Band 
Zweyter Theil
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bius, Athanasins, Gregorius Nazianzmns, Geegorius Nyssenus,Amvhilochius, Basilius, Chrysostomus , und andere. Allein, es istselbige durch verschiedene bey ihnen entstandene ketzereyen sehr zer-rüttet worden, und durch der Mönche ohnzeitigen eiffer in grossenabfall gerathen. Anfänglich zwar glaubten sie mit den kirchen imÖccident einerley, nachgehends begunten sie nach und nach in ei-nigen stücken andere lehren anzunehmen, welcher unterscheid sichnoch mehr hervor that, als sich in dem 7 secnlo der Pabst zu Rom über den Patriarchen zu Constantinopel zu erheben suchte, worausdenn immer mehr und mehr eine trennung zwischen derGriechisch-und Lateinischen kirche entstund, welche in dem 8 seculo durch denbekannten bilder- streit vermehrt wurde. Sie erkennen dahero denPabst nicht vor das ober-Haupt der kirche, wie die Catbolischenthun, sondern halten ihn nur vor einen Patriarchen der Lateiner.Unter sich aber haben lsie 4 Patriarchen, den zu Constantinopel,welcher der vornehmste ist, den zu Aiexandrien, den zu Antiochien ,und den zu Jerusalem , welcher der geringste ist. Der von Alexan-drien hält seine ordinäre residentz zu Groß - Cairo, der von Antio-chien zu Damas. Die Christen aber, die in dem eigentlichen Grie-chenland wohnen, erkennen niemand anders, als den Patriarchenvon Constantinopel, welcher durch die Ertz-Dischösse erwählt, undvon dem Groß-Sultan bestätigt wird. Alle ihre Patriarchen undBischöffe haben 8. Basilii oder 8. Chrysostomi orden. Die Grie-chischen Prälaten und Mönche zeugen lange haare, tragen auchgantz andere klcidungen, als die in der Römischen kirche, indemsie keine oder - röcke und viereckigte Mützen, sondern allein alben,stolen und meß - gewandte tragen. So haben sie auch keine creutzein ihren Händen, sondern allem ein klein creutzlein, so mit helffen-bein oder perlenmutter ausgezicrt ist. Der Priester - rock, worin-nen sie meß lesen, ist nicht so offen wie ein meß - gewandt. DerPatriarch aber, wenn er meß liesst, tragt einen langen gesticktenrock mit dergleichen ermeln, und an statt der mütze eine Königlichecrvne. Sie brauchen keine andere dibel als der 7° dolmetscherund in der lehre von der heiligen Drey - Einigkeit haben siedieses besonders, daß sie nicht zugeben, daß der heilige Geist vondem söhn so wohl als von dem vater ausgehe, doch tanffen sie indem namen der heiligen Drey-Einigkeit. Im heiligen Abendmahlsind sie unter anderen von denCathölischen darinnen unterschieden,daß sie gesäuert brod brauchen, auch den läyen das Abendmahlunter beyderley gestalt reichen. Das feg - ftuer glauben sie nicht inallen stücken, jedoch geben sie in ihren rollen vor, daß diebesudelten scelen durch einen brennenden pfuhl gehen, und also ge-reiniget werden müsten, halten auch davor, daß weder die seelender frommen zur himmlischen sreude gelangen, noch der gottlosenseelen in die Holle qestürtzt werden, bis nach der aufferstehung derleibcr und dem jüngsten tag; aus welchem gründ sie dann auchfür die verstorbene zu bäten pflegen, auch secl - messen für diesel-bige halten. Einige unter ihnen glauben, daß nicht alle ewig in derHölle sitzen würden; worinn sie also dem alten lehrer Origeni fol-gen. Sie verwerffen auch die letzte öhlung so wohl als die firmnngoder collürmLrion. Sie halten die vierdte ehe für unrein und ver-bocken, so gar, daß auch Kaysere von ihnen sind in den bann gethanworden, welche, da sie nach dem tod ihrer drey ersten gemahlinnenkeine kinder hatten, sich gemüßiget achteten, zur vierdten ehe zuschreiten. Sie feyren neben dem sonntag auch noch in etwas densabbath oder sambstag, und essen an selbigem durch das gantze jährfleisch; sie enthalten sich auch des bluts und erstickten. Sie lesendie meß nicht allezeit in der kirche, sondern haben ihre beweglichenaltäre, worauf insgemein Joseph, Maria und JElus zu sehen,welche sie überall mit sich herum führen, und wenn sie gottesdiensthalten, aufschlagen. Sie machen das creutz von der rechten zu derlincken, und zwar darum, weil sie davor halten, es sey des HErrnChristi rechte Hand am ersten an das creutz gehefftet worden. Siebrauchen keine erhabene oder in stein gehauene, sondern nur ge-mahlte oder auf kupffern - oder silberne platten gegrabene bilder,sind aber dem bilder - dienst dergestalt ergeben, als sonst keine na-tion. Sie brauchen in ihren kirchen keine mustc, auch haben dieWeiber ihre besondere stellen in der kirche, daß sie nicht könnengesehen werden. Zu Constantinopel brauchen sie insgemein denrssen-krantz, aber an anderen orten wissen sie nichts darvon. Ihrecsioy-rr oder Mönche führen ein sehr strenges leben, vornemlichaber auf dem berg Athos . Es liegt selbiger auf einer halb-insulan dem Zoiko öi Lsiom'cki, und finden sich nichts als GriechischeMönche darauf, weßhaloen man selbigen den heiligen berg zunennen pfleget. Es befinden sich 24 klöster darauf, woraus diegesamten Prälaten der Orientalischen kirche genommen werden,wie denn auch die Türcken selbige in grosser venerarion halten.Ihre weltliche Priester börsten wohl in der ehe leben, wo sie sichvor ihrem eintritt in das Priesterthum verheyrathet haben; abernach selbiger zeit ist ihnen verbocken, weiber zu nehmen. Es gibtauch unter den Griechen allerley steten, so ihren besondernBischoffund Patriarchen haben, als da sind die Maroniten,, die Armenia -uer, dieGeorgianer, dieJacobiten, dieNestorianer und dieCophten.Diese verschiedene steten kommen alle jähr in gar grosser anzahlnach Jerusalem , allwo eine jede in der kirche des heiligen grabsihre besondere cavelle, auch ihre besondere ceremonien hat. DerPatriarch der Maroniten und der Jacobiten führen alle beyde dentllul eines Patriarchen von Antiochien . Der Covhten Patriarchnennet sich Patriarch von Alexandrien , und der Armenianer Pa-triarch ist gemeiniglich zu Constantinopel. Es sind aber die Grie-chen auch in andere lande zerstreuet, und findet man deren in derMoldau, und anderswo gar viel.

