Jahrgang 
auf das Jahr 1883 (CFM K 59 : 1883 Expl. 2)
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Äer Kran??)

^er Frühling ging durch's reiche SchwabenlandUnd mit ihm Ludwig Uhland, an der HandSein treues Weibchen; denn es kam zu wandernDer theure Mann von einem Ort zum andern.

Mag's mit dem Recht in Stuttgart nicht gelingen,Will lehrend er in's Herz der Jugend dringenZu Tübingen am alten Musensitz;

Dort wetterleuchtet Heller Geistesblitz.

So wallt das Paar still und gerrost dahin,

Wo Thäler weiß im Schnee der Bäume blüh'n;Doch sieh'! beim Steine, der die Markung kündet,Steht eine Schaar von Freunden treu verbündet.

Die Kampfgenossen für des Volkes Rechte,

Sie harren sein mit einem KranzgeflechteVon dichtem Lorbeer, glänzend frisch und grün,Den reichen sie dem Sänger hold und kühn.

Ein letzter Kuß! Der letzte Becher blinkt,

Und ferne schon die Hand zum Scheiden winkt!Herrn Ludwig glänzt das Aug', das lebenswarme.Und Frau und Kranz führt er am rechten Arme.

*) S. Uhlands Leben, von seiner Wittwe. Stuttgart 1874.