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Neue Mittheilungen.
nicht versäumen, bei meiner Durchreise durch Weimarvon Ihrer gütigen Erlaubniß, Sie zu besuchen, Gebrauchzu machen. Meine Frau empfiehlt sich Ihrem gütigenAndenken. Schiller habe ich heute noch nicht gesehen.Haben Sie die Güte viele Empfehlungen an Herrn Prof.Meyer von mir zu machen. Ich habe die Ehre mit derinnigften Verehrung zu verharren
Ew. Hochwohlgeb:
gehorsamfter,
Humboldt.
) 2 .
IDec. 1794.]
Da mein Bruder aus Beireuth so eben angekommenift, so folge ich Ihrer gütigen Erlaubniß, Ihnen davonNachricht zu geben. Ihr Wunsch, ihn zu sehen, ift ihmunendlich schmeichelhaft gewesen, und er bittet Sie rechtsehr ihm die Freude zu verschaffen, Sie hier zu sehen.Schiller, meine Frau und ich vereinen unsere innigftenBitten mit ihm, und lassen Sie uns hoffen, daß sie nichtvergeblich seyn werden. Er bleibt bis Freitag Abend hier.Sehr gern würde er auch selbft Ihnen seinen Besuch inWeimar abftatten. Aber wenn es irgend möglich wäre,so bäten wir Sie doch recht sehr, hierher zu kommen.Da ich Schillern unmöglich rathen kann, selbft wenn erwollte, mitzufahren, so wären wir einen Tag getrennt, undmein Bruder selbft ift von mehreren Reisen, die er seitkurzem unternehmen mußte, so ermüdet, und wirklichkränklich, daß er ein Paar Tage fang der Ruhe bedarf.Vorzüglich bittet Sie auch meine Frau, ihr die Freude,Sie zu sehen, nicht zu rauben. Schillern sah ich heute nochnicht. Er hat wieder nicht geschlafen. Prof. Meyer dürfenwir doch wohl bitten, Sie zu begleiten. Leben Sie rechtwohl, und sagen Sie mir, daß wir nicht vergeblich hoffen!
Ihr
Humboldt.