Jahrgang 
10 (1889)
Seite
236
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Miscellen.

getreten war. Sie erfreute sich dieser Theilnahme Goethesals eine 15jährige viel versprechende Künstlerin, die am8. September 1808 geboren, 35 Jahre lang (auch noch alsFrau Baum) der Weimarischen Bühne mit vorzüglichen Leis-tungen angehört hat.

Entweder war die junge Künstlerin im Frühjahr 1824 voneiner Krankheit genesen, wie die Überschrift zu diesem Ge-dichte andeuten könnte, oder Goethe wollte »das grosseTalent« der jungen Schauspielerin feiern, wie der Wortlautdes Gedichts selbst zeigt.

Dass Goethe die persönliche Widmung des Gedichts inder Ausgabe letzter Hand absichtlich vermied, scheint mirleicht erklärbar zu sein. Vielleicht wollte er die Huldigungder jungen Künstlerin noch nicht auf diesem Wege zur Geltungbringen, die er in stiller Weise dargebracht hatte, und Hessin der Überschrift der Verwendung des Gedichtes völlig freienSpielraum. Nach der Sachlage aber könnte es in die WeimarerGoethe-Ausgabe unbedenklich mit der Überschrift übergehen :An Fräulein Marie Schmidt. C. A. H. Burkhardt.

3. Die Invective »Ist erst eine dunkle Kammer gemacht«(Ged. her. v. Loeper, III, 330) erinnert in dem berühmtenSchlagwort über die optische Lehre Newtons

»Aufgedröselt bei meiner Ehr,

Siehst ihn, als obs ein Stricklein wär«

an Thomson, The seasons (London 1768); v. 202 211,Spring:

Mean time, refracted from you eastern cloud,Bestriding earth, the grand sethereal bowShoots up immense ; and every hue unfolds,

In fair proportion running from the red,

To where the violet fades into the sky.

Here, awful NEWTON! the dissolving cloudsForm, fronting on the sun, thy showery prism;

And to the sage instructed eye unfoldThe various twine of light, by thee disclosdFrom the white mingling maze.

Siegfried Szamatölski.

4. Zu » Clavigoa. Der erste französische Beurtheiler desClavigo (vgl. G.-J. VIII, 206) macht sich über die »eigeneErfindung« lustig, mit welcher Goethe sein Drama zumtragischen Abschlüsse bringt. Man weiss, dass Goethe selbst