Band 
Zweyter Theil
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18

Otlonem, welcher den stamm erhielte. Dieser hatte Salomenvon Plesse zur gemahlin, welche ihm 4 söhne gebahr , darunteri)Reinholdus, Ertz-Bischoffzu Coln von dem an seinem orte.2)Adolphus II, zugenannt der kühne von welchem gleich hernach,und ;) Bernhardus ll. zumercken. Dieser letztere vermahlte sichmit Anna von Homburg, GrafReinhards von Alvenslebenwrtt-we, welche ihm nebst etlichen töchtern, iv söhne gebohren, dar-auf er an. 1126 zu Dassel gestorben. Unter den söhnen hat GrafLudolphus sein geschlecht fortgepflantzet. Er wohnte aufdem Hun-desrück, hatte von seiner gemahlin Lucka ? söhne, darunter Bern -hardus lll undSimon zu mercken. Bernhardus III machte durchallzu grosse auflagen die stadt Einbeck aufrührisch, daß sie sich sei-ner botmaßigkeit entzöge, und Hertzog AlbrechtenM Braunfchwergund Lüneburg zu ihrem Herrn annahm. Seine übrigen lande, alsden Hundesruck,das stabilem Dassel,den dazu gehörenden Sollm-aer-wald und dörffer, entzog er dem Stisste Corbey, und wantees dem Hildesheimischcn, allwo sein schwager Bischofs war, zu.Darauf ist er an. izir ohne erben gestorben. Nach fernem toberiff so gleich der Bischofs Heinrich zu Hildesheim zur k°stcchon.arwider sich aber der Abt zu Corbey aufdas äusserste setzte. Gleich-wol da Graf Bernhards brnder/ Simon, welcher ausser landcsgewesen, daß niemand gcwust, ob er am leben oder todt wäre,unvermuthet darzwischen tarn, muste Bifthoff Heinrich vor diesesmahl abziehen. Doch , weil Graf L-imon mit seiner gemahlinSophia in fruchtloser che lebte, und anno 1^9 starb , kam diegantze Grafschaft , ausser einigen orten, als dem Hause Neuen-ober, welches Graf Simon mit seiner zugehorung Hertzog Ottenvon der Leine zugewendet nachdem sie von Walchero an bis an itzt-gemeldten GrafSimvns tod bey der Dasselischen sam-.lie 629 jährgestanden, an das Stifft Hildcshcinr. Johannes Lezncrus hat vondiesem uralten Hause eine eigene chronick verfertiget, ci>r»n.

Lerß. in r. z reruiu QermL». x. zoz. sackl cbron c. s z.

Lrsunsckvv ck,on N. p. 4666c k, 1. liittor.

inlißn. I.rc A. LttcL Lr-fen-l-Ll P, 901 le>z.

Dassel , (Adolph, Graf von) zugenannt der kühne, ein bru-der Reinhold, Ertz-Bischoffs zu Cölln, war ein sehr hitziger Herr,und dem kriege sehr ergeben. Auf vieles ermähnen seiner Mutter,beschloß er, sich in den ehcstand zu begeben, nnd versprach sich dem-nach mit Zldclhcit von Plesse. Ehe er aber dieselbe noch abgeholthatte, erhub sich zwischen ihm und dem Stisste Northeim wegeneiner vogten grosier Widerwillen, und ob man schon zum öfftern indergüte'vcrsuchte, beyde partheycn auszusöhnen, wolle sich dochkeine dazu bequemen. Adolph griff endlich zumfaustrecht, undbrannte gedachtes Stifft von gründe hinweg,darüber 15 Domher-ren , welche sich mit dcn vornemstcn fachen in ein gewölbe rctiri-ret, elendiglich erstickten. Mein er setzte dadurch feine Untertha-nen in den äussersten ruin ; das Haus Laucnberg wurde von deinGöttingischen statthafter als ein vcrwircktes lehn weggenommen,und er selbst von dem Ertz-Bischoff zu Mayntz in den bann ge-than. Endlich, nachdem er schwere bcdingungen eingegangen,daß er nemlich ein Nonncn-klostcr auf24 Personen nebn ihrem ge-sinve bauen, und mit aller nothdnrfft versorgen; die ihm verspro-chene gemahlin Adelheid von Pleye nicht ehelichen, sondern siezneiner Äebtißin wiedmcn; die kloster-kirche zu Nordhcim aufbauen,und mit bley decken, auch etwas von seinen gittern dahin verma-chen wolle, wurde die fache in der gute beygelegt, und darüber zuMoringcn an. 11 ;c> ein vertrag aufgerichtet. Hierauf suchte er vondem Pabst die abstimmn von dem bann , und gierig, nachdem ervorbcro durch Veräußerung des Hauses und amles Fürstendcrg anGrafOttonem von Eberstein ,das benöhtigte reifc-geld zusammengebracht, deswegen nach Rom , muste aber wegen Uneinigkeit der2 Päbste nnverrichtctcr fache wieder fortziehen. 'Weil er nun in sei-nem lande nicht viel freunde hatte , begab er sich zu seinem schwa-aer, GrafAdolphen, nach Holstein, welcher darauf mir dem Kay-fer Friederich in das gelobte land zog , und Graf Adolphen seineMutter , gemahlin und kinder anvcrtrauetc; da er sich dann auchwider Hertzog Heinrich den Löwen , welcher Holstein unter sich ge-bracht hatte, tapffer gehalten, und widcrdesscn armec einen gros-sen sieg bcfochten; woraufHolstein wider an den vorigen Herrn ge-kommen. in cliron. ttollLr. vLilcl. ciiron, p. 9 ley.

