Band 
Zweyter Theil
JPEG-Download
 

1^2 M

schliesst, baßer vor altem grösser gewesen / wiewohl der eigentliche«rbauer unbekannt ist. Die Ehronicken des tz- Vaud meldenzwar / daß das schloß zu Granson an. 8 l; von einem, namens Fa-vins / erbauet worden / weilen aber solche schrifften nicht so gar -u-»Kcnrisch sind / kau man einem gcwissenhafften lescr leichtlich erlau-ben,einen solchen umstand in Zweifel zu ziehen. Es haben allda vorleiten eigene Grafen regiert/aus welchen Lambertus an. -ogy Bi-schoffzu Laufanne / Amgdeus von an. 1219 bis 1260 Bischofs zuGenff/ und Otto an. izo; Bischoffzu Bafel gewesen/ und KayserAlbertum I zu Bafel meuchelmörderifcher weife erstechen wolle»/wann nicht die fursichtigkeit seines damaligen fürfprechs und doll-rnetschen Hugens zur Sonnen , solchem frevelen beginnen vorge-kommen wäre. In der vormaligen Barfüsser-kirche ist noch in dermauren zu sehen die bildniß GrafOttonis von Granson / welcherder letzte von dem geschlecht gewestU/UUd an. 1400 von einem Rit-ter,Gerhard von Stäffis / in einem -tue» erlegt worden. Nach die-ser Grafen abgang käme Granson als ein heimgefallenes leben,andie Hertzoge von Burgund / dahero, als der krieg zwischen HcrtzogCarl und dcn Eydgnossen ausgcbrochen, sind diese an. 147; fürGranson gezogen/haben das schloß aufden 1 may erobert, diebe-satzung zu kriegs»gefangenen gemacht / und unter HauptmannBrandolff von Stein das schloß besetzt. Zu ansang des folgendenjahrs solle so wohl Averdun als Granson durch verräthcrey demHertzog in die Hände gespielt werden; als aber der anschlug ainersten ort fehl geschlagen, begäbe sich der Hauptmann von Stein indie stadt, um die burgerfchafft zur qegenwehrauzufrischci!, und allenöthige Vorsehung zu thun; er wurde aber allda angehalten, undsamt seinen dienern gefangen genommen, auch mit einem strick andem hals für das schloß gcführesiind der besirtzung solche droh-wortjugeruffen,daß, wann sie das schloß nicht von stund an übergebenwurde, man ihne vor ihren äugen aufhencken, und auch mit thuenallen nicht viel gelinder umgehen würde; die besatzung aber wollevon keiner übergab nur das geringste sprechen , so daß dic gegen-parthcy den Hauptmann in das Burgund führte, und endlich nacheiner zimlichcn zeit, als der zor» sich allgemach gelcget, dcne gegenden Herrn ^ >« Tour auswechselte; Bern und Freydurg aber be-setzten hierauf Granson mit mehrcrcm volck. Der trotzige HertzogCarl liesse sich durch solche austasten der armen Schweitzcren we-nig abschrecken, sondern ruckte mit einer macht von §0000 mannfür Granson,willens ihnen allen in kurtzcm den garaus zu machen;der in Iverdun gelegene Bcrnerische Commendant aber, so beyeinem so ll-ssc-Lrcn anzug das sicherste Mittel zu crgreiffen für nö.Ihig achtete, steckte seiner empfangenen zu folg diestn orc inbrand, und begäbe sich mit seinem volck und allem kricqs-vorrathnaher Granson, da indesseu Bern und Freydurg die gesamteSchweitz bey einer so grossen noth zudem entsatz aunnahneten.Die Burgunder grissen indessen ihre arbeit an , demcisterten sichdes stadtleins im zweyten stürm , und trieben die besatzung in dasschloß, welchem so bald hart zugesetzet, dem Connestabier der kovff«bgeschosscn und das meiste pulver durch darein gefallenes feuec inrauch und dampf vere hret worden; bey diesem allem behielte diebesatzung einen bertzhafften muth , und thäte eine reioime gegcn-wehr; die bcy Murtcn versammlcte Eydguossen thaten auch dasihrige, und schickten den Hauptmauu Heinrich Dittliger mit üoomann in einigen schiffen den Ncuenburger-see hinauf,»in wo mög-lich etwas wccuiics in daS schloß zu werssen; es wolle aber nichtangehe»; hieraufhielten sie fürrathsam , die belagerten , wie siekonten, in ihrer standhaffliakeit zu erhalten, liesse» derowcgen dietromlcn und andere dergleichen zeichen bis in das schloß erthvnen,dabey sich die noch willige Verfechter ihrer frenhcit eines baldigenluccui-ieS getrosten könten; sie nahmen auch solches alles, als gutekennzeichen an, und wollen noch weniger, als iemaleu, von eineraufgab etwas mercken lassen; der Hertzog, der inzwischen an svio-neu keinen Mangel hatte, vernähme zu seinem nicht geringen schre-eken,daßdie Schweitzcr allbercits auf 20000 mann angewachsen,und sich in Murtcn zu einem abzua auf Granson fertig hielten,machte derowcgen alle ersinnliche austasten, das schloß vorhcro inseinen gcwalt ;n bringen,ehe er mit diesem neuen corp» cine scblachtwagen solle ; zu diesem cnd erdachte er folgende list: Er schickteeinen Teutschen Hauptmann zu der besatzung, um sich zu stellen,als käme cr aus mitleiden gegen solche dapffere soldaten, und ihnendabey zu rathen, sie sollen, da keine Hoffnung der errcttuug mehrübrig wäre, einem elenden tod vorzukommen, sich ohne weitere,,widerstand dein Hertzog ergeben; cr solle ihnen hierbey mit ma-nier erzchlcn, daß der Hcrtzog dieser tagen allbereits die stadt Frey-burg eingenommen, und alles niedergemacht hätte; nun gehewürcklich ein starckes coi-p» für Bern , welcher stadt es nicht besserergehen werde, und die bey Murtcn postirt gewesene Endgnossenseyen», grosser Uneinigkeit zurück gezogen, so daß sie auf nichts wci.ters, als des Hertzogs gnade, einige rechnung zu machen hätten,welche ihnen auch nicht fehlen solle, so ferne sie sich ohnverwcilt zuergeben lust haben würden ; solche und dergleichen andere Vorstel-lungen machte» die guten soldaten so verwirrt, und nach einigembedrucke» so willfährig, baß sie nach überreichtem von 100si. dem Hauvtmann die Versicherung thaten sich zu ergeben, wel-ches auch in der that an dem Aescheu-Mittwoch an. 1476 gescha-he. Sie wurden aber gantz treulos; tractirt, und so bald siefür das schloß heraus waren, gebunden, mit grossem spott in demlager herum geschleppt, den folgenden tag auf antreiben des Gra-fen von Romont deren zoo an bäume aufgchenckt, 200 an ein lan-ges seil gekuüvfft, in den see gemorsten, und darum so laug herum,gezogen, biß sie alle elendiglich ertruncken. Aber gleich darauf amVamostag vorder alten Fastnacht kamen die von Murtcn aasige,brochene Bunds-gnonen herbey, griffen.die Burgunder mit sol»

