40O ftl
lie in den Freyherren-stand erhoben. An. ,6z? wurde er in son-derbaren geheimen angelegenheiten an den Kayserliche,, Hof NachPraz geschickt, und an. 1658 begleitete er seinen Herrn auf denWahl-tag nach Franckfurt , allwo er seinen rühm sehr vermehrte.An. 1664 gieng er mit ihm auf den Reichstag nach Regenspurg,und in dem folgenden jähr trug ihm der Churfürst dasdes geheimen Raths - coNc^l in eigner perfon auf. Jmmittelstcontinuirte er noch unter den wichtigsten angelegenheiten sein stu-dieren , und jammlne eine schöne bidliothec, in welcher man nachseinem tod, der an. isgo den 14 may erfolget, sehr viel bücher,und fast eben so viel eigenhändige proben seines fleisses gefunden.Nächst deine war er ein sonderbarer liebhaber von allerhand rarennatürlichen fachen, deren er eine grosse menge zusammen gebracht.Im übrigen hat er sich zu zweyen malen vermählet; erstlich mitUrsula von Löß, Joachims von Löß, Churfnrstlich - Sächsischengeheimbden Raths, jüngsten tochter, die ihm r söhne gebohrcn,so aber in einem zarten alter wiederum verschieden, gleichwieihnen die Mutter selbst an. 1644 in der sterblichkeit gesolget. Dreyjähr darauf legte er sich Mariam Margarctham, Weigands vonLützelburg, gewesenen Spanischen Obristens über ein regimentcuraßirer, mittlere tochter bey, und zeugte mit ihr verschiedenekinder, unter welchen zu mereken: 1) Henricus, Graf von Frie-sen, erb-Herr zu Schönfeld, Putzgau , Jessen, Kraupa und Prasch-witz, ehemals Oberster bey den General-Staaten, hernach König-lich-Pvhlnischer nnd Chnr-Sächsischer geheiinbder Rath und ge-heimbdcr kriegs-Präsident, nachmals Kayserlicher General-Feld-Marstchall - Lieutenant, Commendant in Landau , und Gcneral-Feld-Zcugmeistcr, welcher an. 1706 den 2^ aug. zu Rastatt gestor-ben , nachdein er vorhcro durch die tapffere Vertheidigung gedach-ter vestung seinen «amen verewiget. Seine gemablm, die er sichan. 1680 beygelegt, war Amaüa Catharina, GrafFriderici vonDohna tochterz 2) Maria Sophia, Freyherr» Lenrici von Rci-chenbach gemahlin; z) Catharina Sophia ivnrd'e an Johannen,Hcuricnm, Freyherr» von Maltzau; 4) Johanna Margarethaan Frenherrn Marimilianum von Schellendorff; z) Ursula Re-gina , eine in der Lateinisch- und Frantzösischen spräche, wie auch«il den theologischen streitigkeiten wohl - erfahrne Dame, an GrafConradum Rcincccium von Calenberg; ü) Christian» Eleonora,an GrafFriderich Wilhelinen von Stöllberg; 7) Hcnrietta Ama-lia, an Graf Hcuricnm VI der ältern linie der Rcussen ; und 8)Johanna Christina, an Graf Heinrich Wilhelmen von Solms-Sonncnwalde, vermählet.
Friest / (Christian) ein berühmter Dänischer Minister, wurdean. czz6 gebohrcn. In stincr zarten lügend schickte man ihn aufdie schule nach Rotschstd, und im roden jähr seines alters auf dieUniversität Rostock . Nach dem tod seines vatcrs wurde er zwaran. i;?r nach Däncmarck zurück gefordert, doch gieng er balddarauf zum andcrnmal nach Teutschland, und nachdem er sicheinige z«t auf den Universitäten zu Leipzig, Jena, Tübingen undBafel aufgehalten, that er an. 1 ,-77 eine reise durch die Schwcitzüber Genf in Franckreich, Engclland, Holland und Italien , allwoer zu Padua, Siena und Bouonien, sich mit den gelehrtesten teil-ten unterredete. Nachdem er aber Rom, Venedig und Neapel be-sehen , und durch Teutschland nach Dänemarck wiederum zurückgekommen, berieff ihn der König Fridericus ll zu seinem Cam»wer- und Justiticn-Rath, und hierauf zum Präsidenten zu Drunt-hcim in Norwegen . In solchen ansehnlichen digniräten wüste ersich so geschickt aufzusi'ihrcn, daß ihn besagter König zu den wich-tigsten Verrichtungen, so wohl bey Hof als ausser landes gebrauchte.Sein söhn, König Christianus IV, machte ihn an. iz8y zumAmtmann zu Anderstem, und schickte ihn an. 1 nach Schwe-den , den Königlichen Printzen Gnstavum Adolph»», aus der musszu heben. Das iahr darauf wurde er zu der entledigten Cantzlers-würde befördert, von welcher zeit keine wichtige WboNsllc „ochconftrenl; war, darinnen sich nicht Dänemarck dieses getreuenCamzlers'rath bedienet hätte. Endlich, als er an. iüi6 mit demKönig Christian» IV aufden Reichs-tag zu Wo inNorwcgenverreiset, übersiel ihn eine Unpäßlichkeit, dahcro er sich auf einschiff style, um nach Dänemarck überzufahren, allein er starbgleich vor Wo auf dem schiff. Im übrigen war er ein sehr gut-thätiger Herr, weicher der studierenden jugeud aufzuhelffen sichauf alle weist bemühte, auch sousten den armen wöchentlich einansehnlich stück gelbes austheilen ließ.
