Band 
Zweyter Theil
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57D Kre

dem Kayftr dusch den Bischvff von Ostia ankündigen. Astein derKayftr ließ sich solches nicht allzusehr anfechten/ sondern stellte zuMayntz eine Versammlung von 19 Bischösscn an/ woselbst vor gutbefunden wurdc/auch berItaliänischcn Stande meynung hierüberzu vernehmen/ worauf diese im jun.an. -080 zu Briten zusamenkamen / und cinmiilhig schloffen: der Pabst könne den Kauftenicht in den bann thun / sehten auch Hilbcdrand wegen verschie-denen lästern / als kirchen-ranb/ unrecht/ ketzercy/ hcrcrcy unddergleichengäntzlichab/und erwählten an dessen stelle Guider-tum/ Erh-Bischoff von Ravcnna / welcher unter dem namcnClemens III Pabst wurde. Als nun der Kaufte wider Rudolphnm«ns Schwaben glücklich gewesen/ und selbiger umgekommen war/«stetiger auf den'Pabsiloß/ und suchte sein recht mit gcwaffucterHand allsziifiihrcn. Nachdem er einige von der Gräfin Mathildtstrouppen lidcr den Haussen gcivorffen/ kani er am Pfingst - abendvor Rom an. Gregorius suchte sich aufs äusserste zu wehren/ alleinderKayftr machte hierauf zu einer langwierigen dclagcrung satt-same anstatt/ und eroberte dicvorstadt Lconicstimt stürm. DerPabst suchte hingegen ke» den Normännern hülste/ welche auchmit einer starcken ärmce im anzug waren/ um die stadl zu entse-tzen / wcshalbcn der Kayftr/ weil er den feinden nicht gewachsenru ftun vcrmeynte/ den Abt von Clugny zum Pabst schickte/^mitbegehren / ihn zum Kaufte öffentlich zu crvnen/ so wolle er Ita.licn verlassen. Weil nun hierauf unter denen im anmarsch begriffe-nen Normännern ein gerächt entstund/ als hätte tich der Kauftemit dem Pabst verglichen / gienaen sie wicderznrück. Der Pabst /welcher von diesem rück-marsch nichlS wüste / und sich also aul derNormäuner hulssc verließ / ließ dem Kayftr folgende punclcu vor-schlagen: Er solle sein verbrechen gegen den Pabst öffcnlltch be-kennen/ biiffc ihiin/ sich und das Reich ohne ciiitstge bcdlugungdem Pabst übergeben/ und so dann dessen ausspruch über sich er-warten/ änderst könne er zur crönnng nicht gelangen- Allein die-ses stund dem Kauftriiicht an/und also setzte er die belagerung fort/da es daist soscharffhergieng/dab wegen den vielen verwundeten einstillstand aus 7 tag muste gemacht werden-, Indem solcher wahrte/gieng einer von Graf Wiprcchks von Grätsch / welcher dem Käu-fer zu hülff gekommen war/ dienern/ des geschlcchts von Raschko/zu mittag / alssichjcderman vor grosser hlhiunc hielt/ ftincrqe-wonhcit nach/ näherem diestadt-maurcn/ um die verschossenenpftile anfzusammlcn. Als er nun aus feindlicher ftttc keine wachtvermcrckle/ kletterte er gar die maucr hinan/ besähe die gelegen-sten/ und entdeckte es alles Graf Wiprecht- Dieser verfugte stehfolgende nacht mit -4 seiner lenken an solchen unbesetzten ori/cl stiegdie manren auf2 leitern/ stieß die erste wacht über den hansien/nudweil er von denKayserüchen zeitlich entsetzt würd / eroberten siedlestadt den 2 jun. an. 108z mit stürm. Der Pabst rckirirtc sich neustseinem vcitcr / Pclro Leone/ anf bic Engclsburg/ diebnrgerschasstober ergab sich so fort. Ob nun gleich der Kayftr auch ftlbi. esschloß belagerte/ so wurde doch diehltz so groß / daß die Teutschenhäufflg dahin starben/ wcshalden der Kavftr abzog/ jedoch ro dervornehmsten zu «Mein von der stadt mitnahm/ welche verlang-ten/ daß der Kavftr einen tag ansetzen möchte/ aus welchem derPabst und alle Rachs-Herren vor ihm erscheine» sollen. Als nundieser/ ncmlichderi nov. herben kam/ stoheder Pabst heimlichnach Salcrno/ allwo erde»24mau an. 108z starb. Sein Icich-nam soll nach dem lvd/laut de.n vorgeben deren/ so ftinc parthcygehalten / vtclwnnder-wcrekc gethan haben; Wie denn auch vor-gegeben wird/ als habe man au. m der ktrchc zu Salcrnonoch seinen lcichnam fast gantz und nnverweftn / um dem Pabstli-chen ornat gesunden; welche» gleichwol eben ein so gewisses wundernichtwärc. Erwurdcan. lzps^no»atrl. -«-»»-> .,ra