gra

chem grimm zu dreyen verschiedenen malen an, daß, nachdemelieh d,e Reuterey untern, Hern, von Chateauguyon übern Haussengemorsten worden, auch das fuß-volck in Verwirrung Miethe, wor.auf einerseits das tod-schlaaen, anderer seits aber eine allgemeinefeld-siucht erfolget, also daß denen Eydgnvssen alle stuck,

VN8--8- und übriger grosser reichthum des lägers zu theil worden'Von den Burgundern blieben über 1000, „„d von den überwin.dern ;o auf den, platz. Die gefangenen wurden meistens zur raa.ehe der erhanckten und ertranckten hingerichtet, stadt mid schloßwieder gesäubert, besetzt und die reiche beut vertheilt, so sich übereine Million beloffen. An. 1484 wurde in dem zu Münster im Er.gow,wegen denen eroberten Burgundischen orten GrandsbwMur.ten und Eschalans, oder Tscherlitz, ergangencm Rechtspruch er.kannt, daß diese orter denen beyden städten Bern und Freyburqae,meinschamlich verbleiben, hingegen diese, denen übrigen zu hülstgezogenen Eydguossen, 20000 st. bezahlen sollen, welche bezahl»»«,an. 148; aufLichtmeß erfolget ist. Bey Plünderung des Burgun.buchen lagers, hat.ein gemeiner knecht einen sehr grossen diamantlnit daran Hangenden zwey grossen perlen, unter einem wagen qe.funden,selbigen einem pfaffen gewiesen,der ihme einen gülden bar.um bezahlt, heruach seiner Obrigkeit um ; st. wieder verkauftet.Folglich hat Bartbolome May von Bern denselben um zooofl.sich erhandlet,und einem Genuesischen kauffmann wieder verband«let um 7°°c> st. diesem halber Hcrtzog von Mayland nooo dnca»ten darfur bezahlt, und endlich solle ihn Pabst Julius II um 2022»ducaten au sich gebracht haben. An. -7,6 haben beyde StündeBern und Freydurg das schloß neu gcbauet. Die in diese Vogteygehörige orter sind Moutagny,Ficr,Gicr, 5. Manns,Champagne,Bonvillard,Onneiis,Provcnce,Cvncise rc. >. 8 . c. >; L

?. I. 6. cbron. bleiver. Nist ttciv.

