Band 
Zweyter Theil
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552 grä

Gräftnhazmiche»/ bißweilen HäMiche» qeNällNk/ ein stadt«ttlnund amtlm Cbur-Sachsischen eräyse zwischen Wtttenderg undBttterfeld/ von jedem ort 2 messen gelegen- Es ist im dreißig»lahrigcn krreg verbrannt worden. mpogr. ssx. wx. p. >o<.

Gräfing / ein kleiner Bayrischer marck-fleckctt im BißthumFreysingen und demMünchtschen land-gericht Schwaben i meilvon Ebersbcrg gelegen. Der ort ist sehr alt/ und sollen daselbst im6 seculo die troupvenderConstantinopolitanischenKaysernJustinir!nd Jnstiniani eine gedoppelte niedcrlag von dem BayrischenHertzog Lhcodon iVI. erlitten haben.

^nnsl. Uoj. I. *

Grätz / lat. Qrsjscum , 6r«cium und Lsvsris , eine prächtigesiadt in Nicder-Steycrmarck. Sie ist die Haupt - stadt des landes/nebst einem schönen schloß/allwo vor Zeiten Kayser Ferdinandusll/eils er noch Ertz-Hcrtzog von Oesterreich war/ zu residiren pstegte.Sie ligt am fluß Mure/ ekwan ir oder i; weilen von Wicn/undr Meilen / wo die Mure und Dräue zusammen fliehen. Der ort istzimlich fest/ und mit einem wall und doll-wcrcken/ auch schönenfesten thoren versehen, sonderlich aber wird das ober-schlvß fastfür unüberwindlich gehalten/ weil es auf einem berg gelegen/ souni und um frey und festigt ist / und dem gantzcn lande herum ge-bieten kan. Die landschafft hat allda tlirland - hauß / und ein»nehmer-amt/ und es werden die land-tägc daselbst angestellet. Esist auch die Jnncr-Oesterreichlsche rcgierung daselbst / dahin alleÄppsiUriolies aus Sicycr/ Kärndten/ Cräin/ Windischmarckund Görtz gehen. Dahero stets ein grosser Adel da wohnet/ auchjährlich 2 vornehme märcktc oder messen/ zu mit-fasten und 8. Ae-gidii/ deren jeder 14 tag wahret/ allhicr gehalten werden. Es sinddaselbst viel kirchcn/ auch ein ansehnliches Jcsuitcr»cM!cgm>i,,nebst einer hohen schul und viel schöne Hcrrschaffssiche Palläste.

bclctircit,. llngsrn.

Grätz/ Böhm.Hradecz/ ist der name einiger städte in Böh-men / darunter eine nebst einem schloß im Bcchlner-cräyßohnweitDudweiß ligt. Von Nönigin Grätz ist ein besonderer acticul-

Lei/e,-. looox;-. kotiern, 9.

Grätz / im Voigtland / siehe Graitz.

Gräve/ (Johann Georg) ein berühmter ffrokcllor

xollrica:, Iiillnrisrum Ulld e!oquenri.r ZU Utrecht / war dttl 29 jaN.

