Jahrgang 
8 (1887)
Seite
319
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Bibliographie.

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S. 151: Clausen theilt im Gymnasium zu Elberfeld die Nach-richt von Goethes Tode mit, »tiefbewegt und eine Thräne imAuge, mit einer extemporirten glänzenden Characteristik desPatriarchen deutscher Wissenschaft und Kunst und entliessdann die Classe für den Rest des Tages«. S. 219, 224 fg.:Schleiden reist von Jena nach Weimar zum Besuch der classi-schen Stätten (1836). »Über die Kahlheit der umliegendenschön geformten Berge trösteten wir uns leicht mit Goetheswitziger Bemerkung: »Möchten Sie den Apoll von Belvederein Pantalons sehen ?«

XX. Leipziger Kunst-Auction von Al. Danz. Catalog vonAutographen berühmter Männer aus Privatbesitz. 16 SS.

1808 u. 1809.

Verzeichnet S. 15 drei Briefe Riemers an Pauline Götter,in welchen mehrfach von Goethe die Rede ist. Einem Briefelässt Goethe die »besten und freundlichsten Grüsse« hinzufügen.

Robert Keil: Aus den Tagebüchern Rieders, des vertrautenFreundes von Goethe. (Deutsche Revue, herausg. vonR. Fleischer, 12. Jahrg. Jan.,S-59 68,Mai S. 16217 2,Okt.)

Die Tagebücher beginnen 1807 und enden 1845. Sieenthalten bis 1832 eine Fülle von Mittheilungen über Goethe.Keils erste Mittheilung enthält Auszüge aus dem Jahre 1807:Briefe, Besuche, Vorlesungen Goethes und bei Goethe, Notizenüber Goethesche Werke, mannigfache Lektüre, z.B. ZinckgrefsApophtegmata, viele Aussprüche, theihveise veranlasst durch dieLektüre des letztem Werkes. Einzelnes sei hervorgehoben:»Franzosen sind Pedanten d. h. sie können aus der Formnicht heraus«. »Erasmus gehöre zu denen, die froh sind,dass sie selbst gescheit sind, und keinen Beruf finden, anderegescheit zu machen, was man ihnen auch nicht verdenkenkönne«. »In der Jugend sieht man das Detail als Masse,die Masse als Detail, im Alter umgekehrt«. 10. August »ÜberTisch Motive zur Achilleis als Roman«. »Die femmes auteursfassen die Männer nur unter der Form des Liebhabers aufund stellen sie dar; daher alle Helden in weiblichen Schriftendie Gartenmanns-Figur machen«. »Vernunftcultur hatten amEnde einzig nur die Frommen. Bei den anderen (Jacobi) ge-winnt zuletzt der Verstand doch die Oberhand, dass man dashöchste zu irdischen Zwecken benutzt«. »Die Geschichte derWissenschaften ist eine grosse Frage (sic, Fuge ?), in der dieStimmen der Völker nach und nach zum Vorschein kommen«.»Jean Paul ist das personificirte Alpdrücken der Zeit«.

Keils zweite Mittheilung bringt Auszüge aus den Jahren18051812, viele ganz ohne Datum. Die Sprüche enthalten