>18cr. I. ir. c. 14. ibcair. Loloci. ?. 1. ^>. Lbregs

x. 7zy. *

Grantham / eine stadt in der süd-westlichcn gegend der Gras«schasst Lincoln am flnffe Wicham,welcher von dar nord-wärcs nachLincoln zuläufft. Sie gibt der dabey gelegenen gegend den namenGrantham-Wapentake. Es ist im übrigen ein ansthnlicher orlavo.hin viel volcks kommt, weil cr gleich an der nördlichen land-steasseligt. Der daselbst befindliche kirch-thurn bat etwas merckwnrdlgesan sich, daß cr »emlich krumm und als gebogen anzusehen. Diesestadt hat auch eine freye schule, und ist 104 meilen von Londcn ent-fernet. r. 1. llcicr. Lriran.

Grantham/ (Grasen von) in Engell«md. Diesen titul bek«,mzuerst von dem König Wilhelmo III au. 1698 den 24 dee. Henri-cus von Ouwcrkerk, der älteste söhn Heurici von Nassau vonOuwcrkcrk nachmaligen Holländischen General-Fcld-Marschalls.stehe Vuwerkerk. n-ip ro LnZUstz tz>K. x.

Granvelle/siehe Perrenot/Cardinal von Granvclle.

GranviUe / lat. 0rrn6,sv,i!», eine stadt in der Normandic,zwischen Comances nord-wärts, Avranchcs und ^»nr 8 . Michaelsüd-wärts an der sec gelegen , 7 meilen von der üssul Jersey, undtheils aufeincm seifen, worauf mau schwärlich kommen kau, theilsauch auf einer ebne,da sich ein havcn eröffnet.

GranviUe / Grencvil / Grandville. Von diesem ge»schlecht in Engelland wird Hamon v-nr^rus ;„m urheber gesetzt,welcher des Nordn,aims RoUonis,(so die proviutz Neustriam, wel-che nachgchcuds Norniandie genannt worden, zu ausgang des -s-cul> eingenommen,) »aber bluls-freuud, Graf von Carvoil, auchHerr von Thorigny und Grandville in besagter Proviutz gewesen,und 2 söhne nachgelassen Nvbertum und Richardum. Jener, soden zimamci, Fi; Hamo» gcführct, soll Glamorg«,m in Sud-Wal-les durchs schwcrdt erobert, und endlich den titul eines Graftn vonGloccster erhalten, seine linic aber mns jähr n8z gcendiget haben.Richarbus bryzeiiauiit Grandville, als des vorgebuchten HamomsDcnr«n anderer söhn , hat von seinem brudcr, vor die bey einneh-mung des landes Glainorgam erwicstne dienstc die stadt Math zurVergeltung erhalten, worinn cr ein kloster gefristet, die smdt denMünchen übergeben, »nd in Engelland, bannn er viel guter bcse>»sen, daS qcschlecht Grandville gepstantzet. Von seinen kiachkviil-incn bat sich unter der regieruug Elisabeth ssiichardus GranrMberühmt geinacht, der an. 159, bey den Azvrischcn insiiln alsCommendant auf dem vicc-Admirals-schiffe sein leben bejchloßcn.issachgehcnds >var Bcvill von Grandville bekannt, welcher an.iüz8 auf seine eigene unköstcn ein regiineut reuter warb, und deinKönig Carolo I im krieg wider die Schottländer diente, auch her.nach zur zeit der innerlichen »nrube in unterschiedenen sclMlMi,als das Haupt der Cornwallicr bey Bodmic, Lanceston, StratMrc. gcsiegcr, zuletzt aber bey Bath sein leben eingehüllet. LMtziacr söhn und erbe Johannes nahm hierauf, ungeachtet er nur arjähr alt war, das commando über seines vatcrs regimeut an; ercommaudirte auch nachgeheubsals Genera! von 6 regimcnlcrn ii»allen wichtigen scharmutzclu und schlachten , und empficng adW-derlich tu dem treffen bey Newbury viel gefährliche wunden.Nachgchcuds ist cr Carolo II in seiner flucht in ^rasickreichder», Holland und in die insul Jersey gefolget, und ist ">»>>"1verneur über die Lillcy-insttln gemacht worden, welche er wicer zEngelländischc schiffe vcrtbeybiget, und sich nebst sttian nuyauverwaudtm, dem General Monck, eyfrigst bemühet, gedachtCarolum II aufden thron zu erheben; vor welche dlenste er a.1661 zum Lord , zum vicomw von Landsdown und zilm Graicvon Bath gemacht wurde, nachdem er schon vorher svo uw wCammcrherr und 'nss-ctor über die zinn-bergwercke m der w

schafft Devon und Eornwaüien worden war. Bey der -rosten v^