an. i6;r zu Naumburg gebohren. Sein Vater war Georg Gravc/Stiffts-Daumeistcr zu Naumburg/dicmutter Catharina Plrelsch,nenn. Anfänglich wurde er in seinem Vaterland unterrichtet/ baldaber in die schul-pforte geschickt. Daselbst warcrsonderlich fleißig/und gewehnte sich dasiiacht-sitzenan/ welches er auch biß an lei-nen tod getrieben. Insonderheit brachte er die meiste zeit der nachtmit lesnng des Homeri und Hcsiodi zu/ und setzte sich dardurch imGriechischen fest. Darmit zog er nach Leipzig / und wurde vonAndreaNivino wohl unterrichtet. Ncchst dem horte er Johannen:Slrauchium/ welcher damals villor. und °>oc,. vrofeUur zu Leipzig war/ welcher ihn auch zu der juri^ruäcnr anreihte/ worzn er aberkeine sonderliche tust hatte. Er machte sich auch mit Thoma Rei-riesio/ der damals noch zu Altenbnrq war/bekandt. Jndesienschickte ihn sein vater nach Ost-Fneßlanv / den dem Grafen einegrosse und alte schuld einzutreiben; Als er dieselbe aufgebracht/kam ihn die lust an / Salmasium/ Hcinsium und Gronovium/kennen zu lernen / kam derowegcn zu diesem letztem nach Deven-tcr/ wclchcrbald merckte/ woran es dem Grävio fehlte/ fragteihn dcrohalbcn/ ob er auch Latein reden und schreiben komc?Grävio kam diese frag sehr fremd vor/ und gab ziir antwort / daß«r diese spraach wohl innen hätte. Gronovius fragte weiter! oderdenn die e?>lloi.^(.'>ccro„jz wohl verstünde? Grävius nULrwte sichin einer prob. Dieser hieß ihm die erste unter den s^mNisr epistclnauslegen / und da Grävius solche von work zu Wort in das Teut-sche übersetzte/ spürte Gronovius / daß er zwar die qrammaticwohl verstünde/ aber darum die alte Römische spraach und rechtekrafft der rcdcns-artcn / welche allein aus. gründlicher crkanntnußder Römischengcwonhcitcn und s,wqi»täten gesammlet werden/noch den weitem nicht ponrmrte; ficng dcrohalbcn an von demrechten verstand und Nachdruck etlicher Worten mit ihm zu han-deln / und ihm solche zu erklären/ daß Grävius seine Unwissenheitsreywillig bekennen muste/ mit dem erbieten/ untercincm solchenlchrmeister von körnen anzufangen / wie er denn auch das meisteseiner --ruäicion Gronovio zu vcrdancken. Zwey jähr brachte er alsobcv ihme zu / darnach gienq er in Holland / und weil Salmaffusund Heinsius inzwischen zu Lcydcn verstorben waren/ wandle ersich zuAlcrandro Moro und David Blondcl nach Amsterdam .Aufderen einrathen übte er sich in der Historie und thcologie/nahmauch die Rcformirte rcllgion an. Nachdem er da,eldst fast 2 jährgclebct/ wurde er an Johanuis Schullingii stelle nach Duisburg /und als Gronovius nach Lcydcn kam/ an. i6z8 nach Dcventcrbe»ruffcn; von dar wurde er an.i ss i nach Utrecht vociret/ wohtn erdie ausländer/ auch viel Fürsten und andere stands-personcn/ ingrosser menge/ hinzog. Erhalte auch Utrecht so lieb/ daß ob ergleich viel voc.irio^-,> „ach Amsterdam/ Lcydcn/ Venedig / auchvon dcmKönig in Preussen und dem Fürstcnlhum von Pfaltz hatte/er sich doch auk keine weiß von dar wegbegcbcn wolle. AIs er nundaselbst mit grossem rühm viel jahregelcbet/ machte ihn der KönigWilhelmus III von Engclland zu seinem mllorio^pko. An. 1702wurde er mit dem schwinde! / schwäche der äugen und andern zu-fallen bchafftet/ worzu noch seiner frauen tod kam/ mit welcherer viel jähre glücklich gclebet. An. ,70z den n jan- hatte er frühden Printzen vonOst-Fricßland und die Gasen von Jscnburg in-vrnnret/ undgiengum den mittag aus; unterwegs überfiel ih»

keruberlcbet. Seme schnfften sind: »-llo-iuscumnoch; ciceronj»

epillo!« sä ksmilisr«; sä Lcricum; vKcis; orsrioncz cum noäristukinus; 8 uctonius; klorus; wucisnus cum noris; rlielsurui smj'quirsrum Komsnsrum; rkelsuru 5 smilzuirsrum Icslicsrum,

orsric, xsrenrslis. sSS-- , 70 ; x. i3x. T'emLeü cmisuLbibl. p. 4 -ir *

Grave/ (Gottfried) ein bruder des vorigen/ ward an iss,ln Naumblira gebohren / und legte den gründ zu seinen -iuäü-derland-schtssezu Pforla.An. 1661 zogeraufdieuniverfitätnackLeipzig / da ihm sern vettcr Johannes Schilterus guten vor«that / blfi er sich an. 166; zu seinem bruder nach Holland beaab/bey dem er sich 2 jähr lang aufgehalten/ und in den darin-nm er exc-i„rte/ so geschickt gemacht/ daß er sich nicht weniaerehre als sem bruder wurde erworben haben/ wann er nicht zu an.dem Verrichtungen gekommen wäre; Er wurde aber an 167tzum Ober-Sladrschrciber in Leipzig erwehlet; an. 1681'mit mden Rath gezogen/ und an. 1698 s^äicu-; in welchem amterdurch seme-p?i>cstion. rrfahrung/ und geschickte feder/sich einenbesondern rühm erworben/ auch darbeyder öffentlichen Ratbs.bidttothec grosse dienste gethan. An. 1709 übernahm er das ihmauffgetragene Burgermeister -amk/ ohngeachtet er es schon das jabpvorher bey einer andern vsc-m- ausgeschlagen. An. 1719 den r«oct. überfiel ihn ein schlag-fiuß aufdem rath-hauß / davon erdestandern tag mi 78 jähr seines aiters verschieden.