Von dem fassen der Griechen:

Dre Griechen halten des jahrs 4 grosse fasten, worvon dir erste

und große um Ostern gehalten, und die grosse fasten gencnnetwird, welche gantze 8 Wochen währet. Die erste Woche haben siefreyheit, fische, bier, milch und käß zu essen, dahero nennen siediese woche lyrai, von dem neuen Griechischen Wort -rvg« ,welches käß heißet. Die übrigen 7 Wochen können sie von dem al-len nichts essen, jedoch sind ihnen gewisse fische erlaubt, diejenigennemlich, welche kein blut haben, als austern, black - fische, meer-spinnen, meer-sthnecken, Muscheln und eyer von einem fisch, Mo-roni genannt, der aus dem schwachen meer kommt. Im übrigenbrauchen sie nichts als zugemüß, reiß, Honig, oliven und kräuter.Auf der insul Zante wollen die meisten Griechen picht einmal ölbrauchen, well selbiges dick ist, wiewohl sie kein bedenckcn tragen,oliven zu speisen. Die andere fasten wird der heiligen Apostel ge-nannt ; selbige beginnt 8 tage nach Pfingsten anzugehen, und hatkeine gewissen tage, denn manchmal wahrt solche drey Wochen,manchmal noch mehr. Sie essen in dieser fasten fische, aber keinmilch-werck oder anders, welches dem fleisch gleich kommt. Diedritte fasten ist der heiligen Jungfrauen, fangt den i aug. an,und dauret 14 tage, in welcher zeit sie weder fleisch noch fisch essen,aussert an dem tag der Verklärung Christi; doch den 0 aug. ist ih-nen vergönnet fische zu essen. Die vierdte fasten wird auf Adventgehalten, welche sich 40 tage vor Weihnachten anhebet, und bisauf selbiges fest wahret. In selbiger können sie allezeit fische essen,ausgcnvmen Mittwochs und freytags. Ihre oder Mönchehaben ausser diesen noch; fasten. Die erste vor dem fest 8. Deme-trii, welche 26 tage dauret die andere vor dem fest creutz - crhe»bung, welche den 1 sept. angehet, und 4 tage dauret; die dritte8 tage vor dem fest 8 . Michaelis. Indessen fasten alle Griechenauch des Mittwochs und freytags; einige, die gar streng lebenwollen, auch des montags. Die woche nach Ostern und die nachPfingsten essen sie die gantze woche fleisch, auch gantze 12 tage nachWeyhnachtm, und eine gantze woche vor dem grossen fasten.Seel-messen halten sie dreymal im jähr; die erste den heiligenabend vor H. drey König, weiches sie psrsmone nennen, wobeysie das meer mit vielen ceremonien taussen. Sie binden nemlichein kleines schiff an eine grosse stanze, worüber ein creutz ist, tau-chen selbiges ins meer, und ziehen selbiges, wie sie sagen, vollsüssen Wassers heraus. Die andere wird auf Johannis - tag gehal-ten , und die dritte auf creutz - erhebung, an welchem tag sie gleich-falls weder fleisch noch fisch essen. Also haben sie in dem gantze«jähr nicht mehr als etwan i zc> tage, darinnen sie fleisch essen mö»gen, und weder alte leute noch kinder und krancke sind von diese«fasten befrcyt. Dahero sehen sie auch gar mager und bleich aus,sind aber zum zorn und dabey zum fluchen und gotkslästern sehrgeneigt; worüber sich »m so weniger zu verwundern, weil der-gleichen lasier bey solchen leuten, welche übrigens in der lugendund gottessurcht nicht allzu wohl bevestiget sind, unter anderemauch durch diese ausmärglung des leibs, und erhitzung des geblüls,so das allzu viele fasten verursachet, nach der natur - verständi-gen urtheil, nur noch mehr können erweckt und angestammtwerden.

