stäfener Handels" ist bekannt. Noch war dergrößere Theil des Kantons ruhig geblieben, da brach Ende 1797 ange-sichts der Drohungen des französischen Direktoriums gegen die schweize-rische Regierung der Sturm los. Vergebens sprach am 5. Februar 1798die Zürcher Obrigkeit Amnestie über die im Stäfner Handel Verurtheiltenund die Gleichheit der Rechte zwischen Stadt und Land aus, die Be-wegung griff weiter um sich, und am 13. März legte der Große Rathseine Gewalt nieder. Nun erst war die Zeit des allgemeinen Umsturzesgekommen, die Schweiz wurde ein Tummelplatz der fremden Heere, underst mit dem Ende des Jahrhunderts hat auch der Freiheitstaumel seinEnde gefunden. Es sind diese zwei Jahre 1798 und 1799, die ich imAuge habe, wenn ich vom sittlich-religiösen Zustand unsers Volkes wäh-rend der französischen Revolution reden möchte.