Band 
Zweyter Theil
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man auch anfänglich in der provinl; Norfolk,und nachmals zu Lon-den,vor Königin ausruffle. Worauf diese junge Kömgin , nebst ih-rem gemahl und schwieger-vater, bey dcmkovsse genomirien, undden 12 febr. au. 15 54 enthauptet wurde , da sie denn ihren tod mitsonderbarer standhaffrigkeil annahm, 1. ff>L mb inir.

snii. rer, ^«gi. kiff. rctor. -c«gi.

«-?- P. 7 -.

Gribaldus / (Matthäus) ein berühmter Rechts-gelehrter vonPadua, verließ Italien , damit er die Protestantische religion destobester annehmen köntc; jedoch begab er sich bald nebst andernunter die Sociuianer. Er war einige zeit?roteN '»r jun- zuTübingen,danckte aber nachmals ab, aus bcysorge,seine irrthumermöchten kund werden, und er darüber gcfahr leiden. Als er hier-aufeine reise nach Genfthate, suchte er niit Calvino zu co,>fc«ren,es wurde ihm aber abgeschlagen ; jedoch ließ ihm dieser nachmalsviiiffen, de ß er eine confercntz beliebte, welcher seine collegen und ;von den ältesten von dem coniillorw beywohnen sollen. Gribaldusstellcte sich zwar an dem bestimmten ort eiiykehrete aber eiligst wie-derum zurück, weil ihm Calvinus nicht die Hand bieten wolle, undzwar barmn, weil man nicht wüste, ob Gribaldus im gründe desglaubens richtig wäre. Er wurde hieraufvor den gefor-

dert , von seinem Christenthum rede und antwort zu geben, und alsman mit seiner antwort nicht allerdings zu frieden war,wurde ihmauferleget, die siadt zu räumen. Hieraufwnrde er zu Bern in ar-rest genommen,und würde ihme daselbst übel ergangen seyn,woferner sich nicht gestellet hätte, als suchte er zu rcvocwen. Als er aberauf seine vorigen wege verfiel, und denjenigen öffentlich K vorwrte,welche man von Genf vertrieben, vorneinlich aber dem Gentili,welchem er auf seinem land-gut, so er dort herum besaß, ausenthaltgab,würde man auch seiner nicht verschonet haben,wofern er nichtum das jähr izü; an der pest verstorben wäre. Er hat geschrieben

rommcnrsrio 5 in legeiu cts reruin in>tiu-2 üc jure tllci ; injurir; in sliizuor litujos jui-ii ; liilloriLM brLncitci Spi-Lclü mcivollo»c rrcione llullcncli in jurc. cpiii. rzy. vibiiolb. ?.nri-

Irinirsr. p. 17.

Griechen / eine bekandte Tursväische n-rlon. si> „jcht wenigerwegen ihrer tapferkcit und kriegerischen thaten, als wegen ihrer ge-lehrstnnkcit berühmt ist. Von dem ersten zeugen die treflichm tha-ten der Athenienser und Lacedämonier, da fie unter Mllciadis,Themistoclis, Pausaniä, CimoniS, Agesilai und anderer anfüh-rung die groffen mächtigen kricgs-hcere der Perser zernichtet. An-gleichen wie Alexander N. mit zoooo mann gantz Asien bezwän-gen, und sich innert wenig zahren fast zum Herren des ganlzen O-rients gemacht. Von dem andern zeugen die menge der gelehrten,so Griechenland hervor gebracht; denn es sind nicht allein von denalten zciten her die 7 Griechischen weisen, Thales Milesius, Pit-lacus ^ticvicn.rur, Dias brienenlir» Solon, Cleobulus , Perian-der, Chilo, und deren weise gesetz-geber, als der Athcnieiisr Ce-crops, Draeo und Solon , dcr Lacedämonier Lncurgus, der Lo-crcnstr Zalcncus, der Thurier Charondas , der Cretcnser Mmos,der Mantineser Nicodorus bekannt; sondern es hat auch unterihnen viel gelehrte Philosophen gegeben , als da sind Pythagoras ,Socratcs, Heraclitus, Democrituö, Zeno, Plato, Aristoteles ,Tbcophrastus und viel andere berühmte scribenten, als: Herodo-tus, Thucydidcs, .Lenophon, Plutarchus, Diodorus iLiculus rc.Ja es haben sich einsten mehr als zoo scribenten gefunden, welchedie cintzige schlacht bey Marathon beschrieben. An sürtreflichcnrednercn hat dieses volck, und insonderheit die stadt Athm viel hun-dert iahr nach einander einen grossen Überfluß gehabt, wie dannPcriclcs, Thucydides , Jsocrates, Demosthcnrs, Acschincs, Ly-sias, Hnverides und mehr andere sich dadurch einen unsterblichenrühm erworben, und zum theil durch die in schussten hinterlasseneproben ihrer unvergleichlichen berebsamkcit, auch unter anderennationen biß aufdie heutige zeit eine gute anzahl beredter männcrngleichsam WWrmirt und unterrichtet haben. Insonderheit wurdeAthen vor den fit; der weißhcit gehalten, wohin sich die lenke vonallen enden der weit einstanden, um die weißhcit daselbst zu erler-nen ; wie denn auch die Römer solchen ort häMg zu besuche» pfleg-ten , und von den Griechen ihre gcsctze entlehnten, woraus die ge-setzt der 12 tafeln entstanden. Daher Aristoteles , als er zwischenden Asiatischen und Europäischen völckern eine vergleichung ange-stellet , gesagt: die Griechen hätten der Enroväcr tapfferkeit, wä-ren aber von weit subtilerem verstände; sonst hätten fie eben denflelß und cl-iicLr-mt- »sie die Asiatischen völckcr, wären aber nicht soweichlich. Dieses schreibet er der des landcs zu, als wel-