rcr. Oan. I. 6 p. Lsxon. 1.7 c, r.

Dasiow/ cinstädtlein in dein eigentlich st genannten Hertzog-thumMecklenburg, gegen den Lubemschen gräntzcn ,ohnwcitderost-see / an einem Meerbusen, so der Dasiower sec genannt wird,hat sonst dem geschlcchte von Parckentin gehöret. L-x.ink.

2 . 02 .

Datum es/ ein söhn Cammissaris der undcrdcn PcrsischcnKö-nigen Qouvcrneur von Erlitten gemessn , war aus Carlen gebürtig.Er diente zuerst unter Artaxcrris Mncmoniö gardc als ein gemei-ner soldat, wurde aber hernach General von ssuncr armee, welcheer mit so vortreflichcrklugheit führte, daß er vielvon des Königsfeinden überwand. Sonderlich wird die geschwindigkeit gepriesenmit welcher er seine meiste thaten verrichtet, und gemeiniglich denfeint» eher nndcrdruckt, alß er von ihme in der nähe vermuthetworden. Er wußte sich auch in denen stählen, welche an, wenigstenwären vorzusehen gewesen, schneller, als nie kein anderer KriegsOberster zu. entsshliessen.Die ursach warum er in seines Herren desPersischen Königs ungnad gefallen, und wider denselben sich auff-aelehnet, ist auß denen alten Scribenten nicht allzuklar. Dochscheinet, die hoflcuthe haben ihne auß Mißgunst verhaßt gemacht,und er habe daraufftheils auß racbgicrden, theils auch zu feiner si-chcrheit wider den Konig selbst das qewehr ergriffen. Er setzte sich«ist in Cappadocien und Paphlagvnien feste, und begehrte stonsten

dak

feinem König keinen weiteren schaden zuzufügen. Äser in kriegmtt der Pisidiern einem an ihne gründenden räuberischen volck ge-rathen , wolle sein schwäher Mithrobok'anes mit einem theil der reu-terey zum feinde fallen, welcher, wo er solche verstärckung erhallenhatte, wäre es bald um den Datamem geschehen gewesen. Dssererführe auch die fach nicht eher, biß jener schon in vollem marschwäre, um sich mit den Pisidieren zu vereinigen. Aber da gäbe ihme

lich zu überfallen, zöge auch mit der übrigen macht so schnell her-nach , daß er gleich hinder denen abtrünnigen aufder Pisidier lagerstieße. Wodurch diese in argwohn gcriethen, Mithrobcrzanes habesie betrogen, und das spiel mitDatame also angelegt, um sie unver-sehens übern Haussen zu werffen. Brauchten derowegen die Waffengegen diesen sslbst und zwangen hiemit die abtrünnigen wider derenwillen gegen sie zu fechten. Datames hingegen eröffnete da erst denfeurigen die gantzc fach, und liesse sie auch von ihrer seichen tapfstraufdie verrahkere zuschlagen. Aufsolche weiss wurden erstlich dieseverdienter Massen m stucken gehauen; und wie man von ihnen auchan die Pisidier geriethe, mufften auch diese mit grossem verlurst dasfeld räumen. Als hernach der König Artarerces Datamen durchfeinen feldherren Autophradatcm mit kriege angreiffcn liesse, wußtesich jener mit viel kleinerer macht dergestalten zu wehren, daß er demfeinde mehrmahlen grossen abbruch thäte, und so gar eine zimlichefeld-schlacht gegen ihne gewänne: Dahero man mit ihme in verglicheintretten mußte, durch Vene er in seinen vorigen provintzen einezeitlang ruhig verbliebe. Allein von deine an suchte man ihne durchhinderlist auy dem wege zu räumen, und als ein und der andere an-schlug durch Datamis klugheit fehlgeschlagen hatte, geriethe es end-lich dem Mithridati einem söhn Ariobarzanis ihne folgender Mas-sen umzubringen. Er hatte sich mit willen des Königs gestellt, alshätte er sich auch gegen dene empöret, und an mehreren orten solchenschaden gethan, daß Datames fast nicht mehr zweifeln konnte, eswäre ihme ernst. Nachdeme trange Mithribates auf ein gespräch,um sich zu Widerreden, wie beyde den kriege gemeinsamlich am bestenführen möchten. Diser hiclts selbst für nöthig: versäumte aber nicht,jenen vor der zusammenkunfft anffs genaueste durchsuchen zu lassen,ob er ja kein gewehr under den kleyderen versteckt mit sich brachte.Aber dissr hatte schon zuvor an dem ort, da man sich Anfinden svltc,mehrere dolchcn aufdem boden versteckt. Deren einen name er nachvollendetem gespräch, als Datames schon, weggegangen, heimlichzu sich ruffte darauf ssncn zurück, ob hätte er deme noch was wich-tiges zu sagen und indeme er ihme anlaß gäbe nach einem gewissenorte zu schauen, erstäche er sslbtgcn unversehens, ohne daß es mög-lich wäre, ihme zu hulffe zu kommen. Die grosse tapfferkeit undkricgs-verständigkcit discs manns, der seines gleichen in Asien niegehabt und sein rares schicksaal hat diss etwas lange erzehlung wolverdient. Erlebte um die ossmp, 104.v. L. ;§>2. n. K z6rr.