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in bitt. p-zpal. ^crincl. 4 §. 74 leg- *

Gregorius VIII , von Bencvcnto gcbürt g. Er hieß anfäng-lich Albertus von Mora, und hatte gär gute qualitätm an sich.Adrianns lV machte ihn an. > i-:z zum Caremal des titulo 8. Lau-rcntil, Alerander lll aber zum Cantzler. Dieser Pabst irliierte ihn«n. 1172 als Gesandten in Svanien und nachmals in Engellanv,daß er ivegcn Beckets Hinrichtung einige Untersuchung anstellen sol-le. Nach Urbani III tode wurde erden 21 occ. an. 1187 zum Pab-st : erwählet, und den 21 darauf eingesetzet. Er suchte gleich an-fangs die Christlichen Potentaten zu einem zuge ms gelobte land zubewegen , starb aber bald darauf zu Pisa den iü der. selbigen jahrs.

GreezoriusIX / sonstHugolimis genannt, war von Anaaniaaus Chainvauicu gebürtig, von den Grasen von Segni enlsvrosscn,welches geschlechtF-ridericuS II aus Siechen vertrieben hatte. J11-nocciilins lll machte ihn an. 1198 zum Cardinal und Bischofs;»Ostia . Hieraufwurdc cr als Gesandter in Teutschland geschickt,und naeb diesem in wichtigen geschafften in Italien gebraucht. AlsHonorins III verstorben, 'wurde er an dessen stelle den 21 mcrtz an.1227 Pabst . Er war gleich anfangs dem Kavftr Friderico II zu-wider , und weil er dessen gerne aus Italien !oß sevn wolle,ermähn-te er ihn, »ntcrIer bedrohung des bannes, einen zug ins gelobteland wider die L-araccnen zu tbiin- Fridericus versprach zwar sol-ches , vcrsammlete auch seine völekcr zu Brnndis, weil er aber er-kranckte, verzog es sich länger, als es dem Pabst lieb war, daberothat er ihn in den bann. Nach einigen soll auch der Kayser wurck-iich zu schiff gesessen, aber auß argwohn, der Pabst möchte währcn-

gre

der seiner abwefenheit thme feine Provintzen ausivicklen, bald wie-'derum zurück gekehrt seyn. Indessen ist doch gewiß, daß FridericuLknrtz hernach an. 12; z den zug für sich selbst vorgenommen, ebnesich mehr darüber mit dem Pabst zu berathschlagen, auch ehe er vo»deine Ll-ioiurto-, erhalten. Indessen fiel dieser in die Kayftrlicke»lande in Italien eyn, erregte auch Friderici ll schwieqer-vater.Iohannem von Brienne, Konig,von Jerusalem , daß er aleichsalsin den Kayftrlichen landen gar übel hausete. Ja, als der Kauft,:wider die feinde glücklich war, befahl er der armee in Syrien demKayser keinen gehorsam zu leisten, suchte die Tempel-Herren wistrihn zu erregen, schrieb auch an den Sultan, und ermähnte selbi-gen , den Käyler an dem Jordan unversehens zu überfalle». Meinder Sultan ichickte dem Kayftr den briefzu. Als Fridericus nuiran. i2;c> glücklich wieder in Italien ankam, sühnte er sich mit demPabst zu Anagnia aus, und verehrte ihm 120 untzen goldes. Nachdiesem erregte Hamübaidus eine in der stadt Roin,

welche aber bald beygelegt wurde. An. i^gftng diemmihe ausKneue an, indem Gregorius Fridcricum wieder in den bann that,und nicht allein die Italiäner, sondern seinen eigenen söhn Henri-cum wider ihn erregte. Weil ihm aber der Kayser zu mächtig war,muste er sich bald mit ihm vergleichen. Als dieser kaum wieder mDeutschland gekommen war, stieß der Pabst alles über einen Haus-sen , that den Kayser abermal in den bau», und stellte an. 1242 ch;Loncii.um in der Laterancnsischen kirche an. Hierzu erforderte ernun alle feinde des Kaystrs, welchen aber selbiger untersagte, ftl,ches conc>i„i>n zu besuchen. Jene zogen eine fiolte von 26 schiffenzusammen, und meynlen damit aufRom m segeln, wurden aberdurch den Käyftrlichcii Admiral Enzium ergriffen, und nach Nea-polis geführet, allwo die meisten im gefängiiisse stnrbcn. Die Kay-serlichc armee rückte selbst vor Rom , und setzte Gregorium in sol-ches schrecken, daß er die Häupter der bevdrn Avosiel Petri undPaust in p-»cctsivn „ach dem Lateran bringen ließ, und öffentlichdas crcutz wider den Kayser predigte, auch bey Franckrcich undEngelland bülffc suchte, wiewo! vergeblich. Weil nun der Kaystrimmer glücklicher ward, und die Teutschen Bischöffe ihn von dembanne wßsprachcn, bekümmerte/r sich so sehr darüber, daß er den2i aug. an. 124, starb. Er har Francistum, Dommicum und Eli«sabetham c^nonillrt, und verschiedene chrissten hinterlassen, als:

eziilio!sr; coIIcckivxcM . conti>rur,»ncM vro Lsnecilötmii;

e^iliolrrn pm cznonl^zrinnc ltliüikücliL.

