Band 
Zweyter Theil
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«vedem, wessen er von den Sachsen beschuldiget worden/ red unvantwort zu geben, bey strafdes bannes und vemerung ferner crone.Henricus ließ sich zwar anfangs hierdurch nicht schrecken, sondernberuffle einen Reichs-tag nach Worms , woraufalle Teutsche Bt-fchöffe, ausgenommen die Sächsischen, erschienen, da denn oerKayser mit genehmhaltung der Bischöffe, Gregorium als einen derLmome selbst übcrwiesenen, und einen störer des ürchen-und po-litischen friedens, absetzte, und seine Gesandten nach Rom Male,welche auch bey dem hnollo, so in der ersten fasten-woche gehaltenwurde, dem Padst dieses llecrer vorlasen. Allein der Pabst erklärtesich hierauf in einem aus i io ItaliänischcnBischoffen bestehendenLoocilio, daß er durch Gottes und 8 . Petri gelvalt Henricum vondem thron absetzte, ihn dem satan übergäbe, und seine Unterthanenvon ihrem gehorsam loßsvräche. Es fand auch dieser Padstlichedann bey vielen Reichs-Fürsten, (welche theils im trüben znPlchengedachten, theils auch die gefangenschafft der vornehmsten zachst-sehen proceruw vox eine weit - aussehende fache, die sie nut der zeltauch betreffen könte, ansitzen) -ng-ot;. welche dahero nebst denEachsen eine allgemeine Versammlung bcrFürsten aufden oer.

1076 zu Tribur anstellten, auf welcher beschlossen ward, daßentweder der Pabst nach Forchheim kommen, und HcnricNhatenuntersuchen, oder aber Henricus innert iahres - frist nach -stattengehen, und sich bey Verlust der crone mildem Pabst aussöhnen,mitllcrwcil aber als eine vrivat-person zu Speyer lebe» solle. iLvi-chem nach war Henricus genöthigt, sich vor allen dingen von desPabsts bann loß zu machen, und gieng dannenhero an. 1077 mit-ten im härtesten Winter, nebst seiner gemablin, seinem söhn undeinigen bedienten nach Rom, traf aber den Pabst in Apulien zuCa-nosä bey der Gräfin Mathildis an, und konte nicht eher audientzerlangen,biß er nebst feiner gemahlin und dem Printzen in dem vor«hofdes Pädstlichen pallasts in büß - tlcidern ; tag lang mit blossemHaupt, barfuß, und ohne alle speiß unv tranck auffgewartet, da erdenn endlich den vierdten tag durch Vermittlung bemeldtcr Gräfinzugelassen, und (nachdein er alles, was ihm der Pabst vorgeichne-oen, eingegangen, und insonderheit auch auf die mvcittrur der Bi-schöffe eidlichen verzicht gethan,)von dem bann sbfolvirt wurde,>e-doch dergestalt, daß er dennoch sich vor den Teutschen Fürsten ver-antworten solle. Doch durch dieses allzuharte machte

