Miscellen.
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diesen Abschluss einem Volksliede verdanken wollte und hatmit Recht auch auf die Friedhofscene des Hamlet hingevviesen(Chronik des Wiener Goethevereins 1886, II, 24). Wiewenig aber ein Franzose Grund hatte, sich an dieser »Erfin-dung« zu stossen, beweist die ganz ähnliche Scene im20. Kapitel von Voltaire’s L’ingenu. Dort will der MinisterSaint-Pouarige das Fräulein von Saint-Yves besuchen:
»II descend de carosse; le premier objet qui se presenteä lui est une biere; il detourne les yeux avec ce simpledegotit d’un homme nourri dans les plaisirs, qui pense qu’ondoit lui epargner tout spectacle qui pourrait le rarnener äla contemplation de la rnisere humaine. II veut monter. Lafemme de Versailles demande par curiosite qui on va enterrer;on prononce le nom de mademoiselle de Saint-Yves. A cenom eile pälit, et pousse un cri affreux; Saint-Pouange seretourne; la surprise et la douleur remplissent son äme-
Saint-Pouange n’etait point ne mechant; le torrent des affaireset des amusements avait empörte son äme, qui ne se conais-sait pas encore. II ne toucha'it point ä la vieillesse, quiendurcit d’ordinaire le cceur des ministres; il ecoutait Gordon,les yeux baisses, et il en essuyait quelques pleurs qu’il etaitde repandre: il connut le repentir«.
M. G. Jellinek.
5. Zu Jery und. Bätely.
So viel ich weiss, ist es noch nicht beobachtet worden,dass einige Verse aus Goethes Jery und Bätely aus einemdamals viel gesungenen Gesellschaftsliede entlehnt sind. Eshandelt sich um die dem Thomas in den Mund gelegte Strophe(Hempelsche Ausg. Bd. IX, S. 155):
Ein Quodlibet, wer hört es gern,
Der komme flugs herbei!
Der Autor, der ist Holofern,
Es ist noch nagelneu.
Ich theile einige Strophen des Liedes, dessen Anfangs-strophe die vorstehenden Zeilen bilden, nach einer der könig-lichen Bibliothek gehörenden handschriftlichen Liedersammlungaus der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts mit. Ms. germ. 4.7 22,S. 568:
Ein Quodlibet, wer hört es gern, der komme flucks herbey,
Der Author das ist Holofern, es ist noch nagel neu.
Memento quia pulvis es, dass macht melancholie;
Der Hintre sey nicht weit vom G’säss lehrt uns d’ anatomie.