§zxovr«-. »nnsl. uiin. r»m. I. Lc«".',-«.

tzikt. ?onr. licrer. *

Gregorius X / sonst Tbcobaldus genannt, war von Piaccnzagebürtig, aus der Viscontischen familie, und wurde /wcliiw>,com>zzu Lüttich . AIs er mit Eduardo, Printzen von Walsts, in Palä/j-»am gereiset war,wurde er indessen zu Dktcrbo den 1 sept. an. 1271zum Pabste erwählet, und nachdem er in Italien angelanget, den27 mertz dcs folgenden iahres eingeweichet. Er hielt an. 1274 cmLoncMuM zu Lyon , wohin der Kavftr von Constantinopcl, Michaeli'-l.v-oioZus, ftine zuflncht nahm , in Hoffnung, daftldst zur Verthei-digung des unrechtmäßiger weift an sich gebrachten Kayftrtbums,bcnstand zu finden , zu welchem ende er bewilligte, daß die Grie-chische kirche dem Pabst untcrworffen seyn solle. Allein die Bischöf-fe in Griechenland verwarfst» vas beeret mit solcher vcrächlllchkcit,das; sie dcnicmqen, welche sich dem besagten vergleich unterworffcn,nicht einmal ein Cbristlich bcgräbniß verstatten ivollen. Der vor-ncmstc zweck aber des besagten Loncü,,, wohin sich der Pabst bear-beitete , war dieser, daß er einen krieg zu eroberung des heiligen lau-dcs möchte befördern Helffen, unter welchem verwände er vo» derclcrisev die zchendcn von alle» ihren präbendcn und einkünfflcn aufc iabr lang forderte; defigleichcn ermähnte er auch die TeutschenHürnen / öey welchen das mrcrrcßnum annoch währte, einen Käv-ser zu erwählen, und drohetc ihnen dabey, daß, wostrne sie es nichtthu» wollen, er selbst vor sie einen Regenten zu finden wisse» wur-de. Darneben bearbeitete er sich hesslig, die Gveist» und Gibc!!,-nen mit einander zu verlohnen. Er starb aber bey seiner rückkunifcin Italien zu Arczzo den io ian. an. 1276, nachdem er etwas lau-ge? als 4 iahr gesessen. Man hat von ihm einige cpiNot^.

31111. mw. LL02,»«-. dit>I. ?onk- ki-

Knr. lirrcr.

Gregorius XI / sonst Petrus Rogerius genannt, Wilhelms,Grafen von Bclfort söhn, war von Malemont, in dem lande Li-monsin gelegen,gebürtig, und einer vonPabsts Clemcntis VI Nepo-ten, von seiner schwcstcrIobanna Rogeria.Scin vetter machte ihnun 17 jähre ftinesalters zuniCardinal-vi-cono des tikuls8 Marianova-, und schickte ihn z» Baldo, welcher damals;» Perugia lehr-te , um die rechte von stlbigcm zu erlernen, dessen er sich hernach mwichtigen fachen bediente. Hieraufwurde er »nur zu Rate in An-gers , -Lvcl>i6>-conu->i zu Veits , Dechant zu Bayenr , und Lsnomcu!zu Paris . Nach Urbani V tode wurde er im jähre seines altcrsden 29 dec. an. i z 70 zum Pabst erwählet, den 4 ian. zum PneMordinirct, und am heiligen drey Kömgs-abcnd an. N71 Zum Mit

e.ngcwcuhet. An. i;?; that er die Königin Iohaimam von Nea-

poiis und Sicilien in den bann, weil ftlbigc auf ftine mlerccM«neinen verrätber nicht parclonistret hakte. In eben demselbsgcn iahstthat er die Florentiner in den bann, schickte auch einige volcker wi-der sie, weil sie den Römern, als sie die Päpstlichen Gesandtenjaget, bcygcstanden. Allein selbige kehrten sich nicht daran, sondernnöthigten ihre geistlichen, des gotkeSbienstcs ferner zu pflegen, v»ließ sich dieser Pabst , aliscinratken 8. Brigittä alis Schwcbcnun»8- Catharmä von Siena , bewegen, daß er den Pabstlichcn iih,welcher biß anhero zu Avignon gewesen, wieder nach Rom rirte. Wir er denn den rz sept. an. r;7S zu Marftille sich