Anmerkungen der Herausgeber.
ioi
Standpunkte beider Männer vermag ich nicht zu geben. ÜberMalus, Arago und ihre Versuche vgl. die, Hempel 36, 638und 648 angeführten, Stellen. — DasSpinozasche Wort(Epist. 74)»Das Wahre ist das Anzeichen seiner selbst und des Falschen;das Licht erleuchtet sich selbst und die Finsterniss« stellteSch. theilweise als Motto seiner oft angeführten Schrift voran.— Der Vorschlag Goethes, den Sch. ablehnt (S. 62) ist ebender, sich mit Seebeck in Verbindung zu setzen. »Des PfarrersTochter von Taubenhain« (S. 63), Bürgers Gedichte vgl.Sauers Ausg. S. 241 ff.
Die Stelle aus Herodot (S. 64) lautet in C. F. Bährs Über-setzung: »Das ist eben der herbste Schmerz unter allen aufder Welt, dass man, auch bei aller Einsicht, doch über nichtsHerr ist«. — Die Stelle in Hamlet »Doch brich mein Herz,denn schweigen muss mein Mund«, sind die Schlussworteaus Hamlets erstem Monolog A. I S. 2. — igsfiv&ia = Ver-schwiegenheit, Ausdruck der Pythagoräer für das den No-vizen in den ersten fünf Jahren auferlegte Schweigen. —Das Okensche Plagiat (S. 64), von welchem Sch. vertraulicheMittheilung durch G. empfangen, ist die Veröffentlichung derWirbeltheorie des Schädels durch Oken, vgl. Annalen 1807,Abs. 635 und Hempel 33, S. CXLII.
No. 24. Zwischen 23 und 24 fällt Goethes Brief vom16. November 1815, von dem schon oben die Redewarundein bisher unbekannter grosser Brief Schopenhauers vom3. Dezember. — Eine Verheissung wie Sch. sie S. 66, amAnfang seines Briefes andeutet, hatte Goethe nicht gegeben,er hatte nur geglaubt schuldig zu sein, über Sch’s Arbeit»seine Ansicht zu eröffnen« und meinte dies wohl in den zweiletzten allgemeinen Sätzen jenes Schreibens zu thun. No. 24beantwortete Goethe mit Rücksendung des SchopenhauerschenManuscripts (28. Januar 1816, Gwinner S. 151 fg.j.Er schreibt:»Mit Ihrem Manuscript und Briefen habe ich mich beschäftigt,die letzten sogar mit eigenen Fingern eingeheftet, weil Allesbeisammen bleiben muss. Gern hätt’ ich mir einen Auszugdaraus machen lassen, weil dieses aber nur durch einen Sach-kundigen geschehen konnte, so hätt’ ich dadurch das Ge-heimniss verletzt. Mögen Sie es selbst thun, so würden Siemir Freude machen, ja ich wünschte die Darstellung IhrerAnsichten so ins Kurze gezogen, dass ich solche dereinst indie Farbenlehre inseriren könnte.« Diesem Wunsche kam Sch.begreiflicherweise nicht nach. Besonders auch deswegen nicht,weil Goethe in seinem Briefe etwas herb und empfindlich esals ein vergebnes Bemühen erklärte, sich mit dem jungenFreunde zu verständigen. In einer ähnlichen, freilich nichtso schroffen Art sprach Goethe sich zum Jahre 1816 in den