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Neue Mittheilungen.
allein da ohne Stütze und Haltung; daher ich allemal mitbetrübtem Herzen von ihr scheide. Du halt ihr sehr wohl-gethan, und Sie findet an mir nichts von dem wieder, was-Sie an Dir verlohren.
Hirt hat Dir, wie er mir einmal gesagt hat, geschrieben,,daß er einen Br. an Dich richten wollte. Lass es ihn thun::der Mensch bessert sich gewaltig und er hat mir einigeSachen, z. E. über Drouet und F . . . . (nun wie heißtder alte Mahler, dessen Bild in der Minerva an der Einen.Thür flehet?) geschrieben, die recht brav sind. Es wirdein nützlicher Mensch in der historischen Kunststatistikaus ihm werden. Ich treibe und hobele ihn gewaltig, under hat viel von mir zu leiden, welches er alles aber rechtgut aufnimmt. Er hat mir viele Gefälligkeiten erwiesen,,und Du fteheft bei ihm hoch droben. Er führt jetzt eine.Liefländerin mit ihrer Familie, und ich sehe ihn also wenig..
Sonft kann ich nicht läugnen, daß mir die Menschenhier viel Zuvorkommendes, Liebes und Gutes erweisen,indessen sind sie doch immer am artigften, wenn man sienicht brauchet. An Bekanntschaften fehlt es mir nicht,und ich fange an abzulehnen, wiefern es sich thun läßt.Die Herzoginn ift sehr gut gegen mich: so auch dieG.[öchhausen] und E.[insiedel]; wir leben sehr gut miteinander, und die Herzog, beträgt sich überhaupt sehr gut..Ich werde wahrscheinlich mit ihnen nach Napel gehen,von woaus mir schon Tischbein seine guten Dienfte hatanbieten lassen. Auch das bin ich Dir schuldig.
Am meiften aber habe ich Dir Dank, lieber G., dalSDu Dich meiner Frauen so brüderlich annimmft; nie werdeich Dirs vergessen können: denn ich fühle es leider ftarkgnug, wie thöricht es gewesen sey, daß ich ihr [auf] ioo.von Meilen meine Unbehaglichkeiten und mei[nen Kum-}mer mitgetheilt habe. Ich war aber unter der Gew [altder] fremden Lage, und konnte nicht anders. Hilf ihrferner, lieber Bruder, wo und so gut Du kannft; Du weißtja auch ohne mich, daß in Manchem wir uns allein ver-