sich der Pabst bey vielen verhaßt, und Henricus stlbst war willens,mit hülffder Italiäner Canosa zu belagern. Der Padst aberritte sich bey Zeiten, und brachte es bey den Teutschen Standen,insonderheit aber bey den Sachsen dabin, daß sie noch in eben die-sem jähr den l; mertz zu Forchheim im Bambergischen sich ver-sammleten, das Teutsche Reich, so bißher erblich gewesen, aus-drücklich vor ein wahl-reich erklärten, Rudolphum, den Hertzog inSchwaben,zum Kayser erwählten,und ihn gleich darauf;» Mayntzkrönten, worauf auch in kurtzem die Päbsitiche bcstältigung,vermittelst überschickung einer crone an Rudolphum, erfolgte,(sitzeRudolphus.) und Henricus von neuem in den bann gethan wur-de. Henricus aber kam nach Teutschland,und nölhigteRudolphum,welcher gleich Würtzburg belagerte, nach einer dey Molrichscu-heim vorgegangenen zweifelhafftcn Wacht, sich nach Sachsen zuziehen; daielbsi kam es bey Fladcnheim obnweit Golha wiederumU einem treffen, wobey der sieg nochmals zweiffelhassc war. In>er dritten schlacht aber ohnwcitMerseburg verlohrder gegcn-Kay-ser Rudolphus die rechte Hand, und starb gleich daraufan. io8c> zuMerseburg , nachdem er bey erblickung seiner abgehauenen Handseinen meincyd gegenHenricum bereuet, (sitze Rudolphus.) Erbekam ein Königlich begräbniß, und.tzenricus wünschte, daß alleseine feinde so herrlich möchten begraben werden. Hierauf hieltHenricus an. 1080 einen Reichstag zu Manntz, daselbst zu berath-schlagen, ob der Pabst macht habe, einen Kayser in bann zu thun?und ob der Kayser den Pabst Gregorium mit fug absetzen könne ?Als nun 19 Bischöffe, so daselbst erschienen, vor gut hielten, daßder Kayser die Bischöffe in Italien gleichfalls hierüber zu rath zie-hen solle, so stellte derselbe den rz jun. an. ,c>8o ein conciUu», zuBriren an, welches aus ;o Bischöffen bestund, und durch allge-meinen schluß den Padst Gregorium VII ab. und an dessen stattGuibertum den Ertz - Bischoff von Ravenna , unter dein »amenClementis lll einsetzte, der jedoch von andern nicht erkannt, undihm Victor III , und nach dessen tod Urbanus II entgegen gesetztworden,die auch anjetzo von denCatbolischcn allein vor wahrePäd-ste erkannt werden, (sihe Gregorius VII.) So dann gieng derKayser über die Alpen,schlug eine rebellische armee bey Parma , er-oderte Rom den r tun. an. rog; mit stürmender Hand, und bela-gerke den Pabst Gregorium in dem castell 8. ä-'s-w > welcher abervon bannen wegflohe,und bald darnach an. 108; zu Salcrno starb.Indessen da der Kayser zu?Rom war, und sich daselbst von Elementelll cronen ließ, fielen die Sachsen in Franckenland, hauscten dar-innen gar übel, und erwählten mit hülss des Hcrtzogü Welffi inBayern, Hermannum, Grafen von Luxenburg , insgemein denknoblauch.s-Ronrg genannt, zum Kanser. Er ward aber wiedervon ihnen selbst verflossen, und an. ic>88 umgebracht, (sihe Her,mann.) An dessen statt erwählten sie Marggraf Egbcrtum vonSachsen, welcher, m einer schlacht mit dem Kayser, der indessenaus Italien wieder.nach Tculschland gekommen, flüchtig werdenmuste, und in einer mühle umgebracht ward. (sihe Egbert.) Alsnun die Sachsen sahen, daß es mit ihnen nicht fort wolle, stelltensie sich, als wollen sie mit dem Kayser sich in gütliche tractatcn ein-lassen , und brachten es dahin, daß an. >«86 ein Reichs- tag zuSpeyer gehalten wurde.Allein derPabstvietor m sieng indessen an,inJtalicn wieder den meister zu spiele; er vermittelte auch eine hey-vath zwischen der Gräfin Mathildis und dem jungen Meisten inBayern , wodurch nicht allein das Welfische hauß von der partheydes Kaysers abgezogen wurde, sondern diese verführten auch des