L. ; 6 i. Lko4. Äc. litz. i;. Lo,». *

OssN.ssftIDK > ein gewisser bediente amRvmischen Host,welcherein sehr einträglich und ansehnliches amt hat. Alle präbcnden ,deren einkünfftc sich nicht über 80 ducateiMstrecken, werden durchihn vergeben, ohne erst den Pabst darum;» befragen, daß also allecandidatcn , so darnach streben, bey ihm anhalten müssen; alleindie suppliqucn, worinnen man um solche anhält, die etwas mehreinbringen , müssen vor den Pabst kommen , um von ihm besiegeltzu werden, da der o-carius st dann das infolgcndein-rmmishinzu tbun ärmm komL Lpull öcc. von welcher mtterschrittr diesesamt auch den namcn bekommen. Unter ihm sind noch viel andereSuKllLkLrii , durch deren Hände die bitt-schrifften gleichfalls gehenmüssen, um allem betrüge vorzukommen. Wenn der o^i-ius cinCardinal ist , st Wird er t-rorollLMiius geneimet.

lur >cs cx^,clliric>n 8 llc cour cle kom,

Dathan / ein sthn Eliab, empörte sich mitCorc und Abiramwider Mosen und Aaron, welchem sie das priesterthnm nicht allci-ne zulassen wolten. Den folgenden morgen aber, als sie mit ihrerrotte opffern wolten, that sich die erde auf, und Verfehlung sie le-bendig. Desgleichen verzehrte das stucrdes Herrn die 200 mann,st das rauchwerck opfferken, ss ^.2454, itzöcc.

Lriri^. sull.l. 4 c.;, A, in snnslibus,

Dathenus / (Petrus) ein mittelmäßiger Poet /welcher die Psal-men nach des Clandii Marot und TheodoriBcza vcrsen ins Hol-ländische übersetzte , und dadurch den recompens bekam , welchendie Lftaatcn demjenigen, der am ersten damit fertig werden wür-de, versprochen hatten. Man gebraucht sich sciner Übersetzung nochictzo in den vereinigten Niederlanden. Rcidanus beschuldigetihn ,daß er cin unruhiger kopffgewcsen, io annat neig,

Dathi/ oder Dathus/(Augustinus ) von Siena , war ein Red-ner , ?tzUc>fc>s,i,»?,ulid insprachen wohlerfahren. Erlebte an. 1460und wurde zu Siena , welches damals noch eine Republic war,crcrLriu;. bey welcher bcdisnung er keine grössere freude hatte, alswenn er gclegenhcit bekam, gelehrten lentcn zu dienen. Er hinterließol-rionc8von dem H. Bernhardino ;derH. Catharina von Siena;dem Pabste Pio II ; rc. eine Historie von Siena in; büchern; einevon Pivmbino; 10 traetate unter dem titus;lle2!liwsrul!l ili--riott-.UkülL; einige bliest; rc.

Dati- (Carolus) war von Florentz gebürtig, und lehrte daftlstals vrokellor die llrcrgr KumLniorcz. Er crwieß andern gelehrten,insonderheit denen , die durch Florentz reiscten, grosse Höflichkeit,wodurch er seinen rühm um ein grosses vermehrte. Er war zugleichein mitglied der academie lleii-cruL», und führte irr verfestigen den

«amen