Feiest /, lat. KUl-u;, (Johannes) war zu Gryffenste in demCanton Zürich an. izoz gebohrcn. Nachdem er in gescllschaffrConradi Gcsneri so wohl in Tcutschland als zu Paris die Nulliafortgesetzet, wurde er an. izzs zu Zürich zu einem kirchen-dicnerangenommen. Allein an. iz-n tbat er nnt einigen jungen Edel-leuten eine reise in Italien, und übte sich zu Venedig in der He-bräischen sprach, die er nachgehcnds nebst seinem schwaqcr Pelli-cano zu Zürich empor brachte. Wegen seiner treuen schul - dicnsteschenckte man ihm das.bürger- recht, und da er 27 iahr ktollc^korder schulen daselbst gewesen, starb er an. 1 z 6;. Er hat verschie-dene bücher der heiligen schrifft aus dem Hebräischen in das Teut-sche übersetzet, und sonderlich ein lliLionsrium OnZ»- her-aus gegeben. Er war auch ein guter k-mlicus und Poet, hat überdie gantze xmilc-m ein kurtzes c»mpcnllium verfertiget, und desttmNii csrminL den Smlliolis zum besten in eine 4 stimmige Melo-dcy gebracht; er war in 5 sprachen wohl erfahren, und wurdevon Gesnero wegen feiner crulliiion 6ermLni.v vecus genannt.Sein söhn Jacobus war von an. 1^76 bis an. 1610 ?Kü. undI'k-ni. y-osLUdr. Hut auch einige pkiloli pkiioiofl. und rlicoloZffcheschrifftcn hinterlassen; sein anderer söhn, so gleichfalls JohannesDeß. wurde zu Marpurg in cce-rt, und darauf a» sti-
fri
nes vaters statt der Lateinischen schulen, ersetzte
seinen vater an gelehrtheit und stech, und starb an. mpcst. Henricus, einer seiner DsKenNeme», wurde nach ei >jährigen der stubien halber gemachten schönen reiß (Sreck. an. 1676 , Pros. k-io-z. an. 1682 , und Pros. l.ine»Lr. m Lvi,.
8.0 -sseriori an. 1684. Er schrieb etliche gizl
Dc kelle Wniw« r-kioiiLlls; llc communiovs Zanüorum; äe iiniaoss-Eorum ; expkcgrionem /rriicull 6- 8. Qcenr; 0rrcionem
(Wcriimo ; l-L-ris genannt Heidelberger, gewissen-losewicderkehrung zu dem Pabstthum; und starb an. 1718. Seinerbruders söhn Henricus wurde an. 1718 Psarrherr bey 8 Peter ,der für einen gelehrten Prediger und lrcflichenscrffmrLrmmvavj.rct. Johannes, von eben diesem geschlecht, ein gelehrter mamrund jur u-ccnr., Ivurbe au. 172; Seckclmeisier der siüdt Nmck-Lwliork. Dgur. D-x/te/ iLüricy. Ockekieckw.