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Kaysers eigenen Printzen Conradum,den der vater schon m Kim,»Nachfolger ernennet , und zum Hertzog von Lothringen aemacklauch wurcklich Mit einer armee wider den Pabst nach Italien a !Kickt hatte. Denn sie beredten ihn, daß siechn zu einem König mItalien machen wollen, und dieser lreß sich auch würcklich an 1°in solcher gu-l-tat cronen. Allein, obgleich dadurch Henrici sacbmin Italien übel liessen, so erhielt er doch hieraufvon den TeuilLStanden, daß sie fernen andern söhn, Henricum, zu seinem nack-folger ernennten, dieser aber zuvor mit einem leiblichen evöÄgen muste, sich bey des vaters leb-zeiten keiner regieruiiq an!iim?esen. Es trennte sich auch der junge Welffwiederum von seinesmahlen Mathildis, und nahm des Kaysers parthey. So starb 2der Pabst Urbanus II an. 1099, da er eben aus Franckre ck, . Äkam, nachdem er daselbst den ersten creutz - zug nach dem ae 2land veranlasset; und ob gleich dessen nachftlger sc^jU"bann wider ihn erneuerte, so begütigte denselben doch Lennm«mit dein versprechen, einen creutz-zug anzuketten. Endlich steauch Conradus, so wlber den vater r-t>ttiiret, in eben diesem ^plötzlich. Alles wäre solchem nach für den Kayser glücklich g 2gen, wann nicht seme fcmde auch semen andern söhn Lenrimmwider ihn erregt hatten. Dann dieser ließ sich(durch die vorstelb ^daß sein vater .m dann der kirchen, und dafern er .n sM m Lverstürbe, zu be,orgen wäre, der Pabst möchte die Fürsten zurwMeines andernKaysersbewegen)bereden,daß eran. -1°6 eineNMVersammlung nach Nordhansen ausschrieb, und daselbst densten und Bischöffe» vortrug, wie er der regierung sich Untershen beschlossen, welches dann mit sonderbarer freudc anaenomm»wurde. Er brachte auch gantz Schwaben und Bayern auf le refeite, und als ihm der vater mit einer armee, die jedoch deriemi nnicht gleich war, bey Regenspurg auf den hals kam, stellte erst»an, als ob er sich ihm unterwerffen wolle, und zu Coblentz balb »ihn auch wurcklich fußfällig um Vergebung, und versprach ilmmit einem dreyfachen eyd,ihn aufeincm nach Mayntz ausaeschr e-denen Reichs-tag mit dem Pabst rknd den Teutschen standen mvmsohnen; als er aber mit dem ,ohn hierauf nach Bingen gieng, Mder daselbst auf dessen besetz! gefangengenommen, undmitbedw-hung des lobes gezwungen, die Reichs - mstZnia von sich zu aebeiuworauf er von den Pädstlichen Gesandten und Teutschen Ständenauf dem Reichs-tag zu Mayntz des Reichs förmlich entsetzt, mdHenricus V, sein söhn, zum Kayser bestatkiget wurde. Der MHenricus war nach diesem so verlassen, daß er fast Hungers starb,und wegen des bannes nicht einmal eine pr^b-n-le von dem StiKSpeyer , so er sich ausgebelten, erhalten konte. Dieses verursachst,daß er scm gluck noch einmal versuchte, und heimlich nach Mnund von dar nach Luttich entwischte, da ihm der Hertzog von Loth,ringen, der Bischoffzu Luttich , und andere alle hulff leisteten,auch den jungen Henricum bey Maaß aus dem seid schlugen. Eshielten es auch alle Reichs-stadte mit Henrico IV, und wehrten sichintondcrheil Colln und Nürnberg sehr tapffcr. Henricus IV aberstarb bey diesem anscheinenden glück den 1, oder wie andere schrei-ben, den 7 aug. an. 1106 im 46 jähr seiner regierung, und seinesalters. Der Bischoffzu Luttich ließ den entseelten cörper indemMünster zu 8. Lamprccht ehrlich bestatten. AUein der Pabst andjunge Kayser nöthigten ihn, solchen wieder auszugraben, und aneinen ungew.eihten vrt zu setzen. Jedoch wurde er von dannen nachSveycr gefubret, und in 8. Afra capell gcstcller, woselbst er z jabr„„begraben stunde, biß er an. mi von dem Pabst r-libsN bcSbannes be freyet, und so dann mit grosser pracht in die Kanserlichegrufft eingeiencket wurde.Er war sonst ein Herr von majestätischemansehen, von treflichem verstand und grosser tapfferkeit, indem erin 62 seid - schlachten mcistentheils obgesieget. Gegen arme lcalihat er sich sehr mitleidig bezeuget, indem er solche zum öfftern fest-sten geweitet und getrancket, auch zu theurer zeit viel unterhallen.Mit seiner ersten gemahlin Bertba, davon oben gedacht wochn,hat er r Printzen, Conradnm, so an. 1101 a» gisst sc>n leben be-schlossen, und mit Jolanta, Rogerii Grafen in Sitilie» lochter,vermählt gewesen, und Henricum, fo nach ihm Kayser worden/wie auch einige töchtertt, als Agnetem, Friderichs vonHoben-stauffcn, Hcrtzogs in Schwaben,lind hernach Leopolbi iVMara-graftn in Oesterreich ; Bertbam, Marquardi Hcrtzogs in Kärnb-ten; Sopbiam, Godoftedi Hcrtzogs in Brabant, und Adelbeidea,Uladislai Hcrtzogs in Polen und Schlesien gemahlin, gezeugel;Mit der andern aber, die eine Rußifche Printzeßui,Udonis,M<irg-grafen vonBrandenburq Wittib war,un mit ihrem eigentlichenna-men ?r-nccicr, aufTeutfch aberAdelheit hieß,hat er gar keine lindergezeuget.^--'-"' c7o»r^4 L-Äel'c-r. vil. §. lluzoil-

c. 2 cnc. in L-ron. g. s öc sll gn.

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Lon/anr. cez-^o«. zcl 3N Ic>6; conf ^te»»»cck»Lnklguik.2o!.

lzc. I. i p. 70 - 7-. r. 9 Loncil. p. Irao, U-A-e.

p. :rn. Scor sci sn. 1075. IM. bell. sar. ß-io!»

Lp p. rys. , .. ,

Henricus V / der jüngere zugenannt/zum unterscheidVäters/ ward an. ic-Zi gevohren/ (») und von seinem vaterMrico lV an. 1099 zum Nachfolger angenolnen; belohnte aber m-selben seine liebe mit solcher untreue / und undanckbarkett) Mirihn gar von dem thron stieß / wie unter dem vorigen articiil M

stänvlich erzehlt worden. Nach feines vaters rode an. i l°s W er

sich zu Mayntz nochmals von den Teutschen Standen bestalMund huldigen; es ward aber auch alsobalb eine umf

ihn entdeckt / darein Henricus von Limburg / Hertzog vonLochrrnqen und Siegfrid von der Pfaltz verwickelt waren/ woower gelegeiihcjt nahm / den ersten/ welchem er ohnedem E S"war / seines Hertzogkhums zu berauben, (b) Gleich im erMMwurde er auch ru Goßiar von einem donnerschlage gemm/ ^