Bibliographie.
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1797 in stetem Verkehr mit Burkhardt gemeinsam gefördert.Die Zusammenstellung des Apparats von 1796 an Übernahmvon der Hellen; er hat bei diesem Anlass noch manche Be-richtigung geliefert. Ich hebe hervor die Umstellung von133,6-25 nach 109,24.
Erläuterungen sind nur dann (eingereiht unter die Les-arten) gegeben, wenn sie aus unsern Handschriften gezogenwaren oder aus sonst nicht zugänglichen Quellen, z. B. denauf der italienischen Reise mitgeführten, zum Theil in Italienerworbenen Büchern, die Carl Ruland freundwillig und stetshilfsbereit, aus Goethes Bibliothek übermittelte; ferner wodie Textkritik selber sie zu erheischen schien. Zu 156,26 »Aufdem Rückweg begegnete ich den Kranich« ist in den Lesartenvermuthet worden: »den Kranichen«. Aber der Wortlautdes Textes ist richtig. Der Kranich ist Lavater, vgl. v. LoepersErklärung zu Faust II, 3966. Die Erklärungen weiter aus-zudehnen, ginge wider die Grundsätze der Ausgabe. Waszu diesem Behuf gelegentlich gesammelt oder dargebotenwar, ist mit Bedacht zurückgehalten worden. Geniessbarerwären die Tagebücher für den Unkundigen auch durch An-merkungen nicht geworden. Für den Genuss sind sie nichtgeschrieben, auch die älteren nicht. Zeugnisse des innerenLebens, Konfessionen hat Goethe in seinen Tagebüchern nichtniederlegen wollen, auch in den älteren findet man wenigdergleichen. Die Nomenclatur des Erlebten, Gethanen, Ge-lesenen, so baar alles äusseren Reizes, so schematisch dürr,sagt uns doch, wie emsig Goethe Zeit seines Lebens »seinenAcker, die Zeit« bestellt hat und wie reich Tag für Tag seineTafel besetzt gewesen ist. Auch für den, der noch andernGenuss begehrt, ist gesorgt. Die Aufzeichnungen der Reisevon 1797 halten auf weiten Strecken den Vergleich mit demTagebuch der ersten italienischen Reise wohl aus. Auch hierhat der Verfasser »das Auge licht sein lassen«, ja sein Be-obachtungsbedtirfniss hat sich, so scheint es, noch gesteigert.
Von der vierten Abtheilung ist der dritte Band erschienen,herausgegeben von Friedrich Strehlke, die Briefe vom Eintrittin Weimar bis Ende 1778 umfassend. Das handschriftlicheMaterial liegt zum grössten Theil in Weimar, da zumal auchdie Briefe an Charlotte von Stein von dem Freiherrn Felixvon Stein auf Kochberg für die Zwecke der Ausgabe mitdankenswerther Bereitwilligkeit zur Verfügung gestellt sind.Die Collation dieser umfänglichen Masse ist zunächst vomHerausgeber besorgt worden, zum zweiten Male dann vomRedactor im Verein mit Julius Wahle und Eduard von derHellen: in vielen Fällen, und namentlich wo es sich um dieFeststellung der Reihenfolge handelt, führt doch nur einwiederholtes Betrachten, nicht selten ein beharrliches Ver-