Band 
Zweyter Theil
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Grabau / ist eine mittelmäßige stadt und ehmalige resident indem zn Mecklenburg gehörigen Fürstentbiim Wenden gelegen.Lrie wcrr die rcsideiitz Heryogs Fnderici, so an. 1688 verstorben.

stehe / Hee^Oge. noric. ^>roL. Qerm. L'sr^ ve-

r^-re-r

Graden/ eine Adeliche familie in Tyrvl,welche schon an. i;z->floriret hat. Andreas ist an. 142; Hauptmann zu Orcenburg,Ulrich aber zu ausgange des 1; Nccu>i Landes - hauvtmann inSteyer gcn'ese». Carllebte um die mitte des 17 llcwi. und hatte 2söhne, Ottonem Henricum und Johannem Sigismundum. Diex-neLlngic der Grabner von Schlickesborff findet man bey dem

lkeinm. p. 1 6c Z. F^r. ekrenicr. k. 2 x>. 6 -,

Grabenau/ ein HeßistHes amt und städtlein unter dem altenvesten schloß Hertzbcrg, an der gräntze des niedern FurstenthunrsHessen , ist an. i6o; von Landgraf Ludwig dem jüngern aus einemdorff zu einer stadt gemacht worden. Nächst daran llgt ein altessteinernes nunmedro fast zerfallenes kloster, welches den Johan-niter-Rittern zugestanden, an. 1526 aber von den Landgrafen ein»gezogen und denen von Pleß nebst zugehoc zu lehn gegeben wor-den, nach deren absterben an. 1 es wieder an denLehu-herrn ge-fallen. kctcn-. j,. 204.

Grabes / (Ritter des heiligen) ein geivisser Ritter - orden imgelobten land, welcher bey nahe ein Apostolisches alter prätendirt;er ist aber, wenn man die fache genau untersucht, erst an. moaufgekommen. Denn als die Saracenen Jerusalem inne hatten,waren die so genannten «.-zull-c- ononlci des heiligen AugustimVerwahrer deS heiligen grabes. Als nun hernach die stadt von denChristen eingenommen worden, gab Gottfried von Bouillon die-sen Onomci.° grosse geschencke und Privileg, und erwählte ihrekirche zu seinem und seiner Nachfolger begräbniß- ort. Valduinus,bemeldten Gottfrieds brudcr und Nachfolger in der regieruug,schlug diese verwahrer des heiligen grabes zu, Rittern, und setzteden Patriarchen von Jerusalem zum Haupt über sie. Allein, dahernach die Saracenen Jerusalem wieder einbckommen hatten,begaben «ich tuest Ritter erstlich nach Plolemais, und hernach nachPerugia in Italien . An. 1484 vereinigte der Pabst JnnocentiuSVIII diesenorden mit den Johanniter - Rittern, welche Vereini-gung aber nicht lange daurce. Denn Alexander VI erklärte sichan. 149Ü selbst vor den Großmeister dieses ordens, denaber der cwnvcniu^Hum machte er zu seinem Vics-

rio Oen-r^ll, und dieser hat die macht, entweder selbst, oder durchdie von ihm verordnete ctommiiiLrios. Ritter zu machen. Sie tra-gen ein wcisses kleid, und auf der brüst ein rothes creutz, welchesvon 4 kleinern gleicher färbe umgeben wird, und, nach einigermennung, die z wunden unsers Heylandcs vorbilden soll. Siegeloben die eheliche keuschheit, den gehorsam, die besehirmung desgrabes und glauben« Christi , sind auch verpachtet, allmosen zuerlösung der von den ungläubigen gefangenen Christen einzusamm-len. In Enaelland hatte König Heinrich ll um das jähr 1174dergleichen Ritter-orden gestifftel, und demselben vortresiicheguter eingegeben. Es waren die Ritter insonderheit verbunden,sich zwey fahr lang zu Jerusalem aufzuhalten, und das heiligegrab zu hüten; es ist aber dieser orden zugleich mit der Catholi-schen religion in Engelland erloschen. »r^m. m>>a.

i. > c. >6 öe ri. rlic^cr. ll'iiomm. A: lle ckevrl. Kirier-

«rllcn.