Friestland/ soll eine weitlaufftige insul m der uord-fee geac»Grönland zu seyn, davon aber die heutigen üeoU^iu nichts wiiisen wollen. ^
Friestland / lat. krill-, ist eine ziemlich grosse Provintz in denNiederlanden , und wird unter die vereinigten Provintzen gerech-net. Sie hat nordwärls das Teutsche meer, westwärts die siid-see,welche sie von Holland absondert, südwärts die Grafschaft Drentund Ober-Zssel, und ostwärts die provintz Groningen , welche ßrvon Ost-Fricßland fcheidet. Einige theilen sie ein in Oestergoe, so12 amter und 127 dorffer unter sich begreifft; ferner in Wesiergoe,so 8 amter und 127 dorffer unter sich zehlet; und endlich in Scven-wölben, so aus 7 an einander Hangenden mittelmäßigen Wäldernbestehet, und 8 amter nebst 77 dörffern in sich hält. Es hat die Pro.vintz einen erb-General-Slattbalter. Leuwardenist diehaupt-siMin der gautzen Provintz, woselbst der crb-Statthalter residiret, dieübrigen stadte sind Dockum, Franecker, Harlingen , Stavern undandere. Es sind auch einige insuln an der küste dieser Provintz,un-ter welchen die vornehmsten Schiermong,Schelling und Ameland sind. Das land ist morastig, und wächset dahero nicht allzu vielgetrayde, jedoch bat es schöne weyde für das vieh, und bringetM-trefliche ochsen, kühe und Pferde hervor. Es soll chcdessen dieses landseine eigene Fürsten gehabt haben, wie dann von denstlbigen Alde-gillus durch den Bischoff Wilfridum zu Aorck aus Engclland an.679 zum Christlichen glauben gebracht worden. Ob auch schon vonseinem söhne Radbodo das Christenthum wieder ausgerottet wor-den , so hat es doch bald darauf Pipinus Hcrisrallus aufs neue ftßsgesellet, daß die Christlichen lehrer frey darinnen predigen buchten.Hierauf begaben sich die Friesen unterder Römischen Kayser schütz,von welchen sie Henzog Albrecht aus Sachsen bekommen, dessensöhn Gcvrgius an. izi> dieses land gegen erlegung 100000 rheini-scher gülden an den Ertz-Hertzog Carolum von Oesterreich, dernachgebends Kayser worden, überlassen hat, bey welchem Hause esauch geblieben, biß es sich unter Königs Philipp! II in Spanien regierung zu der jetzigen freyheit verhelfen. Man muß diese Frieß-länbische Provintz nicht mit West-Fneßland verwechseln, wel-ches die cinwohner Vlord-HoUand nennen, worinnen die städtsAlcmacr, Medenblick, Enckhuysen, rc. ligcn. ll- krituL-
triliocum rcp. llclc. Leix.p.z. p.Ailch.
Nord-Friestland / oder Rlein»Friestland / lat. Mrminor, kiiliL , wird der strich landes gcnemict, so ßch ilf
dem Hertzogthnm Schleßwig durch die ämtcr Flenßbnrg, Husum »Nordstrand und Eydcrstädt, an der wcstlicheii küste an der Nord-see , bey 8 meilcn in die länge und eben so viel in die weite erstre-cket. Die einwohncr sind Friesen, auch in der spräche von denbenachbarten sehr unterschieden. Wenn aber und wie die Friesenin diese gegcndcn gekommen, ist unbekannt. Einige glauben, essey ihr allererster sitz allhie gewesen. Das land ist jederzeit vielenwasscrfluthcn nntcrworffen gewesen. Insonderheit hat die see an.i ü,4 in ; bis ü stunden dasselbe völlig überschwemmet, und denNord-strand bis auf ein einiges kirch - spiel weggerissen. Erst an.1717 an dem Wcnhnacht-abend hat dieses gute land abermals eineharte wassers-noth erlitten. betckrcib. von Lcklcksvviz
unllkiollicinp.lc.sp.8y.5c99. *
tvst - Friestland / sonst auch die Graffchasst Embdeit ge-nannt, ist ein Fürstenthum in dem Westphälifchen cravst, welchesgegen norden an das Teutsche meer, gegen osten au die GrafschaftOldenburg , gegen luden an das Stifft Münster, und gegen We-sten an den Dosiert grantzct, welcher es von der Herrschaft Gro-ningen absondert. Hier innen ist Embdcn die hauvt - stadt, wie-wohl sie dem Landes - Fürsten nicht nntcrworffen ist, ferner M«rich, die residentz der Fürsten , Norden und Grcthsybi, das altestamm-hauß der heutigen Fürsten von Ost» Friestland. Es lstdiese Provintz mchrcnthcils der Lutherischen und Reformirte» re-ligion zugethan, und wird durch das Hof-gericht zuAurichdwinstitz verwaltet. Hiervon führen auch die Fürsten von Ost-MS*land ihrcn namcn.
Ost - Friestland. Das geschlecht der Fürsten von Ost -Wß-land stammet von dem Frey- und Haliptlmmschen Hause Siresenazu Grellst»! ab/ und ist daraus an. la-^Ulricus/ Eimoiussoh!!/an seines bruders Edzardr statt/ welchen an-1441 die pest hmge-.rissen/ von den Fneßlandern zum Regenten angenommen worm-Dieser richtete an. 14; 8 sein Hof» lagcr zu Emden an / und als erhierauf wcgeinincinigkcik der vornehmsten die gantze Provintz T>l-Fricßland unter sich gebracht / miterwarff er sich dem Kanlcr Vl»derico / der ihn in den Grasenstand erhoben / und mit erstgclimo»tcr Provintz belehnet / daß er sie von dem anslanff der Cmsbis an die Weser mit allen Nutzungen / Herrlichkeiten und rechnnfür sich und seine männliche destendmlen nach dem rrchle der an-