Jahrgang 
10 (1889)
Seite
278
JPEG-Download
 

278

Bibliographie.

Nachlass die gerundeten Paralipomena: Herausforderung desGegenkaisers, Belehnung Fausts, letzter Engelchor, Ankün-digung und Abschied.

Die sehr umfangreichen Lesarten bilden dies Mal einenbesondern Band 15 2 von 248 Seiten. Ausser dem JohnschenMundum sind wenige umfassendere Handschriften da (am meistenzum »Helenaact«), aber eine höchst verworren VorgefundeneMasse loser Blätter, theils von Goethes Hand (besonders ver-wischte Bleistiftskizzen), theils Copien der Secretäre. Diesprunghafte Arbeitsweise wird sehr deutlich. Die beispielloseHingebung an die Arbeit wirkt ehrfurchtgebietend und belehrendzugleich. Kaum ein anderes Werk lässt sich so im Einzelnenvom Entwurf zur Fassung letzter Hand verfolgen. Die Les-arten des 3. Actes füllen S. 65131 und sind aus 81 Archiv-,8 Privathandschriften geschöpft, so zwar, dass manche Partienin mehr als einem Halbdutzend von Fassungen vorliegen, diemetrisch und stilistisch abweichen. Die »Helena« von 1800ist auch in fortlaufender Folge abgedruckt. Besonderes Augen-merk beanspruchen die mit Riemer wieder und wiederumgearbeiteten Chöre und die Euphorionscene. S. 171 ff. 137Paralipomena, zum allergrössten Theil ungedruckt, hier ge-schieden nach der alten Phase und der Zeit 18241831,actweis geordnet, die Schemata voran. Am wichtigsten sindder (1814, 1824) für »Dichtung und Wahrheit« ausgearbeiteteBericht über den Urentwurf, das Schema zum Eingang des2. Acts, S. 189, die eingehenden Analysen der »ClassischenWalpurgisnacht«, die sehr abweichende Pläne offenbaren, unddie Skizzen zur grossen Scene bei Proserpina. Zu ParalipomenaNo. 83 vgl. die fast wörtlich übereinstimmende Stelle der »Wahl-verwandtschaften« Hempel 15,125 (auch v. Loeper zu Hempel 23,54); in No. 77 ist natürlich zu lesen »Und dir«.

_ Erich Schmidt.

Dritte und vierte Abtheilung.

Die in dem zweiten Bande der dritten Abtheilung ver-einigten Tagebücher von 17901800 hat C. A. H. Burkhardtin Gemeinschaft mit dem Unterzeichneten Redactor heraus-gegeben, Beihülfe haben Julius Wahle und Eduard von derHellen geleistet. Die Blätter von der schlesischen Reisea. 1790 (S. 2024) hat Friedrich Zarncke beigesteuert.

An den Redactor stellte dieser Band besondere Anfor-derungen. Für den ersten Band hatte das Material bereitgelegen, war zum grossen Theil schon früher veröffentlicht. 1

1 Zu 1, 7,6.6 liefert ein Blättchen, das sich unter die Fascikel

zur Farbenlehre verirrt, eine fast wörtliche Parallele. Eigenhändig mit