ches weder zu warm noch zu kalt ist. Cicero sagt, daß in Griechen-land an den orten, wo die lufft subtil, es auch leute-von subtilemverstände gäbe, als zu Athen ; an den orten aber, wo es grobe lufftgäbe, fänden sich auch tummc kövffe, dahero er auch die Böotierund Arcadier vor tnnnne leutc halten will , welches auch >0 weitgekommen, daß wenn man dergleichen menschen beschreiben wolle,man ihn einen Böotier oder arc-cHcum nenncte, weil es indemselbiaeii lande viel esel gab. Allein es ist solches nicht allezeiteingetroffen, indem Pindarns, Ccbcs, Hesiodus und Plutarchusaus Böotlen gewesen, Polybins aber aus Arcadicn, wie es dennauch in selbigem lande gute >-»>oco, und pocten gab. Hingegen wa-ren die Griechen überaus abergläubisch, und die meisten fabeln vonden Göttern sind bey ihnen ausgekommen. Darneben waren sie demtrunck sehr ergeben, leichtsinnig, lügenhafft und delrüglich; dahe-ro man auch ihren Historien nicht allezeit sicher trauen kam Ob fiegleich zu dem Christlichen glauben gebracht'waren, ließ sich dochibr naturell zum vfftern sehen, imnäffcn ben ihnen die abscheulich-sten ketzereyen allezeit gewesen. Dem aberglaubcn, bilder-dienste«nd dcn falschen gesichlcrn find sie ungemein ergeben, und haben

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ehre belrügkichkeit gegen die Europäer in den creutz-zügen zum öss>tern Puren lassen, da sie ihnen gips unter das meel gemischet, mi»zum-öffrern stlbsten fallen gestellet. Jetzt stehen sie unter dem soll,der Türcken, und haben ihre vorige gelehrsamkeit und tapfferkeitgantz verlohren, jedoch haben sie von einiger zeit her mit den Ita-liänern, Frantzosen und Teutschen cowmercis gepflogen, auß wel-chen man so mel gar leicht hat bemercken können, daß sie noch wievor, treffliche gaben von natur haben, und worauf sie sich mit -eißund nachsinnen legen wollen, darinnen fürtreflich wohl fortkamen.

Orffir Ncurco-O-Lcis. rer Or^corum. L^>»»inkrE!ol>^>ourkI,i.