Grabfeld / ist ein strich in Francken, wvrzu man dir stadleunddörffer Königshöfen, Meinungen,Aichsfcld,Nordheim,Stock -heim , saltzach und Waldorff rechnet. Den namen hat sie gleich-sam von Grafenfeld, weil etwa» daselbst die Grafen von Henne-berg in uralten Zeiten gewöhnet, und die ersten oft - Fränekifcheugräntzcn am Thüringer-wald wider die an. 4 i 4 aufstehenden Thü-ringer geschützet. ck-011. vfü-crb. p. 4-4-

Gradic / eine Adeliche familie in Pohlen, welche zu des Kö-nigs Wenccslai I zelten aus Böhmen dahin gekommen, und sichbey Petrikow zu Wola niedergelassen, welcher ort bis auf den heu-tigen tag von dem ersten bescher Grabina Wola hcissen soll. Siehat sich nachgchends in dem Siradicnsischen, Lublinisch- und Kio-wischen ausgebreitet. Andreas Grabie, Groß-Cantzler in Pohlen,und Bischofs zu Cracau, starb an. 16 z 0 sein bruder Adam,Haupt-mann zu Larnagorow, hat seinen stamm fortgcpflanlzt. Von die-sem geschlecht führet ein äst, der in der Woywodsthafft Belcz seinegüter hat, den namen Live Lipski. Suantislaus Lipe Lipski waran. i z90 Land-Richter zu Belcz. c.

kol. l. I.

Grabon/ (Matthäus) ein Dominicaner aus Sachstn, be-hauptete an. i4>8, daß weder die geistliche noch weltliche dieGelübde der keuschheit, der armnth und des gchorsams halten, nochdadurch etwas verdienen könten. Der Cardinal a'Ailli und Jo-hannes Gcrson bckainen von dem Pabst Martins V orck-e. dessenpropoliiionc- zu untersuchen, da denn deren 25 conllemmrt, undGrabon genöthiqet wurde, seine irrthümer auf dem zu

Costnitz vor dem Pabst abzuschwören, allivo er gestund, daß er dieselehr aufdie bahn gebracht, um denen gemeiniamlich bey einanderlebenden geistlichen Nachtheil zu dringen. r»,».,. »

Grabow / eine stadt in der Poblnischen Wovwodsthaffr Belc^«n den qräntzen der Wonwodschafft Chelm gelegen. Sie bat nurvon hoch erbaute Häuser, und um sich herum eine grosse ebne.Das castell ist von natur so beschaffen^ daß man schwärlich darzukommen kan, auch durch die kunst einiger Massen bevestigt.

gra

Grabow/ eine uralte Adeliche familie in Pommern , „llw,sie in dem Wolgasie sehen das Ritter-gut Pennow an sich qebracbtSie hat sich auch in dem Mecklenburgischen und Hvlsteiniiclemausgebreitet. Dietrich wird an. 1260 in einem <llp>owLrc herkoaLBarnimi in Pommern , so eine dem Stifft Coßwick imAndalri'schen geschehene Uunsr-o,, betrifft, als zeuge angeführt. Ein ande.rer dieses namens war an. -zrS Hertzogs Ottonis I in PommemKüchenmeister. Bäum und Ernst befanden sich an. 1492 bey derbejagerung der stadt Braunschweig . An. 1496 haben sich ikr«z dieses geschlechtS in Holstein aufgehalten. An. 171s st«b eMDänischer General von Grabow. Lk-c^/. xommcri.

llclii. 6.llcl. ckrvn. /riiliLlt, kill. ?. ;

Gracchus / ( Tiberius Lcmprcmms) ein berühmter Römeraus Vene geschlecht der s<-,nor<>niorum. §x war zweymal Bücher-meister , das erstemal mit L.Claudio?u!ckr» 577, '807,

(l. 177, und das andere mal mit kt. Juventio 7.v.

;82I, /r. e. 16z, einmal (ch» 5 »r mit e. Claudio^ V. z8z,Lnf;8i5, c iüy, und genoß zweymal die ehre zu triumphiern.Als er war, brachte er Gallien unter Römischen gehorsam.Zur zeit, als er zum erstenmal Bürgermeister war, wurde er inSpanien gesandt, und brachte daselbst die Celtiberier wieder zumgehorsam, eroberte ihre stadt Murcis, ließ sie überaus prächtigre^ren, und damit sie ein denckmahl seiner tapffcrn thaten seynmochte, so gab er ihr den namen Gracchuris. Als er zum andern-mal Bürgermeister war, eroberte er die gantze insu! Sardinien,und brachte eine solche menge sclaven von dar mit sich nach Rom ,daß daher, weil selbige sehr lange zeit feil stunden, und nicht füreine allzu gute waar geachtet wurden, das svrüchwort entstund:

vcn^i-?. Seme liebste war Cornelia, die aus der Sti ionumgeschlecht entsprossen, und wegen ihrer sonderbaren keuschheit undgelehrsamkeit sehr berühmt war. Und ist merckwürdig, daß dieserGracchus vorher lange zeit ein hefftiger Widersacher dersckpmnum.und vornemlich des älteren Lcipjonls^kricLni, seines nachmaligenschwahers, gewesen, aber gleichwohl, da die iribu», yiebis de»l.. 8 ciploncm Maticum nach seiner zurückkunfft vom krieg Wideräni.oclium -4., „iid gehaltenem lriumph, in den kercker führenwollen, Graechus denselben durch seine imerceslio» hefreyet, daerzugleich vor dem verfammleten volck eydlich betheuret, er wäreim übrigen mit dem geschlecht der «cipionum nicht verglichen,thäte aber dieses für die ehre des standes, weilen es eine döchst-fchlmpfliche und unwürdige fach wäre, wann man nun 8 c,,»o.ncm in eben das gefängnuß wcrffen solte, worein kurtz vorher dieunter seiner anfuhrung gefangene Heerführer der feinden seyen ge-legt lvordeil. Schon vor Livii zelten war eine gemeine red irrRom , die verlodnuß dieses Gracchi mit Africani tochter wäreeben an demselbigen abend, da gleich der Rath eine Mahlzeit imc^pirovo hielte, auf anhalten der vornehmsten dabey anwesendenNaths-gliederen geschehen; aber dieser geschicht - schreiber hält esincht für glaublich, und achtet vielmehr, die ehe seye erst nachscipioms tod gestifftct worden. Nun mit dieser Cornelia zeugteGracchus r söhne, Tiberium und Cajum, beyde von unvergleich-lichen gaben und vortrcflicher beredtsamkeit, die aber daneben ssheffrig nach des gemeinen volcks gunst strebten, daß sie des Rathsparthey verliessen, sich zu dem gemeinen Haussen schlugen, die >- 8 -rvon austhcilunq der gemeinen oder oberkcillichen äckerenunter das volck, woraus nichts als aufrubr entstehen kunte, wie-derum erncurlen, und nicht eher nachliessen, als bis der Adel znihrem Untergang die Waffen wider sie ergriff. Tiberius wurde^ V. Ü2I, !vt. z 8 ;i, 4. <^. IN , von Nasica geiödttt,als er, um noch mehrere vorhabe» auszuführen, sich auch fürsfolgendcchhr zum ir-Sum, ?.cb,- wolle erwählen machen. Als erden grossen gegen - gemalt sahe, hatte er sich des c^icoN, bemäch-tiget , und durch öfftcres weifen auf sein hauvt dessen bcschntzimgund crhaltung dem gemeinen volck rccnm<n->iö>rt, welches aberseine feinde dahin deuten wollen, als hätte er durch solches MNdie cron begehrt. Scipio Nasica, welcher sich da zum ann'chrerwider Gracchum an die spitze stellte, auch, nach dem zeugnuß Dw-dvri Skull, (welchem aber von andere» widersprechen wird) sel-chen mit eigner Hand gelödtet, hatte die ältere schwester der Mut-ter dieser o^ckorum zur ehe. Cai»s Gracchus trat in eben diefußstapffeii seines bruders, so viel das ll» Äßr--,» betrifft, wolle ssgar das Königreich Attali in klein-Asien , welches dieser kurtz vor-her dem Stand vermacht halte, dem vvlck preiß geben, und thatdarneben dem Rath und gesammten Adel sonderlich grossen scha-den durch sein gcsatz von den öffentlichen geeichten, welche er demRath entzog, und den Römischen Rittcren, als den vornehn sicndes volcks, Übergabe; wodurch es dann, wegen damals vbschwe-bender heffligen ciffcrsuchl zwischen dem Adel und dem gememmvolck, geschehen, daß eine zeit lang fast alle Raths-gliederr, welcheverklagt wurden, und darunter verschiedene sehr wohl verdientemänner, die härteste urtheile empfiengen, auch meistens ins elendwandern musten. Allein auch dieser Gracchus lag zuletzt unken,und nachdem er sich ebenfalls, wie sein bruder, in demzu retten gesucht, gicng der Bürgermeister c. OvimiuH und vacheinigen auch dessen , ». Jrmius Brutus, diests Eracchkschwieger - vater, so hefftig auf chnc loß, daß er dabey das lebenverliebrcn meiste. Etliche sagen, er habe sich «elbst getödtct, an-dere aber, es wäre von einem seiner knechten auf seinen befehl hmgeschehen; dieser wd fallt nach der gemeinen Römische» ssit--rechnung in V. üzz, ; 86 ;, ^ c:. I 2 l. ll-n, I 4 ' c

ÜL in Lpir. I 58. ,6. z. I. zz c. r c-eü. >.

c. iz. clü bell. civ. I. r c. 14 6c ?.

L/»/, io Lrccrpr. V»I«. in L»rr«iki«.

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