Gräventhal/ eine mittelmäßige stadt / amt nnd Herrfchaffian dcr Zvple / und dem ende des Lhüringer-walds gelegen/ wo.durch die grvste aus Thüringen und Francken gehet. Siehat ihren »amen von den Grafen / und jst die rrsäMo». daß nachÜberwindung der Sorbcn-Wenden das gerjcht von dem sogenann-ten zwischen hier und Salfcld gelegenen dörfflein zur Hvheneich/welches nur in einer kirche/ pfarr-und jäger-hauß bestehet/ wo-hin die umliegenden orler in die kirch gehen / woselbst man auchannoch cmcn ort zeiget / der insgemein der Ressel oder daswen-dischc gcricht gencnnct wird / hichcr gelegt worden / welchesumiotstel wahrscheinlicher ist/ weil die von Pappenheim / als sieGravcnthal gehabt/ deßwegen absonderlich vom Reich mit demHals-gericht geliehen worden / hätte also diesen ort von den Gra.fen solches gcrichts die benennung erhallen. Das gleich anderstadt aufeinemhohen berg gclegcneschloß heist Wespenstein / viel-leicht weil daherum viel wcspen zu finden. Nach der zeitsoll dieseräillnÄ von den Hcrtzogcn von Meran beherrschet worden/undnach deren männlichen stamms abgang mitOltoncan. 1248 Her-tzog von Meran an GrafOtto von Orlamünde/ der die ältereMeranische Printzcßüi Beatricem zur ehe gehabt/ mit andern lau-den gekommen seyn. Bey lebzeitcn Graf Sigmunds von Orla,münde aber/ der an. 1447 gestorben/ ist Gräventhal an die Her«tzoge von Sachsen gefallen / und von Hertzoq Friderich und Wil.heim von Sachsen an. 1-N8 Conrad von Pappenheim damit belie»hen worden / daher auch eine besondere linie derer von Pappen-heim da icitäwt hat. Aber an. 1S21 erkauffkeHertzog MamPhilipp zu Sachscn-Altcnbu rg vor sich und seine brüder diese Herr»schafft Gravcnthal von dem Reichs-Erbmarschalln/ GrafMari»milian zu Pappcnhciin/ vor 102089 fl. und 7°° gl. zum reu-kauff.Nach derAltenburgischen linie abgang kam sie an dashauß Gotha /und im gedachten hauß durch den Haupt- vergleich vom 8 jun. an,1681 mit andern landen an den jüngsten söhn Ernesti Pii/ Her,tzog Johann Ernsten. ^7«^» proärvm. nill.

Grafen / waren zu alten Zeiten des Königs und des Reichs be«amre und Land-richter; denn weil das gantze Königreich der Teut-schen Francken in Govett / oder Grafschassten eingetheilelwar / wurden selbige darüber gesttzct. Der nanre scheinet ursvrimg«lieh von dem Teutschen work Grau herzukommen / und diesen be»amteu in ansehung ihres alters zu gefallen zu seyn, eben wie dieRömer auß gleicher ursach ihre Raths-Herren Scnslore- undr-"-«gcncunet; mästen dann in der that die meisten alte gcschichtfchrei«dcre, welche der Teutschen Meldung thun, von Vcllejo Paterculound Tacito an biß zu denen zelten, da der name und das anff derGrafen durchgehends im gebrauch gewesen, uns viel beweißlhüm-mer und crempel an die Hand geben, wie unter diesem voick das al-ter in fonderbahrem ansehen gewesen, und alte männer sürnenMzu solchen ämtern gezogen worden, da viel zu schlichten und zu ra-then wäre. Dieser ältesten und ersten Grafen Teutschlands amtnun bestünde gantz auf der justitz, daß sie in m-ickm-und bürger-lichen fachen, so wohl in geist-als weltlichen, in der Grasschajfl,darinnen sie gesessen, recht gesprochen, und gegen die überirettcr,nach ausweisung der Reichs-gesätze und ordnungen, mit gebühren-der straffe verfahren. Dahero, wenn die Könige neue gesätze aus-gehen liessen,wurden solche den Grafen von dem Königlichen Cantz-lcr zugeschicket, welche sie alsdenn musten abschreiben, und in ihrenGrafschassten verlesen lasse». Auch musten sie zuweilen bey einemallgemeinen aufbott die Edle und Frcybürger zu kricges-zciten auf-mahnen, sie als derselben Obriste dem Königlichen Heere zufuhren,und des kriegcs endfchaffk auswarten. Damit auch die Grafen emgewisses Haupt hätten, dem sie in abwcstnheit der Könige folge lei-steten , so wurde insgemein über etliche Grafen, deren ein jederüber einen , oder eine stadt, oder beyde zugleich zu gebietenhatte, ein Hertzog gcsetzct, und also aus unterschiedenen Grassschafften ein Hertzogthum formiret. Jedoch waren einige Grafenwelche keinen Hertzog über sich hatten. Bißweilen ist es auch durchder Könige belieben dahin gekommen, daß einem Grafen 2,) uns