koire. Lrech ecsc prelent clcr nLiionr öc egliker Orec^uer *

Griechenland / lat. ist ein groß land von Europa ,welches theils unter Türckischem gebiethe gelegen, theils aber vonden Venetianern besessen wird. Es wird in das feste land, und indie herum liegenden insnln eingetheilet. Das feste land stößet anDalmatien, Bulgarien und Thracien , und wird von den Venelia-nern Levante genenner, weil es Italien gegen morgen ist. Dasmeer, worauf die zcrstreuetcn in,»in liegen, heißet Lrcliip-iLguroder das Aegeische meer. Man sagt, daß es solchen namen von ei-nem gewissen Köm-ge bekommen, der Gracus geheissen, und in demArheniensischen reich dein Cccrops solle nachgefolget seyn; wiewolsonsten dieser andere König aus Aitica durchgehcnds CranauS ge.nennet wird; so dann - daß noch ein anderer König mit namen Helleoder Hella, den Anwohnern den namen Hellenes gegeben. Dername Ora,ciz aber wird in unterschiedenem verstände gebraucht.Denn anfänglich wurden dadurch nur 2 kleine landschafften ange-deutet , unter welchen eine Thessalia und die ankere Hellas oder<3 s-cU in dcm eigentlichen verstände genennet wurde. Nachge-hends einpsicnqen auch Macedonien nebst den südlichen prvvüMN,Achaja, Peloponesus miv allen daselbst hcruni gelegeucn insuln'dmnamen eder Gricchenland. Ferner wurde auch der nameLl-Lc.z der instt! Sicilien und dcm untern theile von Italien aege-ben, w man das grosse Gricchenland nennete; weilen sie mit Grie-chischen pflantz-.städten besetzt waren , und allda die Griechischespraach in Übung war; >a es breitete sich auß eben dieser ursach garaus biß in das feste land des benachbarten Asiens , welches 6 ,«,,genennet wurde. Alles nun, was dißfals unter Griechen-land verstanden worden, war zwischen dem Aegeischen meere ost-wärts , dcm Ionischen westwärts und dem Marianischen und Jl-lyrischcn gcbürge nordwärts eingeschlossen. Dieses Griechenland hat verschiedene theile, die aber vornemlich Epirus , Peloponesus,OrL-ciL im eigentlichen verstände, Thessalien lind Macedonien sind,Hellas oder in genauem verstände genommen, so zwischenEpiro, Thessalien, dem Aegeischen meere und dem meer-busen vorCorintho lieget, begreifst in sich Aetoliam, Doridem, Pbocidem,Atticam, Mcgaricam,Böotiam und das land derLocrenser. Dasso genannte Asiatische Griechenland begriffin sich Mysien , Pdry-gien, Aeolicn, Jonicn, die Dorische landschafft, Lydicn und Ca-rien; aber, oder GrossGriechcnland, Calabrien und

Sicilien, und zwar dieses darum, weil die Griechen ihre colonienin selbige lande geschickt hatten. Macedonien, Thessalien und Evi-rus nebst emigen andern Provintzen sühnen den titul als König-reiche , die andern Staaten aber waren freye Republiquen, worun-ter Alben und Laccdämon die vornehmsten; ausser diesen warendie vornettisten städte Argos, Cvrinthus, Theben, Sicyon , Me-galopolis, Megaca, Mncenä. Sie bauelen ihre städte nicht so garnahe an das meer, theils, damit sie nicht von den ste-räudern gc-fahr leiden möchten, theils auch, damit ihre sttten nicht möchtenverdorben werden, «sie stritten zwar lange zeit mit nicht geringertapfferkeit vor ihre frcyheit, mästen sich aber doch endlich den Ko«mcrn ergeben, nachdem sie sich bereits vorhero unter das joch Ale-xandri A. beugen müssen. Nachgehends waren sie den Kayscrnvon Constantinopel iinterworffen fanietzoaber stehen sie unter demTürckischen loche, unter welchem alle ihre städte ruinirt und wehr-los gemacht worden. Mau theilet Griechenland noch heutiges ta»gcs in 6 grosse Provintzen, nemlich in Makedonien , Manien,Epirum, Thessalien, Achajain und Moream, die allesamt ihre al-ten namen behalten, biß aufAlbanien und Morea. Gleichwie aberaus dem bißherigen ihre ehemalige tapfferkeit und liebe zur gelelir-samkcit erhellet; also ist im gcgcntheil heut zu tag ihr zustand weitanders beschaffen, als er vor altcrs war. Denn sie sind von d«>Türcken so untcrgcdrückt und schüchtern gemacht, und dcydev ihrePriester und laycn leben in einer solche» Unwissenheit, daß nicht al-lein sehr viele aus ihnen gar ossc um eines geruhigen und bequemenHebens willen zu der Mahometanischen religion übertretten, An-dern es lst auch glaublich, daß, wo es die vielen Christlichen feste»nd fasten nicht thäten, welche sie sehr hoch hallen, sie auch wol dcNschein der Christlichen religion schon längst aus ihren landen galund gar möchten verlohren haben. Weil sie aber diese ftycrtage mwfeste noch beständig behalten, an welchen ihr gottesdienst; stundennach einander, und auch bißweilen , ob wol gar Men , 7 nunomwähret; so haben sie noch immerfort den schein der Christlichen re-ligion unter sich, und lassen sich dißfals von einem Pnmarchcn,von Bischöffen und von Priestern regieren. Ihre vornemste stMist heut zu tag Janna odcr Jannina in Thessalien, woselbst eliicacademie ist. .

Dm«» re-p-

OrLciL. incmone billonclic.

»ellr mcmoircs llillor. lls ia ^lcirec. tleüsAr noc. orb. ankilz. I- r c. lz.

Griechische religion. Es nahmen die Griechen die lehredes Evangelii bald an, wie hiervon die Avostel-geichichle zeugei <und daher eine grosse menge von kircheu - lehrcrn unter ihnenfinden, als: Jgnatiuö, Origenss, Clemens Alcrandemu-, Erb»