Von den kirchen der alten Griechen:

Der alten Griechen kirchen hatten ausser dein xorricu oder ein-gang z abtheilungen: Die erste nennten sie , dasselbige theilwar erhaben, daselbst stund der altar, worauf man die sacramen-ten ausspendete, und es wurden nur nebst den Priestern diejeni-gen hinein gelassen, welche man zum gebrauch der sacramentenließ. Es war selbiges theil mit einem gitter umgeben, worinne«; thore, ein grosses in der initten, und die 2 kleinern zur rechtenund lincken. Die andere abtheilung wurde n-r--, genannt, allwosich der chor oder die singer aufzuhalten pflegten, die bey demGottesdienst waren, auf dessen rechter feite der Kayseriiche thron,und auf der lincken die cantzel stund. Diese war in die runde ge-macht, und mit einem gatter, wvrzu; thore waren, umgeben.Die dritte abtheilung hieß , worinnen die layen zu sitze«pflegten, die weiber aber fassen in gewölbten gallerien, die ringsum die kirche herum gebaut waren. In dem bczirck des Kayser-lichen pallasts zu Constantinopel funden sich auch verschiedeneschöne kirchen, wovon die vornehmste die Kayseriiche Hof-capellewar. An solennen fest-tagen giengen die geistlichen, so den Got-tesdienst halten solten, vor das Kayftrliche gemach in proceßion,holten daselbst den Kayfer ab, und begleiteten ihn in seinem ordi«nari Habit bis auf seinen thron, daselbst wohnte er ihren llorircsnonici! bey. Nach diesem zog er den Kayserlichen Habit an, undwohnte in demselbigcn der messe bey.

Von trennung und Vereinigung der Griechischenmit der Lateinischen kirche:

Der ansang zur trennung zwischen der Griechisch-und Lateinsscheu kirche wurde zu ansang des 7 ftcull gemacht , da der PabstBonifacius III zu Rom das Haupt der Christenheit seyn, undsich dahero über den Patriarchen zu Constantinopel erheben wolle.Selbiges wurde durch den bilder-streit vermehrt, da die Griechenansiengen die bilder, wider der Römischen kirchen sinn, aus denkirchen zu thun. Ob nun gleich die Griechen nachgehends eifrigebilder - diener wurden, so blieb doch die trennung beständig, da sieden Pabst nicht vor das ober-Haupt der Christlichen kirche erken-nen und annehmen wollen; und, was die bilder betrifft, vor den-jenigen, welche aus holtz, stein rc. geschnitzt sind, immer ein ab*scheu behalten haben, und nur allein die, so auf holtz, tuch, oderan die mauren gemahlt sind, dulden wollen. Worzu noch die strei,tiskeit wegen des ausgangs des heiligen Geistes von GOtt demDddd» Sohne,